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„Über den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“, sang einst Reinhard Mey. Das trifft bei den Segelfliegern auf jeden Fall zu – vorausgesetzt die Thermik passt. Foto: Julia Hess

„So schnell ist man in der Luft“

am 23.08.2019

Youngtimer-Treffen auf der Wasserkuppe / Großes Spektakel am Berg der Flieger

WASSERKUPPE (jh). Wie bei einem Oldtimertreffen kommen jedes Jahr auf der Wasserkuppe Segelflieger zum Erfahrungsaustausch zusammen. Dieses sogenannte Youngtimer-Treffen fand vergangene Woche auf dem höchsten Berg Hessens statt.

„Die Segelflugzeuge sind noch keine richtigen Oldtimer“, erklärt Gerhard Klink aus Hofbieber, Vorsitzender des Vereins Rhönflug Fulda. Zwischen 40 und 50 Jahre alt sind die Exemplare beim sogenannten Youngtimer-Treffen. „Also zu jung, um Oldtimer genannt zu werden“, so der 67-jährige Vorsitzende.
Durch das Youngtimer-Treffen, das seit 13 Jahren jedes Jahr auf der Wasserkuppe stattfindet, sei der Verein laut dem Vorsitzenden populär geworden. Aus ganz Deutschland, Schweden, der Schweiz und Österreich kommen die Piloten angereist, um dieses besondere Treffen zu besuchen. „In diesem Jahr sind wir mehr als 30 aktive Piloten mit vier Vereinsflugzeugen und 18 Gastflugzeugen”, berichtet Klink. Beinahe alle Segelflugzeuge sind von der Firma Schleicher aus Poppenhausen gebaut worden.
Das Treffen sei kein Wettbewerb, wie der Fluglehrer Patrick Wiegel (27) aus Fulda betont: „Es ist Austausch, ein freundschaftliches Zusammenkommen, einfach eine schöne Veranstaltung.“ Durch das jährliche Treffen sei ein großes Netzwerk unter den Piloten entstanden. „Wir sind alle Spaßflieger, jeder fliegt wie er kann und wie er möchte – Hauptsache wir haben Freude.“
Einige interessante Maschinen gab es bei dem Treffen auch zu bewundern. „Die K18 ist noch die letzte Maschine, die aus Holz gebaut worden ist“, berichtet Klink. Danach wurde nur noch mit Kunststoff gearbeitet – diese Bauweise werde seit 30 Jahren unverändert angewendet. „Sie hat sich einfach bewährt“, so die erfahrenen Piloten.

Spektakulärer Start

Wie die Youngtimer starten, ist einfach spektakulär, denn sie werden mit einer Seilwinde in die Luft katapultiert! (Übrigens: Auf unserem Instagram- und Facebook-Account ist ein Video vom Start zu sehen @marktkorb) . Es ist schon spannend zuzugucken, wie die Piloten auf die Sonne und die Wolken achten. Weniger achten sie auf den Wind, das sei ein Klischee, wie Fluglehrer Patrick Wiegel aus Fulda erklärt. „Der Sport ist sehr naturnah, das macht es so spannend und faszinierend“, sagt der 27-Jährige.
Die Segelflieger starten auf dem sogenannten „Weltensegler-Hang“. „Auf dieser Wiese ist das Segelfliegen erfunden worden“, meint der Vorsitzende des Vereins Rhönflug Fulda.

Selbsttest

Auch ich selbst darf einen Flug mitmachen, Fluglehrer Patrick Wiegel nimmt mich in einem modernen Doppelsitzer mit. Bevor wir in die Maschine steigen, ziehen wir einen Fallschirm an – der ist Pflicht für alle Flieger. „Allerdings gab es seit dem Kriegsende 1945 keinen Segelflugunfall auf der Wasserkuppe“, betont Gerhard Klink. „Segelfliegen ist eine sehr sichere Angelegenheit.“ Er selbst fliegt seit mehr als 26 Jahren, also seit er 41 Jahre alt ist.
Die Doppelsitzer-Maschine ist eine halbe Tonne schwer, 17 Meter breit, zehn Meter lang. Mit rund 100 Stundenkilometern geht es innerhalb von 25 Sekunden bis zu 200 Meter hoch in die Luft – wie in einer Achterbahn. Ein klein wenig zieht es im Magen, aber nach wenigen Sekunden hat man sich an die Höhe und das Gefühl gewöhnt. „So schnell ist man in der Luft!“, sagt Wiegel mit einem Schmunzeln. Die Werte können natürlich von Tag zu Tag, je nach Wetterbedingungen, variieren. In der Luft kann das Flugzeug bei ruhiger Thermik bis zu 280 Stundenkilometer schnell unterwegs sein, wenn es unruhig ist bis zu 180 Kilometer pro Stunde.
Von oben hat man nicht nur einen herrlichen Blick über die Wasserkuppe, man erkennt auch den Monte Kali bei Neuhof und die beiden Kaliberge bei Philippsthal. Außerdem hat man einen tollen Ausblick auf Fulda. „Und wenn die Sicht noch klarer ist, kann man von hier aus sogar die Skyline von Frankfurt sehen“, berichtet der Fluglehrer.
Ohne Motor und Batterie über den Wolken segeln – ein Wahnsinns-Gefühl!

Kontakt

Wer einmal selbst Lust hat, den Himmel hinter dem Steuer eines Segelflugzeugs zu erkunden, der kann sich beim Verein Rhönflug Fulda melden. Unter anderem besteht die Möglichkeit ein Schnupperwochenende auf der Wasserkuppe mitzumachen. Anmeldungen  unter www.rhoenflug-fulda.de und per Mail rff@rhoenflug-fulda.de .

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