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Zahlen, Daten, Fakten von Experten: Bei der Pressekonferenz im Klinikum wurde der Krankenstand in Hessen unter die Lupe genommen. Foto: Carolin Hartmann

Alkohol treibt Krankenstand hoch

am 13.09.2019

Gesundheitsreport 2019: Rauchen, Trinken oder Zocken an der Konsole schränken Arbeitsfähigkeit ein

REGION (cle). Für viele gehört es zu einem gelungenem Feierabend einfach dazu: ein Bierchen. Andere wiederum entspannen beim Zocken von Computerspielen, und Rauchern sind die Zigarettenpausen an der Arbeit heilig. Zunächst kein großes Problem, doch diese Laster können Auswirkungen haben.

Um gravierende Probleme durch Alkohol, Zigaretten und „Gaming“ bei Erwerbstätigen und deren Auswirkungen auf den Berufsalltag und den Krankenstand ging es schwerpunktmäßig bei der Pressekonferenz am Klinikum Fulda zum Gesundheitsreport mit den Experten Christian Beser, Chef der DAK-Gesundheit Fulda, Dr. Thomas Menzel vom Vorstand des Klinikums Fulda und Dr. Carl Christoph Schultz, Direktor der Klinik Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum Fulda.
Laut des Gesundheitsreports der Krankenkasse DAK führt Alkohol- und Tabakkonsum viel häufiger als gedacht zu Fehltagen am Arbeitsplatz, erläuterte Christian Beser. So haben Arbeitnehmer mit Hinweisen auf eine so genannte Substanzstörung deutlich mehr Fehltage im Job als ihre Kollegen ohne auffällige Probleme. Ein Großteil der Krankmeldungen sei auf Alkohol zurückzuführen (75 Prozent).
„10,3 Prozent der Arbeitnehmer zeigen einen riskanten Alkoholkonsum“, so Beser. Als riskante Trinker gelten Männer, die beispielsweise täglich mehr als zwei 0,3 Liter-Gläser Bier trinken, bei Frauen liegt die Grenze schon bei einem Glas. Besonders junge Menschen trinken zu viel: 3,2 Prozent zwischen 18 und 29 Jahren. „Bei Menschen, die unter 100 Gramm Alkohol pro Woche trinken, verändert sich die Sterblichkeit nicht, aber alles was drüber ist, führt zu einer Erhöhung der Sterblichkeit. Je höher der Konsum, desto höher ist der Verlust an Lebensjahren“, alarmierte Dr. Carl Christoph Schultz.
Grundsätzlich scheinen Suchtprobleme ein verbreitetes Problem zu sein. Laut der Studie sind hunderttausende hessische Beschäftigte davon betroffen. 326.000 Arbeitnehmer zeigen einen riskanten Alkoholkonsum, 336.000 Erwerbstätige sind abhängig von Zigaretten. Rund 290.000 Erwerbstätige zeigen ein riskantes Nutzungsverhalten bei Computerspielen.
Das Alarmierende: Abhängigkeiten wirken sich im Arbeitsalltag negativ aus. Diese Angestellten seien unkonzentriert, zu spät oder gingen früher in den Feierabend. Auch die Sucht nach Nikotin beeinträchtigte die Arbeit: Etwa jeder zweite Raucher greift während der Arbeitszeit – außerhalb der Arbeitspausen – zur Zigarette. Auch das Zocken an der Spielekonsole kann sich auf die Arbeit auswirken und zum Beispiel zu Unkonzentriertheit führen. Rund 60 Prozent der Erwerbstätigen zocken Computerspiele. Bei neun Prozent geht die Studie von einem riskanten Verhalten aus. Wie beim Alkohol ist auch hier der Anteil bei jungen Beschäftigten am höchsten. Jeder elfte Mitarbeiter mit riskantem Spielverhalten gab an, wegen des Spielens abgelenkt bei der Arbeit gewesen zu sein.

App zur Hilfe

Das kostenlose Online-Programm „Vorv!da“ der DAK hilft, den Alkoholkonsum zu reduzieren. Teilnehmen können Erwachsene, die ihren eigenen Alkoholkonsum als problematisch empfinden und deshalb Hilfe suchen. 

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