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In Hofbieber startete vor 17 Jahren das kreisweite Programm zur modernen und barrierefreien Umgestaltung der knapp 800 Haltestellen im Landkreis Fulda. Foto: E. Plappert

Nummer 20 – „Mutter“ aller Buslinien im Kreis

am 12.02.2018

Von Fulda nach Tann im Stundentakt / Preissenkung Fulda – Hofbieber macht Busfahren attraktiver

FULDA/HOFBIEBER (nmo). Fulda – Tann, die Strecke ist seit 2004 eine Konstante im Busliniennetz des Landkreises. Gleichzeitig diente sie immer wieder auch als Versuchsstrecke für wegweisende Neuerungen im regionalen ÖPNV. So beweist die Linie 20 seit zwei Jahren eindrucksvoll, dass sich durch günstigere Tickets tatsächlich mehr Menschen vom Busfahren überzeugen lassen.

Wer bis 2015 mit dem Bus von Hofbieber zum Arzt, ins Museum oder zum Shoppen nach Fulda wollte, musste für eine Tageskarte der Linie 20 satte 9,10 Euro für die Hin- und Rückfahrt berappen. Für viele war das offenbar ein Grund, das Busangebot zu ignorieren. Seit 2015 ist das anders: Der Lokalen Nahverkehrsgesellschaft Fulda (LNG) ist es gelungen, gegenüber dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) eine Preissenkung für die Strecke Fulda – Hofbieber und in die Ortsteile Langenbieber und Allmus durchzusetzen. Fahrgäste zahlen seitdem nicht mehr den Preis der Preisstufe 4, sondern nur die rund ein Drittel günstigere Preisstufe 3. Die Tageskarte kostet jetzt nur noch 6,25 Euro, was das Busfahren offensichtlich für viele wieder attraktiv macht. Unabhängig vom Schülerverkehr sind seit der Umstellung die Fahrgastzahlen auf allen Linien zwischen Fulda und Hofbieber deutlich gestiegen. „Wir haben mit durchschnittlich 50 Fahrgästen pro Tag jetzt nahezu doppelt so viele Fahrgäste auf der Strecke wie früher“, freut sich Daniel Vollmann, Verkehrsplaner bei der LNG. 
Die heutige Linie 20, die unter anderem auch Margretenhaun, Niederbieber und Langenbieber sowie Schwarzbach, Gotthards und Lahrbach bedient und Theobaldshof als Endhaltepunkt hat, ist aus der ehemals vom Bahnbusunternehmen RKH (Regionalverkehr Kurhessen GmbH) betriebenen Linie 5030 hervorgegangen. Bis zur Jahrtausendwende verkehrte diese nur an Schultagen. In Abstimmung mit der RKH weitete die LNG den Verkehr auf der Linie schließlich auch auf Ferientage aus und führte einen Taktverkehr ein – die eigentliche Geburtsstunde der Linie 20. „Die Linie 20 und deren Bahnbusvorgänger könnte man als Keimzelle unseres Liniengefüges, wie man es heute kennt, bezeichnen“, erklärt Vollmann. Auf eben dieser Linie wurde in Hofbieber auch ein groß angelegter Haltestellenausbau im Landkreis begonnen. „Von 2001 bis 2013 haben wir insgesamt knapp über 800 Haltestellen in die Neuzeit geholt und barrierefrei ausgebaut“, sagt der Verkehrsplaner.
Seit 2004 fährt der 20er Bus wochentags im Stundentakt von Fulda nach Tann. In Kombination mit den Linien 21 und 22 kommt man sogar im Halbstundentakt von Fulda nach Hofbieber. Bis auf kleine Änderungen entspricht der heutige Fahrplan auf der Linie 20 zwischen Tann und Fulda noch dem aus dem Jahr 2005. „Auch bei der kommenden Netzumstellung Ende 2019 wird es keine wesentlichen Änderungen geben“, bekräftigt Vollmann. 

Links und rechts der Strecke

„Preislich attraktiv ist das Busfahren vor allem für Familien oder Gruppen bis fünf Personen, aber schon für zwei Personen lohnt sich eine Gruppentageskarte“, erklärt der LNG-Mitarbeiter. Für 16,60 Euro fahren fünf Personen vom ZOB am Hauptbahnhof Fulda beispielsweise nach Tann – und wieder zurück.
Gerade für jüngere Kinder ist der Ausflug mit dem Bus ein kleines Erlebnis, vor allem wenn unterwegs Halt bei spannenden Zielen gemacht wird. Die Eisdiele oder der Barfußpfad mit der Kneippanlage in Hofbieber sind gut auch ohne Auto erreichbar. Danach geht es mit dem Bus weiter Richtung Tann. Im Ortsteil Wendershausen sorgt die Indoor-Spielanlage „Rhönräuberpark“ auf 3500 Quadratmetern beim Nachwuchs für Auslauf – während die Eltern entspannt Kaffee trinken können. Wem der Sinn mehr nach Fortbildung in Sachen Heimat- und Naturkunde steht, dem ist ein Besuch im Tanner Museumsdorf und im Naturmuseum ans Herz zu legen. Letzteres ist der Fauna und Flora des Biosphärenreservats Rhön gewidmet und hinterlässt dank zahlreicher präparierter Tiere und naturgetreuer Landschaftsmodelle bleibende Erinnerungen. Zum krönenden Abschluss eines gelungenen Familienausflugs gehört sicherlich auch noch ein Stärkungs-Stopp in der Pizzeria oder einem zünftigen Wirtshaus. Die Zeit muss man aber schon ein wenig im Auge behalten, denn der letzte Bus von Tann nach Fulda fährt um kurz nach 18 Uhr.

Info

Der Fahrplan  der Linie 20 ist unter www.lng-fulda.de abrufbar, Preisauskunft unter www.rmv.de.  
Fakten zum Liniennetz
Kürzeste Linie: Nr. 61 Bad Salzschlirf – Müs – Großenlüder (~10 km)
Längste Linie: Nr. 90 (RhönRadBus) Gersfeld – Hilders – Milseburgradweg – Fulda (60 km)
Jüngste Linie: Nr. 37 (Rufbus) Poppenhausen – Gersfeld – Wasserkuppe (seit 2011)
Fahrgaststärkste Linie: Nr. 30 Ehrenberg – Hilders – Dipperz – Fulda
Übrigens: Die Linie Nr. 35 fährt von Fulda aus drei- bis viermal täglich bis zur Wasserkuppe. In Kombination mit der Rhönbahn und einem Umstieg in die Linie 37 kommt man sogar stündlich autofrei auf Hessens höchsten Berg. 

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