Fulda | "hausplus Fulda 2024" feiert im Kongresszentrum Fulda noch bis Sonntag Premiere

Landrat Woide: „Neue Baumesse ist ein schönes Format“

Damit hätte das Rentnerpaar Josef und Kordula Wiegand aus Bad Soden-Salmünster nicht gerechnet: Beide betraten am Freitag Schlag 10 Uhr als erste Besucher die neue Baumesse „hausplus Fulda 2024“. Das war ein historischer Moment im Kongresszentrum Esperanto. Freudestrahlend wurde das Paar von Landrat Bernd Woide (CDU), Bürgermeister Dag Wehner (CDU) und Messechef Stephan Drescher per Handschlag begrüßt.

Von Mirko Luis

Daraufhin füllten sich die drei Ausstellungshallen minütlich – und wie bei Familie Wiegand, die sich für Solaranlagen interessieren und einen Überblick verschaffen wollen, war die Neugier groß. Auf rund 4.500 Quadratmetern dreht sich im Kongresszentrum Esperanto bis Sonntag alles rund um die Themen Bauen, Sanieren und Wohnen, außerdem um Energie-Themen und um Finanzierung. 82 Aussteller auf 84 Ständen, darunter sehr viele namhafte Betriebe aus der Region, zeigen bei der Premiere Flagge.

Erste Baumesse nach vier Jahren Pause

Gut eine halbe Stunde vor der Messepremiere fand sich geladene lokale Prominenz ein, um auf die erste Baumesse nach vier Jahren Pause anzustoßen. „Das Bauen hat – und da schaue ich auf die Kreishandwerkerschaft Fulda – hat in unserem Landkreis nicht nur Tradition. Es lebt auch durch vielfältigste Handwerksbetriebe, die darauf angewiesen sind, Aufträge zu erhalten. Die neue Messe ist ein sehr schönes Format“, sagte Landrat Bernd Woide zur Eröffnung. Er bedankte sich hierbei bei der Ravensburger Veranstaltungsgesellschaft (RVG), die den Mut hatte, das Wagnis einzugehen, in Vorleistung zu gehen und eine neue Fachmesse aus der Taufe zu heben. „Die Rahmenbedingungen fürs Bauen waren ja schon mal einfacher“, so die Kreisspitze mit Blick auf gestiegene Baupreise. Doch er machte dem Veranstalter aus Süddeutschland Mut: „In Fulda haben wir Rahmenbedingungen, die gewährleisten, dass diese Messe Erfolg haben wird.“

„Die neue Baumesse ist ein sehr schönes Format.“

Bernd Woide (CDU), Landrat des Landkreises Fulda

RVG-Geschäftsführer Stephan Drescher hatte sich zuvor bescheiden gegeben und berichtet, dass die Messe durch einen guten Kontakt mit der Kreishandwerkerschaft Fulda zustande gekommen sei. Die ist ideeller Partner – exklusiver Print-Medienpartner des Events ist die Fuldaer Zeitung. „Ob die Region die Messe braucht, das wissen wir spätestens am Sonntagabend“, so Drescher, der die ersten zwei Stunden als vielversprechend wertete und mit dem Besucherandrang zufrieden ist.

Dag Wehner: „Wohnen ist elementares Bedürfnis“

Bürgermeister Dag Wehner (CDU) schloss sich den lobenden Worten des Landrates an. „In der Tat sind es herausfordernde Zeiten, in denen wir zusammenkommen. Die konjunkturelle Situation in der Bauwirtschaft ist eingetrübt. Diese kann aber nicht allzu lange dauern, weil das Wohnen ein elementares Bedürfnis wie das Essen und Trinken ist“, meinte er. Die Stadt sei froh, dass diese Messe nach Fulda gekommen ist. „Wir sind hier genau im Mittelpunkt des Baugeschehen, direkt angrenzend an ein Neubaugebiet, das in den nächsten Jahren kräftig wachsen und gedeihen wird und wo in unmittelbarer Innenstadtlage 400 neue Wohneinheiten entstehen. Aber auch in Baugebieten in den Stadtteilen Haimbach, Kämmerzell und Bronnzell gehe es voran. Bei der Gelegenheit erwähnte der Fuldaer Bürgermeister, dass die Stadt aktuell die Grenze von 71.000 Einwohnern wieder überschritten habe und in den letzten beiden Jahren um mehr als 2.000 Einwohner gewachsen sei. Das erfordert die Erschaffung von zusätzlichem Wohnraum. „Und hier kann die Messe wichtige Impulse geben. Wir hoffen, dass viele Menschen den Weg hierher finden werden, um sich Inspirationen, Ideen und neue Wünsche zu holen, die in den nächsten Wochen und Monaten durch die heimische Bauwirtschaft umgesetzt werden können.“

 

Bernhard Hahner: „Für diese Messe wurde es höchste Zeit“

„Für diese Messe wurde es höchste Zeit. Genau in der Zeit, wo es krankt, ist es umso wichtiger, Präsenz zu zeigen. In der Krise unterscheidet sich der gute vom schlechten Unternehmen“, sagte Unternehmer Bernhard Hahner (Hahner Technik). Sein Unternehmen sei diesmal zwar nicht dabei, weil Endverbraucher nicht das Hauptklientel wären. „Doch auf mich macht diese Messe einen super positiven Eindruck und ich werde mir in jedem Fall überlegen, ob wir beim nächsten Mal nicht doch dabei sein können“, so der Petersberger Unternehmer. Anknüpfungspunkte geben es da mit Sicherheit. „Und vielleicht trifft man ja den Azubi von übermorgen vor Ort im Gespräch.“

Ausdrückliches Lob kommt auch von der Kreishandwerkerschaft Fulda

Ebenfalls nicht mit einem eigenen Stand vertreten ist die Kreishandwerkerschaft Fulda. Geschäftsführer Gabriele Leipold sieht das Event aber positiv. „Hier kann man sich tolle Anregungen holen und spannende Dinge fürs Zuhause holen“, lobte sie. Ein klares Nein für eine künftige Messebeteiligung mit eigenem Stand kam von ihr nicht. „Das kann man sicherlich noch einmal überdenken. Eine Beteiligung wird bei uns sicher noch mal auf den Tisch kommen.“

RhönEnergie-Chef Martin Heun: Event trifft Nerv der Zeit

„Ich glaube, dass das tatsächlich ein Format ist, das sehr viele Menschen ansprechen wird“, kam auch von Rhön-Energie Chef Martin Heun beim Messerundgang ein dickes Lob. Die Rhön Energie präsentiere auf der Messe alles rund um das Thema Häuser, Immobilien und Zubehör. „Ich glaube, dass das den Nerv der Zeit trifft.“ So gebe es im Moment bei Eigentümern einen Renovierungsbedarf im Bestand – da gehe es nicht nur um neuen Heizungen, für die es an der Zeit sei, sondern auch um die energetische Dämmung und Finanzierungsfragen für private Bauvorhaben. Diesbezüglich beraten unter anderem die Sparkasse Fulda und die VR Immobilien Fulda vor Ort.

Spannend ist auch das Vortragsprogramm: Insgesamt 29 Vortragstermine sind es, die im Halbstunden-Takt in einem separaten Vortragsraum zu hören sind. Alle Messegäste haben hierzu freien Eintritt. Wer sich vorab schon darüber informieren möchte oder den Messebesuch auf gewünschte Vortragsthemen hin planen will, findet alle Themen und Termine im Internet unter www.hausplus-fulda.de.

Die „hausplus Fulda 2024“ dauert bis Sonntag, 24. März. Sie ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.