feed_ipster | Werberger Stube zeigt Erinnerungsstücke aus einstiger Heimat

Kellertür öffnet sich für Kultur

Für die Veranstaltung „1 Stunde Kultur“ öffnet sich am heutigen Samstag, 26. September, in Kothen die alte Kellertür zum kleinen Heimatmuseum Werberger Stube im Kindergarten, wo seit fast 40 Jahren Erinnerungsstücke vieler ehemaliger Werberger ausgestellt sind.

Schon 1973, als die letzten Mauern in Werberg gesprengt worden waren, wurde der Wunsch geäußert, auch außerhalb der Truppenübungsplatz-Grenzen die Erinnerung an die einstige Heimat zu pflegen. Ernst Zimmermann, damaliger Vorsitzender der „Interessengemeinschaft ehemalige Werberger“, hatte selbst, wie er in „Alte Heimat Werberg“ schrieb, jahrelang „alle noch erreichbaren Relikte von heimatkundlichem oder kulturhistorischem Wert“ ausfindig gemacht und zusammengetragen. Man plante, sie in den drei Kellerräumen des ehemaligen Kothener Schulhauses ausstellen zu können. Finanzielle Unterstützung durch den Bezirk Unterfranken, dem Kulturausschuss des Landkreises Bad Kissingen und der Gemeinde Motten halfen bei der Verwirklichung. Mit viel Eigeninitiative wurden die Räume für die „museale Erinnerungsstätte“ hergerichtet.
Gleich im ersten Raum sind der Grundstein der Kirche, das Turmkreuz, eine Glocke und das Taufbecken aufgestellt. Anschließend kann in der eigentlichen „Werberger Stube“ das damalige Leben einer Werberger Familie nachempfunden werden. Im dritten Raum wurden die landwirtschaftlichen Geräte untergebracht – manche kennt man heute kaum noch, wie die Klöspresse, den Heidelbeerkamm oder die Rübenmühle. 1987 wurde das kleine Museum eingeweiht, 2018 renoviert, umgestaltet und erweitert. Zusätzlich zu den drei bestehenden Räumen kam ein vierter Raum hinzu, der die Werberger Geschichte ab der Wiederbesiedlung thematisiert. Weitere Schautafeln bringen dem Besucher die jahrhundertelange Historie von Werberg nahe.
Das Werberger Treffen stellt für viele ehemalige Werberger die einzige Gelegenheit dar, ihre alte Heimat wieder zu sehen. 1938 erfolgte die erste Absiedlung, da der Truppenübungsplatz „Hohe Rhön“ errichtet wurde. Im Zuge dessen Erweiterung mussten die nach dem Zweiten Weltkrieg in Werberg angesiedelten Heimatvertriebenen 1966 auch das Dorf verlassen.
Da es beim eigentlichen Werberger Treffen im Juli nicht möglich gewesen war, auch bei der Werberger Stube präsent zu sein, dies wird nun nachgeholt. Am heutigen Samstag, 26. September, können Interessierte ab 14 Uhr die Räumlichkeiten besichtigen. Es werden alte Filme aus und über Werberg gezeigt, die Zerstörung der letzten Gebäude, aber auch die Anfänge der Erinnerungskultur beim ersten Werberger Treffen neben den Überresten der gesprengten Kirche.

Info

Für „1 Stunde Kultur“ öffnet die Werberger Stube am heutigen Samstag, 26. September, ab 14 Uhr ihre Tür: Kirchgasse 1 in Kothen, der Eintritt ist frei, für Verpflegung ist gesorgt. Weitere Infos unter: kultur-kg.de/eine_stunde_kultur/werberger-stube/