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Dr. Christian Gebhardt stand Rede und Antwort. Foto: Volker Nies

Fulda nach vorn bringen

Artikel von Von Carolin Hartmann am 05.04.2019

Der neue IHK-Präsident Dr. Christian Gebhardt im Interview

FULDA. Dr. Christian Gebhardt wurde vor ein paar
Tagen zum neuen Präsidenten der Industrie- und Handelskammer (IHK) Fulda gewählt. In seinem ersten Interview nach der Wahl sagt der 59-Jährige, was er bewegen will. Und er verrät das Motto seiner Präsidentschaft.

Wie fühlt es sich  an als Präsident?
Das neue Amt ist für mich Ansporn und Anerkennung zugleich. Ich freue mich, dass die Vollversammlung mir ihr Vertrauen ausgesprochen hat. Daher übernehme ich dieses Ehrenamt mit einem guten Gefühl.

Gibt es eine Leitidee für Ihre  Präsidentschaft?
Mir ist es wichtig, die Bedeutung der Wirtschaft für unsere Gesellschaft stärker im Bewusstsein der Menschen zu verankern. Das Unternehmertum wird bei uns noch viel zu wenig anerkannt. Wir brauchen aber eine starke, funktionierende Wirtschaft. Sie sorgt für sprudelnde Steuereinnahmen, und davon profitiert die gesamte Gesellschaft.

Wo liegen Ihre Schwerpunkte in den nächsten fünf Jahren?
Unsere Arbeitsschwerpunkte werden wir in Kürze gemeinsam mit dem Präsidium und in der Vollversammlung beschließen. Fest steht: Wir möchten die Region weiter nach vorn bringen und sie auch überregional noch bekannter machen. Unser Wirtschaftsstandort bietet attraktive Arbeitsplätze, ein sehr lebenswertes Umfeld und ein hervorragendes Schul- und Ausbildungsangebot. Mit diesen Pfunden müssen wir vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels punkten.  

Was liegt Ihnen am Herzen?
Auf jeden Fall der Bürokratieabbau. Die zahlreichen Aufzeichnungs-, Nachweis- und Dokumentationspflichten sind für Unternehmen eine sehr große Bürde und schnüren ihnen immer stärker die Luft ab. Mein Ziel ist es, die Politik für dieses Thema zu sensibilisieren. Ob Steuer-, Arbeitsrecht oder Arbeitsschutz: Der Gesetzgeber geht immer stärker von einem Fehlverhalten der Unternehmer aus. Diese Misstrauenskultur kann so nicht bleiben.

Was beschäftigt Sie noch?
Drängende Themen sind die Qualifizierung und Digitalisierung vor dem Hintergrund der weltweiten wirtschaftlichen Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die Region. Aktuell beschäftigt uns natürlich der Brexit und seine Folgen sowie die Europawahl am 26. Mai.

Bleiben wir nochmal beim Fachkräftemangel, ein Dauerthema: Gibt es für Sie eine Lösung schlechthin?
Eine einfache Lösung gibt es nicht. Bezahlbares Wohnen, qualifizierte Schul-, Aus- und Weiterbildungen sind in diesem Zusammenhang nur einige wichtige Bausteine. Nicht zuletzt müssen wir uns um die Menschen bemühen, die keine Ausbildung oder den falschen Beruf gewählt haben. Hier gibt es noch Potenzial.

Als IHK-Präsident haben Sie viele repräsentative Pflichten, müssen oft Reden halten. Ist das Ihr Ding?
Ich werde mich auf jeden Fall bemühen. Zu entscheiden, ob mir das gelingt, überlasse ich dem Publikum (lacht).

Sie haben einen Doktortitel. In was?
Ich habe in Betriebswirtschaft promoviert.

Ist es Ihnen wichtig, dass man Sie mit  „Doktor“ anspricht?
Nein, das ist mir nicht sehr wichtig.

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