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Die Sozialpädagogen Nabil Alilou und Sabine Massel stehen Thaer Rajoub und Rami Hazema für Antworten, Rat und Unterstützung zur Seite. Foto: Julia Hess

Hilfe zur Selbsthilfe

am 05.07.2019

Kreis Fulda hat Anlaufstellen für geflüchtete Menschen eingerichtet

KREIS (jh). Sie veranstalten Grillabende, fahren am Wochenende auf die Wasserkuppe und besuchen regelmäßig die Gute Stube in Gersfeld: Rami Hazema und Thaer Rajoub, zwei Männer aus Syrien, fühlen sich in der Rhön richtig wohl – und aufgenommen.

2015/2016 war der Höhepunkt der Flüchtlingskrise. Zu diesem Zeitpunkt gab es 56 Gemeinschaftsunterkünfte mit etwa 2.800 Bewohnern im Landkreis Fulda. Viele der Menschen mit Fluchthintergrund leben inzwischen nicht mehr in Gemeinschaftsunterkünften. Sie sind eigenständig, haben das Bleiberecht erhalten. Für geflüchtete Menschen, die in einer eigenen Wohnung leben, hat der Landkreis Anlaufstellen eingerichtet – für Hilfe in Krisensituationen, bei Anträgen und alltäglichen Fragen. Mitarbeiter der AWO, des DRK und der Grümel GmbH unterstützen die Menschen bei Fragen zu Bewerbung, Arbeitsplatzsuche oder der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Dabei arbeiten sie eng mit den kommunalen, sozialen Trägern und dem Landkreis Fulda zusammen.

Rami Hazema (33) und Thaer Rajoub (35), sind zwei Männer, die aus Syrien geflüchtet sind, die dieses Angebot bei der Guten Stube in Gersfeld annehmen. 

Rami Hazema lebt seit fast drei Jahren in Deutschland. Er habe sich schnell an das Land, die Menschen und die Kultur gewöhnt. „Das einzige, was mir noch Probleme bereitet, sind die Regeln und Gesetze in Deutschland“, berichtet der 33-Jährige. „Wir haben keinen Überblick, viele Regeln sind von Ort zu Ort anders.“ 

Einer der Gründe, weswegen die Anlaufstellen im Landkreis eingerichtet worden sind, wie Nabil Alilou, Sozialpädagogischer Betreuer (AWO) und Ansprechpartner in Gersfeld, erklärt. „Wir wollen den Geflüchteten nicht nur bei der Integration helfen, sondern auch erklären, worum es geht, warum etwas so ist, denn nur so können die Menschen auch richtig integriert werden“, sagt Alilou (34).

Den Kontakt nach Gersfeld hat Sabine Massel für Rami Hazema hergestellt. Massel (52) ist Sozialpädagogin und im Rahmen des Projektes „Kita-Einstieg“ des Landkreises Fulda beim Familienzentrum Ebersburg tätig. Bei ihr hat Hazema einen Antrag für seine Kinder gestellt.

Der 35-jährige Thaer Rajoub lebt beinahe seit vier Jahren in Deutschland. In Syrien war Thaer Rajoub als Englischlehrer tätig. Dort hat er einen Bachelor-Abschluss erlangt, musste aber wegen des Kriegs sein Master-Studium abbrechen. Aber: „Wenn ich ausreichend Geld und die Chance dazu habe, möchte ich mein Studium wieder aufnehmen“, sagt Rajoub. Deutsch hat er bereits als Nebensprache während seines Studiums gelernt. Das Niveau seiner Sprachkenntnisse beträgt C1, es bestätigt ein weit fortgeschrittenes Sprachniveau. Damit kann sich Rajoub um eine dauerhafte Niederlassungserlaubnis bewerben.

„Deswegen bin ich so froh, eine solche Anlaufstelle in meiner Nähe zu wissen“, so der 35-Jährige. „Wir bekommen Hilfe beim Papierkram und außerdem die passenden Erklärungen, um zu verstehen, was wir da ausfüllen.“ Zudem sei eine Einrichtung wie die „Gute Stube“ in Gersfeld eine hervorragende Möglichkeit, andere Menschen kennenzulernen, sind sich die beiden syrischen Männer einig. Sowohl weitere Geflohene als auch Deutsche: Kontakte knüpfen, Sprache lernen, sich integrieren, sich gegenseitig austauschen, diskutieren wie man sich gegenseitig helfen kann – der Zweck und das Ziel.

gersfeld.de/gute-stube.html

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