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Das trockene Laub fängt ganz besonders schnell Feuer. Deshalb sollte man als Waldbesucher achtsam und vorsichtig sein und jede Rauchentwicklung melden, empfiehlt Florian Wilshusen. Foto: Carolin Hartmann

Waldbrandgefahr hoch

am 08.05.2019

Mit dem Revierförster an der Brandstelle im Wald von Elters

HOFBIEBER (cle). Schon vier Waldbrände gab es in diesem Jahr im Forstamt Hofbieber. Zum Vergleich: 2018 waren es insgesamt sechs. Mit Hofbiebers Forstamtsleiter Florian Wilshusen haben wir uns aufgemacht, um den Schaden zu begutachten.

Erst kürzlich ist ein Feuer im Wald von Elters auf einer Fläche von rund 300 Quadratmetern ausgebrochen. Immer noch riecht es stark verkohlt. Eine Schutzhütte  ist dabei komplett abgebrannt.  Dazu vier Buchen. Der Boden drumherum ist kohlrabenschwarz. Ein paar Jahre wird es dauern, bis da wieder junge Bäume wachsen. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.
 Polizei und HessenForst gehen von Brandstiftung aus. Abends hatte jemand von Elters aus das Feuer bemerkt und wählte die 112. „Ich sehe Rauch im Wald hinter dem Sportplatz von Elters“, meldete er. „Solche genauen Angaben helfen der Feuerwehr, die Stelle gut zu finden und somit schnell zu löschen“, sagt Wilshusen. Insgesamt sechs Feuerwehren rückten an, um den Brand in den Griff zu bekommen. Dazu kam der Gemeindebrandinspektor von Hofbieber, Polizei, Brandschutzaufsichtsdienst und zwei Kollegen vom Hessen Forst. Denn im Wald ist es alles andere als einfach, einen Brand zu löschen. Die Stelle war zwar gut zu erreichen, aber es gab keine direkte Wasserentnahmestelle. So haben die Feuerwehren im Pendelverkehr das Wasser aus der Ortschaft geholt.
Beim Löschen muss alles schnell gehen. „Im Wald kann schnell der Funke überspringen und sich das Feuer rasend verbreiten. Deshalb sind wir auch mit einer großen Truppe zur Stelle, wenn es brennt“, erklärt Wilshusen. Ein Kollege war zum Beispiel mit einem Schlepper vor Ort, um den Waldboden mit Humus und trockenem Laub um das Feuer herum zu entfernen. So wurde der Mineralboden frei gelegt und die Bekämpfung erleichtert. 
Drei Stunden hat die Löscharbeit insgesamt gedauert. Bei größeren Bränden wird dann noch eine Wache eingerichtet. „Dabei beobachtet die Feuerwehr, dass das Feuer nicht nochmal aufglimmt.“ Nun stehen noch die Aufräumarbeiten an. Und natürlich die Suche nach den Brandstiftern.
Bei den vier Bränden in diesem Jahr standen insgesamt rund 800 Quadratmeter in Flammen. Natürliche Ursachen wie Blitzeinschlag sind es selten. „Waldbrände sind meistens menschengemacht. Eine weggeworfene Zigarette allein reicht, um auf mehreren Hektar ein Feuer zu entfachen. Denn auch in diesem Jahr sind die Böden extrem trocken. Humus, Laubstreu, Todholz fangen dann schnell Feuer. Durch Wind kann das Feuer schnell weitergetragen werden“, berichtet der Forstamtsleiter. Die Niederschläge in den vergangenen Tagen haben daran nicht viel geändert. „Wenn, dann müsste es mal zwei Wochen durchregnen“, so Wilshusen. Dann wird zumindest der Oberboden feucht, und das hilft schon mal die Waldbrandgefahr zu senken.
 Jeden Abend informiert sich Wilshusen über die Waldbrandgefahr beim Deutschen Wetterdienst.  Derzeit herrscht mittlere Stufe, Tendenz leicht steigend. D.h., es herrscht absolutes Rauchverbot in den Wäldern. Bei sehr hoher Gefahr werden gefährdete Waldgebiete sogar komplett gesperrt, Forstämter stehen ständig in Kontakt mit den Feuerwehren, es gibt regelmäßige Streifgänge. Aktuell wurde noch keine Waldbrandwarnstufe ausgerufen. Doch der Sommer wird wieder trocken werden. „Deshalb ist es wichtig, dass die Bevölkerung bei ihren Waldbesuchen achtsam ist“, sagt Wilshusen.

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