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„Hey Hirn!: Warum wir ticken, wie wir ticken“ heißt das aktuelle Taschenbuch von Dr. Leon Windscheid, das im vergangenen Jahr im Heyne-Verlag erschienen ist. Zum Wirtschaftstag in Fulda widmet sich der studierte Psychologe unter anderem der Fragestellung, ob uns womöglich eines Tages intelligente Maschinen als Kollegen überholen können. Foto: Daniel Witte

Maschinen werden nie wie Kafka schreiben

am 11.09.2019

Dr. Leon Windscheid verrät beim 26. Fuldaer Wirtschaftstag am 20. September, warum Algorithmen nicht küssen können

FULDA. „Impulse 2019: Mensch und Veränderung“: Unter diesem Motto veranstaltet die Industrie- und Handelskammer Fulda am Freitag, 20. September, den 26. Fuldaer Wirtschaftstag im Hotel Maritim.

An diesem Tag widmen sich Top-Referenten wie Ulrich Wickert – auch bekannt als „Mr. Tagesthemen“ – die Schönstätter Marienschwester Dr. M. Doria Schlickmann oder der Psychologe Dr. Leon Windscheid ganz unterschiedlichen Facetten des Themas. Um den immensen Druck und das angekratzte Selbstwertgefühl in Zeiten der Digitalisierung geht es im Vortrag von Schwester Doria. Die Schönstattschwester, die gerade ein Buch über Pater Josef Kentenich, den Gründer der Schönstatt-Bewegung geschrieben hat, geht der Frage nach, wie jeder Mensch gefördert werden und sein Leben erfüllt leben kann.
Zufriedene, leistungsfähige Menschen sind auch für Unternehmen der größte Erfolgsfaktor. Wie etablierte Unternehmen mit agilem Denken und Handeln neu durchstarten können, zeigt Sven O. Rimmelspacher, Inhaber von Pickert & Partner aus Pfinztal. Der Unternehmer beschreibt seine eigene spannende Reise zum agilen Unternehmen mit Höhen, aber auch Tiefen – ein Praxisbeispiel, das Mut machen will, alte Strukturen zu verlassen und bestehende Arbeitsprozesse grundlegend zu hinterfragen. Es sei sehr wichtig, zu verstehen, wie Menschen und Organisationen funktionieren, sagte der Visionär im Vorfeld der Veranstaltung. Eine der wichtigsten Führungsaufgaben sei es, einen Rahmen zu schaffen, in dem sich die Mitarbeitenden bewegen können. „Ich kann als Unternehmer oder Führungskraft vordenken, aber ich sollte nie fertige Lösungen präsentieren. Viel wirksamer ist es, wenn die Menschen ihren eigenen Weg finden. Dazu müssen wir sie befähigen. Und manchmal ist es einfach wichtig, den Mund zu halten, auch wenn man persönlich anders vorgehen würde.“
Dr. Leon Windscheid nimmt das Publikum mit auf eine Reise durch das menschliche Hirn. Entlang verblüffender Experimente aus Psychologie und Hirnforschung präsentiert der Psychologe, Unternehmer und Speaker Impulse für die Weichenstellung einer digitalen Zukunft in Unternehmen und einen Weg aus dem Hamsterrad im Kopf. „Wir haben eine Welt geschaffen, in der es nur noch um Funktionieren, Selbstoptimierung und Effizienz geht. Ohne es wirklich zu bemerken, kämpfen wir Menschen einen Krieg gegen die intelligenten Maschinen, weil wir panische Angst davor haben, vom Thron der Intelligenz gestoßen zu werden“, so der gebürtige Bergisch-Gladbacher in einem Interview mit dem „IHK-Magazin: Wirtschaft Region Fulda (WRF)“ im Vorfeld des Wirtschaftstages.
Maschinen werden seiner Ansicht nach „niemals dumm sein“, weil man Dummheit nun einmal nicht programmieren könne. „Ein Algorithmus wird niemals den Wunsch verspüren, zu küssen. Denn Küssen sei irrational. „Maschinen malen nicht über die Linien im Malbuch oder buchstabieren Wörter falsch, wie es dumme Kinder machen. „Aber das ist auch der Grund, warum Maschinen niemals so irrational perfekt malen werden wie Picasso oder so brillant schreiben wie Kafka.“
Neue Wege im Pesonalrecruiting stellt Ulrike Winzer vor. Die Expertin für Mitarbeitergewinnung und Karriere zeigt anhand zahlreicher praktischer Beispiele auf, wie gerade auch kleine und mittelständische Unternehmen sich als attraktiver Arbeitgeber präsentieren können – durch Querdenken und Einfallsreichtum. Seit Juni 2019 gehört sie zu den vom manager magazin frisch ausgezeichneten „Top 11 Coaches“ in Deutschland. „Digitalisierung, Disruption, demografischer Wandel und der damit verbundene Fachkräftemangel führen zu tiefgreifenden Veränderungen in der Arbeitswelt. Die richtigen Menschen zu finden und zu binden ist der Schlüsselfaktor für Erfolg, Wachstum, vielleicht sogar für die Existenz eines Unternehmens“, erklärte sie im Gespräch mit der IHK Fulda. Vielen Betrieben sei gar nicht bewusst, wie attraktiv sie schon sind. Um Dinge zu ändern, seien „Innovation, Mut und Entschlossenheit“ gefragt. Kreativ werden, etwas Neues ausprobieren, einfach ein bisschen spinnen, mal quer, aber auch einfach denken und handeln, helfe bei Veränderungen.
Und Ulrich Wickert? Er sieht sich, wie er im Interview mit der IHK Fulda verriet, als Anhänger der Aufklärung. „Und ich bin der Meinung, Aufklärung ist das höchste Ziel, das ein Journalist anstreben sollte. Also versuche ich, Inhalte zu vermitteln, die es den Zuhörern ermöglichen, mittels Vernunft zu einer eigenen Meinung zu kommen – in diesem Fall über Deutschlands Zukunft.“
„Wie in den vergangenen Jahren bieten wir Unternehmern und Führungskräften der Region wieder die Möglichkeit, bundesweit gefragte Top-Referenten direkt vor ihrer Haustür live zu erleben“, betont unterdessen Stefan Schunck. Der Hauptgeschäftsführer der IHK Fulda ist überzeugt: „Wenn Unternehmer nur einen einzigen Impuls aus der Fülle der Anregungen erfolgreich umsetzen, hat sich die Investition in die Veranstaltung bereits gelohnt.“

Ideen- und Netzwerkbörse

Das regionale Wirtschaftsforum in Fulda ist nicht nur Ideen-, sondern auch Netzwerkbörse. In den Kaffeepausen, beim gemeinsamen Mittagessen und beim zwanglosen Get-together werden wichtige Kontakte geknüpft beziehungsweise aufgefrischt. Und auch das eine oder andere Geschäft wurde auf dem Fuldaer Wirtschaftstag angebahnt. Mit rund 400 Teilnehmern ist die Veranstaltung in den vergangenen Jahren an ihre räumlichen Grenzen gestoßen. „Das anhaltende Interesse ist für uns Bestätigung und Herausforderung zugleich“, dankt Dr. Christian Gebhardt allen Besuchern, von denen viele dem Wirtschaftstag seit Jahren die Treue halten. „Ich freue mich schon heute auf den Austausch und spannende Begegnungen mit den Teilnehmern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft“, so der IHK-Präsident.
Anmeldungen sind unter www.ihk-fulda.de möglich.

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