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Blick in den 140 Meter langen, lichtdurchfluteten Stall. Luft, Licht und Platz machen den Stall zur Wellness-Zone. Foto: Mirko Luis

Luft, Licht und viel Platz für glückliche Kühe

am 30.08.2019

REGIOFarm (2. Teil): Kulturwandel in heimischen Kuhställen / Besuch von Familie Klüber in Hofbieber-Langenbieber

HOFBIEBER/LANGENBIEBER (mlu). Viel frische Luft,  ein sauberer und heller Stall und  leidenschaftliche Landwirte, für die das Wohl ihrer Tiere Herzenssache ist – der 5.000 Quadratmeter umfassende Milchviehstall mit Melkkarussell und integrierter Jungviehaufzucht von Familie Klüber in Hofbieber-Langenbieber gehört zu einem der modernsten seiner Art in Osthessen.

Das Wohl der über 200 Kühe, die täglich zweimal am Tag in einem Melkkarussell mit insgesamt 28 Melkplätzen gemolken werden, war für Markus und Judith Klüber eines der Leitmotive der Investition. Der Betrieb der beiden Inhaber bewirtschaftet 135 Hektar und erzeugt darauf das Grundfutter Gras/Mais-Silage, Heu und Getreide als Kraftfutter selbst. Zur Wirtschaftlichkeit am neuen Standort, der nach 18-monatiger Bauphase im August  2018 bezogen worden war, tragen eine angegliederte Fahrsiloanlage  und ein modernes Futterkomponentenlager bei.
Der sechsreihige Stall, der rund 140 Meter lang und 36 Meter breit ist, bietet den Tieren gleich mehrere Wohlfühlfaktoren, freut sich der 47-jährige Betriebsleiter Markus Klüber. Als Vorteile gegenüber dem Stall mit 100 Kühen, den der Familienbetrieb zuvor bewirtschaftete, nennt Klüber breitere Laufgänge, breitere Liegebuchten und eine größere Fressfläche. Der Futtertisch ist mittig im Stall angeordnet, die Liegeboxen sind als Tiefboxen mit Einstreu ausgelegt.
Zur Wellness im luftigen Kuhstall tragen neben optimierter Lüftung unter anderem auch Massagebürsten bei – elektrische Kratzbürsten, an denen sich die Kühe Kopf und Rücken massieren lassen können. 
Bei den Rinderrassen handelt es sich um „Holstein Schwarzbunt“ und „Holstein Rotbunt“. Die Klauenpflege findet regelmäßig statt,  und das Futter ist perfekt auf die Bedürfnisse der Kühe abgestimmt. „Es ist wichtig, dass sich die Kühe wohlfühlen, denn nur dann können sie  gesund bleiben und Leistung erbringen“, sagt Markus Klüber. Für einige Rinder und Trockensteher gebe es Weidegang.
Der erhöhte Kuh-Komfort zahlt sich aus. So liegt die Milchleistung pro Kuh bei aktuell 11.000 Litern Milch im Jahr – dieser Stalldurchschnitt bedeutet eine Jahresproduktion von 2,2 Millionen Litern Milch. Abnehmer ist die Hochwald Foods GmbH in Hünfeld.
Seitens der Bevölkerung ist das Interesse am neuen Stall groß. Als sich im vergangenen Jahr de Türen zum Tag der offenen Tür öffneten, informierten sich vor Ort 3.000 Besucher über das Betriebskonzept und die Haltungsbedingungen. Zwischendurch gibt es immer wieder Führungen, zuletzt meldeten sich Feuerwehrleute für eine Visite an.
„Die Kuh von damals würde liebend gern mit der von heute tauschen“, verdeutlicht Matthias Bug, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Fulda-Hünfeld, den Wandel in osthessischen Kuhställen. Die Haltung sei deutlich anspruchsvoller geworden, jedem einzelnen Tier gehe es auch in großen Ställen gut. Jedoch finde derzeit ein anhaltender Strukturwandel in der hiesigen Landwirtschaft statt, da viele kleinere Betriebe aufgeben.
Bei unserem Besuch stellt unser Anzeigenleiter Ingo Wassenhoven sein Melk-Talent  unter Beweis. „Ich nehme heute sehr viele neue Erfahrungen mit nach Hause und habe viel dazu gelernt. Damit alles klappt, gehört schon etwas Übung dazu – und man muss vor allem Ruhe bewahren“, schildert er seine Eindrücke. Vormelken, Euter abputzen, Maschine anlegen – kein Arbeitsschritt darf vergessen werden.

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