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Darstellerinnen der Imagefilme (von links) mit dem Ersten Kreisbeigeordneten Frederik Schmitt: Heike Weber, Lisa West, Nicol Burzlaff, Monika Witzel, Eva-Maria Jell, Christina Weber und Sylvie Armande Tchomtcha Foto: L. Rehnert

Werbung für einen schönen Beruf

am 11.06.2018

Wachsende Nachfrage nach qualifizierten Tagesmüttern und -vätern in Stadt und Kreis

FULDA (lr). Großes Interesse an einem wichtigen Thema: Mehr als 100 (vornehmlich) Frauen kamen zur Premiere zweier Imagefilme, mit denen Stadt und Landkreis Fulda um Tagesmütter und Tagesväter werben. Die beiden Fachdienste Kindertagespflege, unter deren Regie die Filme entstanden sind, hatten zur Vorführung eingeladen.

Aylin Hunold (Kreis) und Falko Jana (Stadt)  freuten sich in ihrer Begrüßung über den proppenvollen Saal: „Man könnte fast meinen, wir brauchen gar keine weiteren Kindertagespflegepersonen. Das Gegenteil ist allerdings der Fall.“ 
Nachfrage gewachsen
Denn die Kindertagespflege ist seit August 2013, als der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren in Kraft trat, neben den Kindertagesstätten eine wichtige Säule der Kindertagesbetreuung geworden – mit einer stark wachsenden Nachfrage.  „609 Kinder – 498 im Landkreis, 111 in der Stadt Fulda – werden aktuell von insgesamt 135 qualifizierten Kindertagespflegepersonen betreut“, sagte Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt, der auch namens der Stadt begrüßte. Er skizzierte die Entwicklung der Kindertagespflege, die in früheren Jahren fast verpönt gewesen sei, bis heute: „Kindertagespflege ist mehr als ehrenamtliches Babysitting. Tagesmütter und -väter sind qualifizierte Betreuungspersonen, die gerade den Kleinsten in häuslicher Umgebung Nähe, Bindung und Bildung ermöglichen.“
Die Qualifizierung durch die Fachdienste und die Kreis-VHS hat in den vergangenen Jahren wesentlich an Fahrt aufgenommen. Seit 2016 wird die Region als eine von 31 Modellkommunen im Bundesprogramm „Weil die Kleinsten große Nähe brauchen“ noch bis Ende 2018 mit fast 600.000 Euro gefördert – dazu kommen Mittel in Höhe von etwa 120.000 Euro von Kreis und Stadt.
Wie diese Qualifizierung abläuft und wie sehr sie den Frauen und Männern hilft, das wird in den Filmen, die Medienpädagoge Felix Rudolph-von Niebelschütz (filmreflex) gedreht hat, deutlich. In insgesamt 300 Unterrichtseinheiten werden künftige Kindertagespflegepersonen optimal für ihre komplexe Aufgabe vorbereitet und qualifiziert. Das dient den Kindern, aber auch den Kindertagespflegepersonen selbst, die dadurch an Professionalität gewinnen und durch Weiterbildungen neue berufliche Perspektive erhalten.
Dabei werden sie von den Fachdiensten von Stadt und Kreis begleitet und unterstützt – und es findet ein wichtiger kollegialer Austausch statt. Nach den ersten 160 Unterrichtseinheiten, die innerhalb eines Dreivierteljahrs absolviert werden, kann die Betreuung starten. Die weiteren Module folgen. „Man steht halt einfach nicht alleine da“, sagt eine Tagesmutter im Film. Sie zeigt, dass sie ihre Aufgabe liebt – so wie alle, die sich als Darstellerinnen in den Dienst gestellt haben, Interessierte zu werben. Ein großes Dankeschön gab es von Edith Jordan, die den  Fachdienst Jugend, Familie, Sport, Ehrenamt des Landkreises leitet. Sie lobte die gut funktionierende Kooperation aller und die enge Zusammenarbeit in der Region.
In Stadt und Kreis Fulda befinden sich aktuell 80 bereits tätige Kindertagespflegepersonen in der zweiten Qualifizierungsphase. Im Zuge des Bundesprogramms haben sich 35 Personen qualifiziert beziehungsweise sind noch dabei.