Menü Button
mk Logo
Marktkorb Logo
Ministerpräsident Volker Bouffier überreichte Dr. Thomas Menzel ein Geschenk. Foto: Mirko Luis

Klinikum Fulda fit für Zukunft

am 14.05.2019

Über 70 Millionen Euro in INO-Zentrum investiert / Großer Bahnhof zur Einweihung

FULDA (mlu). Das Klinikum Fulda ist fit für die Zukunft und auf dem Weg zur Spitzenmedizin für die Region Osthessen. Wichtiger Meilenstein dabei: Nach rund dreieinhalbjähriger Bauzeit ist gestern ein nahezu fertiggestelltes neues Intensiv-, Notfall- und OP-Zentrum (kurz: INO-Zentrum) mit 260 Betten eröffnet worden.

Hierbei herrscht heute in dem riesigen neuen Gebäudekomplex, das nach den Worten von Peter Neidhardt (Leiter des Geschäftsbereichs Bau und Technik am Klinikum Fulda) „schon allein ein eigenes Krankenhaus mit einer eigenen Logistik ist“, großer Bahnhof. "Die Gesundheit zu erhalten oder sie wiederherzustellen, zählt zu den großen Wünschen wohl jedes Menschen", sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU).

Insgesamt 260 Gäste wohnen der mit Spannung erwarteten feierlichen Eröffnungsveranstaltung bei, an der rund 300 Gäste teilnehmen, darunter Fuldas gleich drei ehemalige Oberbürgermeister Gerhard Möller, Dr. Wolfgang Hamberger und Dr. Alois Rhiel, der gegenwärtige OB Dr. Heiko Wingenfeld oder Weihbischof Dr. Karlheinz Diez. Zum Auftakt der Veranstaltung gab es Ausschnitte aus dem Musical "Der Medicus".

"Die knapp 3.000 Beschäftigten am Klinikum geben tagtäglich ihr Bestes, ihnen und allen Handwerkern ein dickes Dankeschön", hob OB Dr. Wingenfeld hervor. Nach Angaben von Dr. Thomas Menzel, Sprecher des Vorstandes des Klinikums Fulda, belaufen sich die Gesamtkosten für den Neubau auf  70,5 Millionen Euro. Rund 80 Prozent davon – in Summe 55 Millionen Euro – wurden vom Land Hessen übernommen. Weitere 7 Millionen wurden seitens des Klinikums in neue medizinische Gerätschaften investiert. Das gesamte Klinikum verfügt nunmehr über 1200 Betten. Ursprünglich waren für den Neubau 58 Millionen Euro vorgesehen und ein zunächst dreigeschossiges Gebäude avisiert. Peter Neidhardt zufolge gab es dann aber einen „rasanten Projektverlauf“, sodass zwei Ebenen nachbewilligt worden waren. Das Land Hessen, das früher projektbezogen förderte, stellte zwischenzeitlich auf Pauschalförderung um. Der Betrag, der dabei zur Verfügung gestellt wird, errechnet sich aus der Leistungskraft des jeweiligen Krankenhauses. „Wir waren schnell unterwegs, haben gut kalkuliert, noch ein bisschen Luft und haben dies genutzt“, sagte Neidhardt auf Anfrage unserer Zeitung.

Auf einer Fläche von 37.000 Quadratmetern ist durchgehend Hochleistungsmedizin anzutreffen. Auf den acht Etagen sind unter anderem die Zentrale Notaufnahme, die Intensivstation, die Frauenklinik, das Herz-Thorax-Zentrum (HTZ), die Klinik für Hals-Nasen-Ohrenkrankheiten, die Klinik für Neurochirurgie, die Klinik für Urologie und Kinderurologie, die Radiologie, die Technikzentrale und die Zentrale Sterilgutversorgungsabteilung zu finden. Herzstück des INO-Zentrums sind 14 OP-Säle mit hochmoderner Ausstattung. Der teuerste von ihnen, ein sogenannter Hybrid-OP, kostete 2 Millionen Euro. Thomas Menzel zufolge sind hier sowohl minimalinvasive als auch neurochirurgische Eingriffe möglich. Die Wände der mit Hightech vom Fußboden bis zur Decke ausgestatteten OP-Räume sind aus bruchsicherem Glas. Die Säle sind zudem mit Monitoren ausgestattet, an denen die Patientenakten angezeigt werden können. Im nachgenehmigten 5. Obergeschoss, das erst im Jahr 2020 in Betrieb genommen werden soll, sollen unter anderem eine Bildungslounge für Medizinstudenten und ein Konferenz- und Qualifizierungszentrum untergebracht werden. Durch eine Kooperation zwischen der Philipps-Universität Marburg, der Hochschule Fulda und dem Klinikum Fulda soll es künftig möglich sein, dass angehende Ärzte ihr Studium in Fulda abschließen.

Ein Novum des Klinikneubaus stellt unterdessen der separate Eingangsbereich dar, über den Patienten in die Zentrale Notaufnahme gelangen. In dessen unmittelbarer Nähe – voraussichtlich ab September – soll der Ärztliche Bereitschaftsdienst einziehen, sodass Menschen, bei denen kein akuter Notfall vorliegt, dorthin verwiesen werden können. In der Notaufnahme selbst gibt es doppelt so viele Behandlungsplätze, hierin befindet sich unter anderem ein großer Schockraum mit Top-Ausstattung (Radiologie/Computertomographie), in dem bis zu drei Patienten gleichzeitig behandelt werden können. Die betreffenden Geräte soll allerdings nicht nur für Notfälle genutzt werden.

Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass die Bauarbeiten parallel zum laufenden Klinikbetrieb liefen und dies eine besondere Herausforderung für alle Beteiligten war. Von der Großbaustelle, auf der täglich etwa 150 Bauarbeiter zugange waren, profitierten auch einige osthessische Firmen, die sich bei der europaweiten Ausschreibung beworben hatten, darunter R+S (Elektrik), die Werner Gruppe (Trocken- und Ausbaubereich) und die Firma Wende (Abbau). Besonderes Augenmerk wurde dem Thema Umweltverträglichkeit zugemessen. Angaben des Klinikums zufolge wurde der CO2-Ausstoß durch ein modernes Blockheizkraftwerk halbiert, wodurch sich auch die Energiekosten erheblich reduzieren.

Seit 2014 – bei einer Bettenauslastung von 88 Prozent – schreibt das Klinikum Fulda schwarze Zahlen. Aktuell bietet das Klinikum Fulda (1800 sogenannte Vollkraftstellen) zwischen 2700 und 2800 Menschen einen Arbeitsplatz.

Wie Bouffier weiter ausführte, war die Investition fpr das Land schon eine gewaltige Entscheidung, aber die richtige: "Das war eine der zentralen Entscheidungen für die Gesundheitsleistungen der Region in der Zukunft. Daran werden wir auch künftig stricken."

Unterdessen laufen die Vorbereitungen für den Tag der offenen Tür am 19. Mai auf Hochtouren. Hier ist die Bevölkerung eingeladen, sich selbst ein Bild vom INO Zentrum und den neuen OP-Sälen zu machen. Der Sprecher des Vorstandes am Klinikum Fulda, Dr. Thomas Menzel, rechnet an diesem Tag mit 15.000 Besuchern.

Social Button Facebook Social Button Facebook - Wide
Social Button Google+ Social Button Google+ - Wide
Social Button Twitter Social Button Twitter - Wide