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Klare Regeln bei der Programmauswahl ersparen Stress und Streit in der Familie

am 11.01.2019

Dauerthema Kinder und Fernsehen / Altersangeben können hilfreich sein / Über Helden sprechen

FULDA (red/was). Vor allem in der kalten Winterzeit machen es sich Familien gerne in der Wohnung gemütlich – oft auch vor dem Fernseher. Eltern stellen sich dann vielleicht die Frage, welche Filme oder Sendungen für ihre Kinder geeignet sind beziehungsweise welche sie überfordern, verunsichern oder ängstigen. Lena Grosch, Studierende der Sozialen Arbeit im Praxissemester an der Beratungsstelle des Landkreises Fulda für Eltern, Kinder und Jugendliche, hat sich mit dem Thema Kinder und Fernsehen beschäftigt.

Laut Aussage der angehenden Diplom-Sozialpädagogin könnten Eltern auf unterschiedliche Empfehlungen zurückgreifen, um zu entscheiden, welche Filme und Serien für welche Altersgruppe geeignet seien. Die Altersfreigaben der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft seien rechtlich bindend und könnten unter www.fsk.de eingesehen werden. Allerdings handele es sich hierbei nicht um pädagogische Empfehlungen. Lena Grosch: „Die Altersfreigaben geben lediglich an, ab welchem Alter die Filme oder Sendungen vermutlich keine negativen Auswirkungen auf die Kinder haben dürften.“

Pädagogische Einschätzungen

Streaming-Dienste wie Amazon Prime und Netflix oder Fernsehzeitschriften kennzeichnen ihre Programmangebote ebenfalls mit Altersangaben. Diese stammen vom Anbieter selbst und werden nicht überprüft. Empfehlenswert hingegen seien die Einschätzungen von pädagogischen Fachinstitutionen, rät die Praktikantin der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche. Diese bewerteten Filme oder Serien danach, inwieweit sie sinnvoll für welches Alter seien und welche Altersgruppe besonders angesprochen werde. Pädagogische Einschätzungen könnten im Internet zum Beispiel auf www.flimmo.tv oder auf www.kinderfilm-welt.de eingesehen werden.

Verhalten beobachten

Trotz vieler Alterseinstufungen lässt sich nicht generell definieren, was Kinder vor dem Bildschirm belastet. Selbst einzelne Szenen in kindgerechten Sendungen können diese überfordern. Daher sollten Eltern auf das Verhalten ihrer Kinder während des Fernsehens achten und gegebenenfalls einschreiten, so Grosch. „Bemerken Sie beispielsweise, dass Ihre Kinder vor dem Fernseher verkrampfen, an den Fingernägeln kauen oder sich die Augen zuhalten, ist es wichtig, sie zu unterstützen und Trost zu spenden. Wägen Sie ab, ob es ausreicht, das gute Ende gemeinsam abzuwarten, oder nur noch Ausschalten und Trösten hilft.“

Mit dem Geschehen auseinandersetzen

Treffen die Helden der Kleinen nicht immer den Geschmack der Eltern, ist es trotzdem ratsam, sich auf diese einzulassen und die kindliche Begeisterung nicht zu unterdrücken. Kinder profitieren davon, wenn sich ihre Eltern aktiv mit den Fernsehsendungen auseinandersetzen. Sie können dann mit den Kindern über ihre Helden sprechen und sie anregen, darüber Bilder zu malen, zu basteln oder sogar Geschichten nachzuspielen. Dies sei eine gute Gelegenheit, um die Fantasie und Neugier der Kinder zu fördern, betont Lena Grosch. „Fragen Sie nach, was Ihre Kinder an Ninjago oder der Eiskönigin so fasziniert und was sie damit verbinden.“

Regeln wachsen mit

Das A und O für die Mediennutzung sind Regeln. Es erspart der gesamten Familie viel Stress, wenn diese bereits sehr frühzeitig aufgestellt werden. Eltern sollten jedoch berücksichtigen, dass ihre Kinder mit zunehmendem Alter reifer und verantwortungsbewusster würden und sie ihnen dementsprechend mehr zutrauen könnten, so Lena Grosch, die abschließend darauf hinweist, dass Regeln nichts Starres seien, sondern flexibel gehandhabt werden sollten. „Setzen Sie sich mit Ihren Kindern zusammen, um Regeln aufzustellen, diese zu begründen und immer wieder neu auszuhandeln.“