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„Mir liegt das Wohl der Tiere am Herzen“, sagt die Landwirtin Bettina Bockmühl. Fotos: Julia Hess

„Uns geht es gut, wenn es den Tieren gut geht“

am 30.08.2019

REGIOFarm (3. Teil): Tierwohl in der Schweinemast / Zu Besuch bei Familie Bockmühl in Bronnzell

FULDA (jh). Getreide vom eigenen Acker, alles frei von Gentechnik. Viel Freiraum in den Ställen und Tageslicht. Die Ferkel kommen von einem bestimmten Züchter, geschlachtet wird beim bekannten Schlachthof in der Nähe. Beim landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Bockmühl werden Nachhaltigkeit, Regionalität und Tierwohl großgeschrieben.

Bettina Bockmühl (51) und ihr Mann Hermann (53) machen ihren Job mit Herz und Leidenschaft und das seit mehr als 25 Jahren. „Wir sind ein Familienbetrieb, wir haben den Hof von Hermanns Eltern übernommen, unsere drei Söhne packen immer mit an“, berichtet Bettina Bockmühl. Der Betrieb der Familie ist ein sogenannter Veredlungsbetrieb. „Wir bauen selbst Gerste und Triticale an, Hafer, Erbsen, Raps und Sommergerste“, erklärt Bettina Bockmühl. „Und genau damit füttern wir unsere Schweine.“ Jede Mahlzeit ist auf jede Altersklasse genau abgestimmt – ausgewogenes Mineralfutter, Rapsschrot, Eiweiß und Ballaststoffe. Jeden Morgen gibt es außerdem Heu: „Das ist ballaststoffreich, unterstützt die Verdauung und der Wühleffekt der Tiere wird unterstützt“, erklärt der 21-jährige Sohn Konstantin, der später mal den Hof übernehmen will.
„Wir nehmen an mehreren Programmen teil. Zum einen ist unser Hof QS-zertifiziert. Außerdem liefern wir seit rund 25 Jahren Fleisch für die Tegut-Eigenmarkte LandPrimus. Zudem sind wir seit 2015 Teil der Initiative Tierwohl“, so die 51-Jährige. Weitere Auflagen dieser Programme sind unter anderem ein tierärztlicher Betreuungsvertrag, veränderbares Spielzeug in den Ställen zur Beschäftigung der Tiere, bestimmte Wassertränken und 20 Prozent mehr Platz für die Tiere. Um Letzteres zu erfüllen, hat die Familie angebaut. „Wir haben also mehr Platz für die gleiche Anzahl an Tieren. Aber wir sind glücklich mit diesem System. Uns geht es gut, wenn es den Tieren gut geht“, betont Bockmühl.
Die Ferkel kommen zur Familie, wenn sie zwischen sechs und acht Wochen alt und zwischen 28 und 30 Kilogramm schwer sind. Sie sind eine gezielte Kreuzung: Duroc-Eber mit dänischer Hybrid-Sau. „Die Tiere verlassen uns, wenn sie zwischen drei und vier Monaten alt sind, bis sie rund 117 Kilogramm wiegen und damit schwer genug zum Schlachten sind“, sagt Bockmühl. Die Familie fährt die Tiere selbst zum Schlachthof nach Fulda. Dort hat die Familie die Möglichkeit, sich die Tiere nach dem Schlachten noch mal genauer anzuschauen. „Besonders wie die Lunge der Tiere aussieht ist uns wichtig, das sagt viel über deren Gesundheit und damit über die Haltung aus“, erklärt die Landwirtin.
Viele Kontrollen muss der Hof überstehen, um sich weiter zu zertifizieren – 2018 waren es mehr als 15. Jährlich wird das Wasser und die Lüftung im Stall gecheckt. „Das kostet viel Zeit und oft sind die Kontrollen nicht mal angekündigt“, berichtet die 51-jährige Diplom-Biologin, die selbst nur selten Fleisch esse. Aber die Kontrollen nehmen die Familie eben in Kauf, sonst würde sie keine finanziellen Zulagen bekommen. Wobei nicht das Geld allein wichtig sei. „Die Tiere liegen uns am Herzen. Als Verantwortlicher sollte man mal nicht auf das Geld achten und nicht den wirtschaftlichen Erfolg in den Vordergrund stellen. Sondern da muss man sich fragen, was man besser für das Wohl der Tiere machen kann.“

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