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Sebastian Müller, Bernd Woide und OBCC-Geschäftsführer Walter Lorz. Foto: hst

Landkreis in der Hosentasche

am 26.06.2019

Neue App bringt den Bürgern das Landratsamt näher

FULDA (hst). Es waren die Schlüsselbegriffe „bundesweit“ und „einzigartig“ die bei vielen Journalisten die Neugier geweckt hatten. Und so waren sie am Montag überpünktlich und zahlreich ins Sitzungszimmer des Landratsamtes geströmt.

Doch worum ging es? Darum, dass die Bürger des Landkreises Fulda stets pünktlich ihre Mülltonne rausstellen – ist ein Teil der Antwort. Helfen soll den Fuldaern dabei, wie bei vielen anderen Dienstleistungen des Kreises, die „bundesweit einzigartige Fuldaer Landkreis-App“. Diese ist eine Entwicklung, welche die Verwaltung gemeinsam mit der Fuldaer Firma OBCC umgesetzt hat (bei rund 250.000 Euro Kosten).
Dabei geht zunächst einmal nicht darum, Stellen in der Verwaltung einzusparen oder „sie eines schönen Tages gar überflüssig zumachen“, wie Landrat Bernd Woide (CDU) auf Marktkorb-Nachfrage betonte. Vielmehr soll die Kommunikation zwischen Mensch und Verwaltung, die Terminvereinbarung und viele andere Dinge demnächst mit Hilfe der neuen digitalen Möglichkeiten schneller, effizienter und bürgerfreundlicher werden. Es sei quasi das Ergebnis des Gedankenganges: „Wie können wir den Wünschen des modernen Kunden entgegenkommen?!“
„Dabei haben wir Statistiken ausgewertet, die aufzeigen, welche Dienstleistungen des Landratsamtes wie oft nachgefragt werden“, erläuterte Sebastian Müller von der Verwaltungsleitung. Diese Erkenntnisse habe man in die App einfließen lassen. Dennoch werde es in Zukunft noch Bedarf für Nachbesserungen geben.
Folgendes bietet die App bereits jetzt: Im Bereich Entsorgung kann man auf seinem Smartphone eine „Müll raus“-Erinnerung für die eigenen Gemeinden oder den Ortsteil einstellen. Wer sich mit einem Nutzer-Konto angemeldet hat, erhält dann Push-Nachrichten, die er je nach Bedarf einstellen kann. Darüber hinaus kann er zweimal jährlich kostenlos für den Sperrmüll anmelden. Landrat Woide schränkte allerdings ein, dass dieses Angebot nur für den Kreis, nicht die Stadt Fulda gelte, da die Stadt ein eigenes Entsorgungs-System hat. Er hoffe aber auf ein zukünftige gemeinsame Lösung. In der Kfz-Zulassung liegt für den App-Nutzer der Vorteil zum einen darin, dass er wichtige Informationen erhält, ohne einen oftmals schwer erreichbaren Mitarbeiter sprechen zu müssen. Zudem kann er über die App einen Termin mit der stark frequentierten Abteilung ausmachen. Der Bürger gibt einen Wunschzeitraum ein und bekommt dann mehre Termine zur Auswahl, von denen er einen bestätigen kann. Außerdem erhält er Auskunft darüber, welche Papiere mitzubringen sind und welche Kosten entstehen.
Eine einfachere Terminvereinbarung ist ebenso im Bereich des Job-Centers von Vorteil. Zudem kann man sich über die App zu den vielfältigen Leistungen und ihren Voraussetzungen – etwa auf dem Gebiet Bildung und Teilhabe – kundig machen. Der Kunde erfährt, welche Unterlagen, Kontoauszüge und Papiere er beim Gespräch mit dem Berater dabei haben sollte. Dabei werde auf den Datenschutz geachtet. Landrat Woide will aber auch möglichen Missbrauch ausschließen. Beispielsweise müsse ein Transferleistungs-Empfänger mindestens einmal im Job-Center erscheinen, um sicherzustellen, dass die richtige Person die finanziellen Leistungen erhält.
Die App sei zweisprachig (deutsch und englisch) angelegt. Weitere Sprachen hat man nicht aufgenommen, weil der hohe Qualitätsstandard in der Beantwortung der Fragen nicht gewährleistet sei.
OBCC-Geschäftsführer Walter Lorz dankte den Verantwortlichen für „die tolle Zusammenarbeit, bei der viele innovativen Ideen umgesetzt werden konnten“. Er verwies auf spannende Weiterentwicklungsmöglichkeiten der App. Sprachsteuerung und die digitale Signatur sei ein großes Thema.

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