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Wolfgang Lauer, Vorsitzender der NABU-Gruppe Flieden, verleiht an Klaus und Andreas Sauer sowie Silke Müller (v. l.) die Auszeichnung „Schwalbenfreundliches Haus“. Foto: NABU

Willkommenskultur für Gefiederte

am 09.08.2019

Auszeichnung „Schwalbenfreundliches Haus“ in Flieden vergeben

FLIEDEN. Der NABU hat eine bundesweite Aktion ins Leben gerufen, die den Namen „Das schwalbenfreundliche Haus“ trägt und die sich dem Artenschutz widmet. Und zwar der Mehlschwalbe. Auch in Flieden gibt es Hauseigentümer, die diese Vogelart unterstützen, wie der NABU mitteilt.

Einige Hausbesitzer haben sich inzwischen bei der NABU-Gruppe Flieden gemeldet, um das Vorkommen an ihrem Haus mitzuteilen und, das ist auch wichtig, sich als „Schwalbenfreundliches Haus“ auszeichnen zu lassen. „In der NABU-Sitzung im Juli konnten wir die ersten beiden Häuser auszeichnen“, berichtet Wolfgang Lauer, Vorsitzender vom NABU Flieden.
„Auch hier bei uns in Flieden, dem Bundestrend folgend, mussten wir leider in den letzten Jahren feststellen, dass die Schwalbenvorkommen rückläufig sind“, so Lauer weiter. Gerade die Mehlschwalbe, die außen am Haus unter dem Dachvorsprung brütet, sei noch stärker vom Rückgang betroffen als die im Stall brütende Rauchschwalbe. Letztere leide auch unter dem Wegfall der landwirtschaftlichen (Klein-) Betriebe und damit vieler Ställe, die sie bisher als Brutstätte aufsuchte. Die Mehlschwalbe dagegen habe laut NABU, wie alle Insektenfresser, sowohl unter dem Mangel an Insektenvorkommen zu leiden, aber auch darunter, dass der Brutplatz an der Fassade außen immer weniger toleriert wird. Unter anderem wegen Kot.

Für ein besseres Angebot an Brutplätzen

Einige Schwalbenhäuser im Kreis Fulda sollten deshalb helfen, das Brutplatzangebot zu verbessern, aber leider ohne durchschlagenden Erfolg. Die Mehlschwalbe mag es anscheinend am liebsten, in luftiger Höhe und außen am Mauerwerk ihr Nest zu bauen. Die NABU-Gruppe Flieden hat deshalb in dieser „Schwalbensaison“ erneut dazu aufgerufen, (Mehl-) Schwalbenvorkommen zu melden und die Resonanz darauf ist, spätestens seit der ersten Auszeichnung „Schwalbenfreundliches Haus“ im Juli diesen Jahres, beim NABU Flieden positiv.
Beispielhaft sei hier die erste Auszeichnung von zwei Familien in Flieden vorgestellt, wo eine Familie schon kurz nach dem Einzug in ihr neues Heim den Bau eines Mehlschwalbennestes feststellen konnte, die andere Familie bereits, so auch dieses Jahr, wieder zwölf Bru tpaare Mehlschwalben am Haus beherbergt. Beiden Familien dankt der NABU-Flieden für ihre Bereitschaft, die Mehlschwalbenvorkommen zu unterstützen und die Schwalben danken es „ihren Vermietern“ dadurch, dass sie Insekten wegfuttern, die ansonsten zur Plage für die Bewohner des Hause werden können. „Natürlicheren Insektenschutz gibt es nicht“, findet der NABU-Vorsitzende. Diese Gefiederten seien laut NABU standorttreu. Sie kommen quasi, nach einem Flug aus afrikanischen Gebieten, wieder an ihr altes Nest zurück und bauen es aus oder neu. In Europa brüten sie, wobei zwei Bruten jährlich fast die Regel sind. Nach dem Abflug Ende September etwa, überwintern sie, weil es dann hier keine Insektennahrung mehr hier gibt, in Afrika.
„Die Auszeichnung ,Schwalbenfreundliches Haus‘, die vom NABU-Bundesverband vergeben wird, aber über jede NABU-Gruppe beantragt werden kann, ist somit eine wichtige Aktion zum Artenschutz, weil wir damit auf diese, vom Rückgang bedrohte, aber seit Jahrzehnten die Sommermonate über bei uns vorkommende Vogelart aufmerksam machen, ohne die wir uns, seien wir ehrlich, den Sommer gar nicht vorstellen können“, so Lauer.

Mehlschwalbe

Die Mehlschwalbe (Delichon urbica)  zählt zu den bekanntesten Vogelarten in Städten und Dörfern. Schon bei ihrer Wahl zum Vogel des Jahres 1974 wurde ihre Schutzbedürftigkeit erkannt. Sie ist ein Singvogel. Ihre nächsten Verwandten sind Uferschwalbe, Felsenschwalbe, Rauchschwalbe und Rötelschwalbe. Verglichen mit der Rauchschwalbe ist die Mehlschwalbe kleiner und wirkt gedrungener. Flügel und Schnabel sind kürzer. Der Schwanz ist relativ kurz, aber deutlich gegabelt, das Gefieder auf der Oberseite metallisch blau-schwarz, der Bürzel auffällig weiß.     Quelle:NABU

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