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Viele unterschiedliche Persönlichkeiten in einem Stück: Die Stars des „Prozesses“ fanden sich zum Probenbeginn in Bad Hersfeld ein. Fotos: Torsten Goßmann

Rechtsstaat oder Unrechtsstaat

am 24.05.2019

Probenauftakt zu Franz Kafkas „Der Prozess“ mit vielen Stars der Stiftsruine

BAD HERSFELD (tg). Es soll düster werden, es soll nachdenklich werden, es soll aber auch lustig werden. Und vor allem soll es die Menschen begeistern. Franz Kafkas „Der Prozess“eröffnet amFreitag, 5. Juli, die 69. Bad Hersfelder Festspiele. Die Stars sind bereits in der Lullusstadt und gaben beim Probenbeginn einen Vorgeschmack, der Appetit auf mehr macht.

Für die Bad Hersfelder Festspiele ist es in diesem Jahr eine besondere Situation, dass im Vorfeld der Hessentag hier steigt, für dessen Organisatoren es jetzt in den Endspurt geht. „Deswegen dauert es diesmal ein bisschen, bis die volle Aufmerksamkeit auf den Festspielen liegt“, merkte Bürgermeister Thomas Fehling schmunzelnd an.Aber jetzt, wo das Ensemble vor Ort sei, gehe es richtig los.
Und dieses Ensemble kann sich sehen lassen, so wirken zum Beispiel Stars wie Ronny Miersch, Dieter Laser, Thorsten Nindel, Markus Majowski,Thomas Maximilian Held, Jürgen Hartmann und IngridSteeger bei der Inszenierung von Intendant Joern Hinkel mit. Gerade Dieter Laser, der in der Stiftsruine als Advokat zu sehen sein wird, zog bei der Leseprobe alle Register und begeisterte die Anwesenden  auf Anhieb. Aber auch Ronny Miersch als entsetzter Josef K. machte eine tolle Figur.

Die Frage nach der Schuld

Ohne einen erkennbaren Grund wird Bankangestellter Josef K. an seinem 30. Geburtstag von zwei Gerichtsvollziehern in seinem Schlafzimmer verhaftet. All seine Bemühungen zu erfahren, warum er angeklagt wurde, scheitern. Stattdessen begibt er sich auf eine surreale und absurde Odyssee durch ein dubioses Gericht. „Was den Menschen damals absurd vorkam – dass ein Mann in einem Rechtsstaat einfach so von der Bildfläche verschwinden kann – das ist heute, rund 100 Jahre später, in anderen Teilen der Welt durchaus nichts Verwunderliches mehr“, zeigt Intendant Joern Hinkel auf.
Dass es dem Nachfolger von Dieter Wedel deswegen ein Herzensanliegen war, den Stoff in die Moderne zu holen, liegt damit eigentlich auf der Hand. „Wobei ich aber auch einige Anspielungen, die zu Kafkas Zeiten vielleicht witzig waren, die heute aber keiner mehr versteht, sozusagen aktualisiert habe“, erklärt der Intendant weiter. Franz Kafka habe eine große Technikaffinität besessen. Auch das soll in der Bad Hersfelder Inszenierung zu spüren sein. Und es wird nicht todernst sein:„Den Humor haben wir nicht weggestrichen, die Handlung soll nicht nur düster und traurig sein“, betonte Hinkel. Auch sollen die Handlungsstränge klar und nachvollziehbar sein.
Sozusagen zur Recherche hat sich der Intendant, der bei „Prozess“auch als Regisseur aktiv ist, auch mehrere Hintergrundgespräche mit Anwälten, Richtern, Menschenrechtlern und Politikern geführt. Denn in der Stiftsruine soll der Frage nachgegangen werden, wie Menschen reagieren, wenn jemand anderes verurteilt wird. Und:Was ist das eigentlich für ein seltsames, anonymes Gericht, das Josef K. verurteilt?Ist es ein irdisches Gericht?Oder gar ein überirdisches?Wo ist der Richter?Und was ist Schuld?

Tickets

Tickets für die Veranstaltung gibt es unter anderem in allen Geschäftsstellen der Fuldaer Zeitung: Peterstor 18, Frankfurter Straße 8, Kiosk im Klinikum Pacelliallee 4; Hünfelder Zeitung: Fuldaer Berg 46; Kinzigtal Nachrichten: Schlüchtern, Obertorstraße 16; Schlitzer Bote: Schlitz, Ringmauer 7.

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