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Federführend in Sachen Frauen in der Feuerwehr ist die Wehr Breitenbach, wo es jetzt sechs weibliche Einsatzkräfte gibt. Unser Foto zeigt (von links): Johanna Deberle, Matthias Stoll, Katharina Christ, Maria Dworschak, Tobias Christ, Lorena Stoll. Fotos: Fritz Christ

Frauenpower für Feuerwehren

am 04.06.2019

Unser Mitarbeiter Fritz Christ berichtet über den wachsenden Anteil weiblicher Brandschützer

REGION. Ohne Frauen geht es nicht mehr – oder nur noch eingeschränkt.  Wie in vielen Vereinen und Hilfsorganisationen sind zunehmend auch bei den Feuerwehren neben den Männern auch die Frauen das Kapital für den aktiven Dienst und somit für die Sicherstellung des Brandschutzes auf ehrenamtlicher Basis.

Das Thema Frauen in der Feuerwehr gewinnt daher immer mehr an Bedeutung. Millionen Frauen engagieren sich heute überall in Deutschland in den unterschiedlichsten Aufgabenbereichen ehrenamtlich für die Allgemeinheit. Auch die Feuerwehren sind längst keine Männerdomäne mehr. Und: Die Frauen werden gebraucht. Während die Zahl der männlichen Einsatzkräfte eher rückläufig ist, nimmt die Zahl der aktiven Frauen zu. Laut einer Statistik des Deutschen Feuerwehrverbandes gab es im Jahr 2000 bundesweit rund 1,1 Million männliche Aktive und heute rund 990.000. Im gleichen Zeitraum stieg die Anzahl der weiblichen Aktiven von rund 60.000 auf nunmehr über 90.000. Immer wieder gab es Kampagnen, die für den Dienst in den Feuerwehren warben, beispielsweise „Frauen an den (Brand)-Herd“ oder „Willkommen im Blaulicht-Milieu“. Ähnlich ist die Entwicklung auch im Altkreis Schlüchtern. Derzeit gibt es bei den 42 Feuerwehren des Unterverbandes rund 1160     männliche Aktive und rund 170     weibliche. Bei den 13 Feuerwehren der Stadt Schlüchtern gibt es eine Frauenquote von knapp 10 Prozent. Von den insgesamt 374 Einsatzkräften sind 36 weiblich.
Am Beispiel der Feuerwehr des Schlüchterner Stadtteils Breitenbach mit einer noch viel höheren Frauenquote lässt sich dieser Trend besonders gut verdeutlichen. Dort wechselten vor zwei Jahren auf einen Schlag vier junge Frauen von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung. Dies gab es zuvor noch nie. Schon in der Jugendfeuerwehr gab es einen hohen Anteil an weiblichen Mitgliedern. Bei den in der Jugendfeuerwehr gut ausgebildeten jungen Damen handelt es sich um Katharina Christ, Lorena Stoll, Johanna Deberle und Maria Dworschak. Mit Jutta von Rockenthien und Jaqueline Lamadue sind jüngst zwei weitere Frauen als sogenannte Quereinsteiger hinzugekommen. Die 22-köpfige Einsatzabteilung der Breitenbacher Wehr zählt nunmehr sechs Frauen. Als Beweggründe für ihren freiwilligen und ehrenamtlichen Dienst nennen alle Sechs, dass es ihnen Spaß mache, sich für eine gute Sache zu engagieren. Hilfeleistungsgedanke, Pflichtbewusstsein und soziales Engagement haben bei ihnen einen hohen Stellenwert. Auch heben die Frauen die Wichtigkeit und den Weiterbestand der örtlichen Feuerwehr hervor.  Die Notwendigkeit aller Feuerwehren sei erst jüngst wieder bei den Unwettersituationen deutlich geworden, wo auch die Breitenbacher Wehr mehrmals im Einsatz war – dabei auch die Frauen. Es ist anerkennenswert, zu  welchen Leistungen sowohl die Mädchen in der Jugendfeuerwehr als auch die jungen, teils zierlichen Frauen in der Einsatzabteilung imstande sind. Müssen sich doch mit den teilweise schweren Gerätschaften versiert und professionell umgehen können.
Großen Wert legen die engagierten Breitenbacherinnen auf Aus- und Weiterbildung. Katharina Christ, Lorena Stoll, Johanna Deberle und Maria Dworschak haben an mehreren Wochenenden den aufwändigen Grundlehrgang als Basis für den Einsatzdienst absolviert, ebenso den Funklehrgang. Katharina Christ hat jetzt auch noch den psychisch und physisch anspruchsvollen Atemschutz-Geräteträger-Lehrgang erfolgreich absolviert. Sie ist nur eine von wenigen Frauen in der Region, die diese Ausbildung  hat.
Nicht bei allen Feuerwehren ist das weibliche Engagement so groß wie bei der Breitenbacher Wehr. Es gibt Feuerwehren der Region, die überhaupt keine Frauen in ihren Reihen haben, beispielsweise die Feuerwehr Elm. Wobei man sich keine Sorgen um den Bestand der Wehr machen muss, da es dort noch ausreichend männliche Einsatzkräfte gibt.  Einen relativ hohen Frauenanteil gibt es bei den Wehren der Stadt Steinau. Insbesondere auch durch die Wehr Marjoß, wo es eine spezielle Damen-Wettkampfmannschaft gibt und auch das Amt des Vereinsvorsitzes mit Elisabeth Weigand in weiblicher Hand ist. Auch gibt es Frauen, die Führungsaufgaben ausüben, so etwa die Unterverbands-Jugendfeuerwehrwartin Sabrina Strott (Schlüchtern) oder die Sinntaler Gemeinde-Jugendfeuerwehrwartin Jessica Schnarr.

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