Fulda | Projektleiterin Clara Reinisch will Kammermusik populärer machen

Konzerte an ungewöhnlichen Orten

Mit dem „FuldaFestival“ startet im September eine Konzertreihe, die es sich zur Aufgabe macht, Kammermusik an ungewöhnlichen Orten anzubieten, um Interessenten einen neuen Zugang zu ermöglichen.
Der Vorverkauf hat gestern begonnen. Wir haben mit der Projektleiterin Clara Reinisch gesprochen.

Was war der ursprüngliche Gedanke für das Festival?
Über die Zeit als Musikerin lernte ich viele Menschen kennen. Musiker, mit denen ich immer was machen wollte. Doch dann findet man nie die Gelegenheit dazu. Irgendwann dachte ich mir: Vielleicht muss man diese Gelegenheit einfach schaffen! Und wo, wenn nicht in Fulda? Ich bin hier aufgewachsen, hier leben tolle Menschen, die ich kenne, die in der Kultur aktiv sind und mit denen wir jetzt das Festival auf die Beine stellen. Auch will ich etwas Neues machen, um vor allem Musik zu den Menschen zu bringen. Wir wollen an neue Orte gehen, mit sozialen Partnern arbeiten; mit Schulen, mit Altenheimen, auch mit antonius und Inklusionsnetzwerken … und eben die Musik und das Menschliche in der Musik in den Vordergrund stellen.

Ist es das erste Festival dieser Art, oder wird es weitere geben?
Es ist tatsächlich geplant, das Festival in einem jährlichen Takt zu organisieren, immer in Fulda und immer im September. Wir werden vielleicht mal das eine oder andere Konzert in der Rhön veranstalten.

Springen Sie in diesem Jahr ins kalte Wasser?
Wir hatten im Mai unsere erste Teaser-Veranstaltung, vier Hauskonzerte an einem Tag. Das hat eine so tolle Resonanz hervorgerufen! Insofern denke ich, dass es uns gelingen wird, ein wiederkehrender Impuls in Fulda zu werden. Dank der Unterstützung der Stadt Fulda haben wir beste Voraussetzungen, hier Fuß fassen zu können für die nächsten Jahre.

Ist die Vorstellung, dass klassische Musik etwas für die ältere Generation ist, die ruhig auf den Stühlen sitzt und zuhört, aufgebrochen?
Es geht ja nicht darum, alles neu zu machen, sondern es geht darum, alle Interessenten mitzunehmen. Das ist die Aufgabe, vor der wir momentan alle stehen: beides zusammenzubringen. Ich will in Fulda erreichen, dass diese beiden verschiedenen Welten – junge neue Ideen und Formate im herkömmlichen oder „klassischen“ Sinn – sich vernetzen. Dann nämlich kommt es zu einem Austausch.

Könnten ins „Karlchen“, vielleicht Gäste kommen, die beim Schlosstheater noch Schwellenangst haben würden?
Absolut. Das ist auch eines unserer Kernmerkmale, dass wir eher ungewöhnliche und klassikfremde Orte als Konzertorte ausgewählt haben. Musik, die teilweise hunderte Jahre alt ist, hat nämlich überall ihren Platz und kann Menschen bewegen, egal, wo sie gespielt wird.

Termine 

Das „FuldaFestival“ vom 19. bis 26. September ist eine neue Konzertreihe, in der Musikerinnen und Musiker ungewöhnliche Wege beschreiten, um Kammermusik zu vermitteln. Spielorte sind: Karl – U1 und Karlchen vom Dach (Rabanusstraße), die Severikirche, die Stadtpfarrkirche und das „L 14 + zwo“, das an der Löherstraße 16 entsteht. Das Festival wird gefördert von der Stadt Fulda und der Sparkasse Fulda sowie mehreren Partnern.

Ausgewählte Termine:
19. September, 11.55 Uhr, Stadtpfarrkirche: „5 vor 12“. Streichquartett (Eintritt frei).
19. September, 18 Uhr, Karl – U1: Ein Abend mit dem rumänisch-türkische Pianisten paar Aurelia Vişovan und Can Çakmur (kostenpflichtig).
23. September, 18.30 Uhr, Karl – Karlchen vom Dach. Sunset Sounds. Streichmusik über den Dächern von Fulda (Eintritt frei).
24. September, 19 Uhr, Karl – U1: ’86 Colours (kostenpfl.).
25. September, 21 Uhr, Severikirche: Late Night Performance mit Schülerinnen und Schülern des Fuldaer Domgymnasiums (Eintritt frei).
Alle Infos zu Programm und Tickets gibt es online.
www.fuldafestival.de.