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Der Entwurf des Büros Schulz spielt mit den Perspektiven des „freien Schussfelds“, das historisch vor der Stadtmauer herrschte. Animation: Büro Schulz, Kassel

„Freies Schussfeld“ vor der Stadtmauer

am 27.11.2018

Neugestaltung der Freifläche vor der mittelalterlichen Stadtmauer in der Dalbergstraße

FULDA (rem). Noch etwas trist erscheint derzeit die Freifläche an der Dalbergstraße zwischen Florengasse und Gutenbergstraße. Aber bereits seit dem Sommer läuft dort die Sanierung der historischen Stadtmauer – im Frühjahr nächsten Jahres soll dann die Neugestaltung der Freifläche folgen.

Für die Neugestaltung des Areals hatte sich die Stadt Fulda mehrere Ideen von Landschaftsarchitekten präsentieren lassen. Hierbei war der Anspruch an die Entwürfe, eine harmonische Verbindung von Aufenthaltsqualität und Informationen zur Geschichte für Bürgerinnen und Bürger zu schaffen. Einstimmig als Sieger ging dabei die Planungsidee „Glacis“ des Büros Schulz aus Kassel hervor. Die Arbeit konnte durch ihre gestalterische Klarheit, den sehr guten Umgang mit den historischen Relikten von Stadtmauer, Turmfundament sowie Stadtgraben und dem geplanten hohen Grünflächenanteil auf der Fläche punkten. In der Idee enthalten sind die Sanierungen der mittelalterlichen Stadtmauer und der wiedergefundenen Fundamente des Wehrturms als historische Dokumente. Auch der Name des Entwurfs ist keineswegs zufällig ausgewählt worden: die Fläche vor der Stadtmauer bleibt in der Planungsidee, wie in der Historie, ein „freies Schussfeld“ (auch als „Glacis“ bekannt).
Der nur noch in seinen Fundamenten und wenigen Steinschichten erhaltene Turm soll durch Stahlstelen künstlich aufgebaut und so in seiner Dimension sichtbar gemacht werden. Hierdurch wird die Idee der ehemals freien Schussbahn noch verstärkt. Die drei Bäume vor der Stadtmauer werden erhalten und „wehrhaft“ durch eine Stützmauer in Szene gesetzt.
Auf der anderen Seite rahmt eine Fußmauer ein neues „Baumbeet“ mit weiteren Bestandsbäumen. Dahinter dient die hohe Lehne einer modernen Holzbank als „Schutz“ vor der stark befahrenen Dalbergstraße. Dort können Besucher, mit Blick auf die Stadtmauer und den Wehrturm, im Schatten oder in der Sonne verweilen.
Auf eine natürliche und authentische Gestaltung achtete das Büro auch bei der Wahl der Materialien und Bepflanzung: Die neuen Mauern werden in einem Klamottenmauerwerk aus Naturstein ausgebildet. Der Platz – der ehemalige Graben – wird in einer Mischung aus Kieselpflaster und Kalksteinplatten befestigt. Das Baumbeet soll eine niedrige Unterpflanzung mit Efeu, einzelnen Gräsern, Solitärstauden und Frühjahrszwiebeln bekommen – ganz im Stil einer naturnah gestalteten Vegetation.