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Bei der Vorstellung (v. l.): OB Dr. Heiko Wingenfeld, Josef Hoppe (Bürgerschaftliche Initiative), Dr. Gudrun Vögler, Dr. Thomas Heiler (Kulturamtsleiter), Dr. Michael Imhof (Verleger), Richard Hartwig (Sparkasse), Gerhard Möller (Vorsitzender Geschichtsverein). Foto: Stadt Fulda

Sein Wirken war eine tiefe Zäsur

am 13.06.2018

Neuer Band zu Wilhelm Friedrich von Oranien-Nassau erschienen

FULDA (MK). Kaum eine Persönlichkeit hat die moderne Geschichte Fuldas so nachhaltig geprägt wie Wilhelm Friedrich von Oranien-Nassau. Sein Wirken, das zum Teil bis heute im Stadtbild sowie in einigen Institutionen fortlebt, hat Dr. Gudrun Vögler in einem Buch mit dem Titel „Wilhelm Friedrich von Oranien-Nassau. Fürst von Fulda (1802-1806) und König Wilhelm I. der Niederlande (1815-1840)“ erstmals umfangreich beleuchtet. 

Jetzt wurde das Buch, das als 32. Band der städtischen Reihe „Dokumentationen zur Stadtgeschichte“ erschienen ist, im Gewölbekeller der städtischen Musikschule vorgestellt. Der Ort war nicht zufällig gewählt: Während seiner Regentschaft gründete der junge Fürst in den Räumlichkeiten, in denen heute die Musikschule der Stadt Fulda untergebracht ist, das erste Landkrankenhaus.
Die Autorin des Werks, Dr. Gudrun Vögler, unterstrich, dass es unter der Führung des Oraniers in Fulda nach über 1000 Jahren geistlicher Herrschaft erstmals eine säkulare gegeben habe, Wilhelm Friedrich öffnete außerdem die Stadt für den evangelischen Glauben.
„Sein Wirken war eine tiefe, ja sogar wohl die tiefste Zäsur für die Fuldaer Geschichte, an deren Ende sich das alte Hochstift in einen modernen Staat verwandelt hatte“, ist sich die Autorin sicher. Das habe sie auch für den Leser anschaulich vermitteln wollen: „Das Ziel meiner Arbeit war es, ein wissenschaftlich fundiertes Buch zu schreiben, das aber nicht trocken und langweilig für den Leser ist.“ Deshalb sei auch der Erzähltext durch zahlreiche Bilder, Grafiken und Landkarten ergänzt worden.
Der Historikerin und ehemaligen Gymnasiallehrerin ist es durch ihre mehrjährige Recherche auch gelungen, Ursachen dafür herzuleiten, warum der junge Fürst in der napoleonischen Übergangszeit in dem kleinen Territorium Fulda in wenigen Jahren so viel bewegen konnte.
OberbürgermeisterDr. Heiko Wingenfeld lobte die Autorin für ihre Vorgehensweise: „Die Lektüre ist tiefgründig und dennoch so geschrieben, dass es auch für ein breites Publikum zugänglich ist.“ Sein Dank galt allen Unterstützern wie etwa der Sparkasse und dem Klinikum Fulda sowie den „Ermutigern und Initiatoren“ wie Josef Hoppe. Richard Hartwig von der Sparkasse Fulda stellte die Bedeutung des Fürsten – auch für das Bankwesen – heraus.
Dass Wilhelm Friedrich von Oranien-Nassau eine bisher in der breiten Öffentlichkeit eher vernachlässigte historische Persönlichkeit gewesen sei, werde sich mit Vöglers Werk ändern, prognostizierte der Vorsitzende des Geschichtsvereins, Ex-OB Gerhard Möller. Er zeigte sich begeistert vom Inhalt wie von der äußeren Aufmachung des Buches. Michael Imhof von dem gleichnamigen Verlag war stolz auf das Ergebnis.

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