Menü Button
mk Logo
Marktkorb Logo
Foto: Mirko Luis

“Wir verstehen uns als Möglichmacher“

Artikel von Von Mirko Luis am 12.04.2019

Feierliche Einweihung des neuen KZWO-Firmensitzes in Eichenzell / Schon 4500 Jobs im Gewerbegebiet Eichenzell

EICHENZELL. Ein direkter Autobahnanschluss in alle Himmelsrichtungen, Europas schnellstes Glasfasernetz und ein Bürgermeister, der mit einer weiteren Ansiedlung den Joker gezogen hat und sich über weitere 50 Jobs im Industriepark Rhön freut: Mit dem Umzug vom Industriegebiet West in Fulda Rodges ins Industriegebiet Rhön und der feierlichen Einweihung an die KZWO GmbH weitere Meilensteine in der Firmengeschichte gesetzt.

Bei Livemusik von den Mambo Kingx, Gaumenfreuden von Caterer Genuss Hoch 3, Wein, Bier oder alkoholfreien Getränken wurde „Wir fühlen uns sehr wohl in dem neuen Firmengebäude“, sagte KZWO-Geschäftsführer Mathias Leilich am Donnerstagabend zur Feier in der neuen Produktionshalle.

Hierbei lobte er die markante, charaktervolle Architektur des Gebäudes, das 3500 Quadratmeter groß ist und sich auf einem 9.000 Quadratmeter großen Grundstück in der Bürgermeister-Schlag-Straße befindet. Die „Black Box“ , wie die Halle schon in treffender Weise beschrieben wird, wurde von den Architekten Reith, Wehner und Storch geplant und binnen sieben Monaten Bauzeit von der Firma Goldbeck Nord realisiert. Der neue Firmensitz beherbergt neben einem modernen Verwaltungstrakt eine Entwicklungsabteilung, eine eigene Polsterei und Näherei sowie eine Holzwerkstatt. Kerngeschäft von KZWO ist das Polstern und der Innenausbau von Kreuzfahrtschiffen, Yachten und Caravans.

Im Zuge der Neuansiedlung in Eichenzell wurden hohe Investitionen in neue Maschinen und Software getätigt, um den Produktionsprozess umzustellen und digitalisieren. Genaue Angaben zur Höhe machte Mathias Leidlich gegenüber unserer Zeitung nicht. Unternehmensangaben zufolge wurde das Projekt aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und vom Land Hessen gefördert. In diesem Zusammenhang bedankte sich Leilich bei der Genossenschaftsbank Fulda, die dem Unternehmen schon seit vielen Jahren mit Rat und Tat zur Seite stehe und bei öffentlichen Fördergeldern den Stein ins Rollen gebracht habe.

Mit dem neuen Maschinenpark gehört das Unternehmen nunmehr auch beim Energieverbrauch zu den Top-Playern seiner Brache. Bereits bei den ersten Überlegungen zum Neubau hatte Geschäftsführer Mathias Leilich an Energieeffizienz gedacht. Die Photovoltaikanlage auf dem Dach übernimmt bis zu 35 Prozent des gesamten Strombedarfs. Zudem speist sie eine Stromtankstelle für den Gabelstapler. Das gesamte Gebäude erhält LED-Leuchten mit Präsenzmeldern, die gegenüber herkömmlichen Leuchtmitteln bis zu 80 Prozent weniger Strom benötigen. Insgesamt spart KZWO GmbH mit der Digitalisierung und dem Neubau rund 836 Tonnen Kohlendioxid beziehungsweise 23 Prozent einsparen. Den Großteil davon erzielt das Unternehmen durch die Digitalisierungsmaßnahmen in der Produktion.

Das Unternehmen ist darüber hinaus Vorbild beim Thema Inklusion und beschäftigt zahlreiche Mitarbeiter mit Behinderung. Rollstuhlfahrer und Taubstumme sind gut in die Belegschaft integriert. Eine enge Zusammenarbeit gibt es mit der Perspektiva gGmbH – Fördergemeinschaft Theresienhof und unterstützt die Qualifizierung von Jugendlichen und Erwachsene, die auf sich allein gestellt kaum Chancen auf einen Arbeitsplatz hätten. In dem neuen Gebäude, das von den anwesenden Gästen durchweg gute Noten bekam, befindet sich außerdem ein Büro des gemeinnützigen Projekts „sport grenzenlos“ – einem innovativen Projekt, das über sportliche Aktivitäten den Behindertensport und die Inklusion von Menschen mit und ohne Behinderung fördert.

Groß war die Freude, als Architekt Manfred Reith die schönste Aufgabe des Abends erledigte und den symbolischen Schlüssel an die Geschäftsführer Mathias Leidlich und Thomas Kleinschrod und dem jüngste Mitglied der Geschäftsleitung, Dominik Scherf, übergab. Er habe sich des Öfteren die Frage gestellt, warum man das produzierende Gewerbe nicht im deutlich günstigeren EU-Ausland aufgebaut habe, trug Scherf auf der Bühne vor. Und lieferte prompt die Antwort. „Wir wollen erst gar nicht versuchen, mit reinen Lohnfertigern zu konkurrieren und uns nur über den Preis Aufträge zu sichern“, begründete er. Man wolle, so der zuvor in der strategischen Markenführung in der Sportbranche kommende Unternehmer, vielmehr kreativer Ideengeber sein, der von Beginn an von Kunden in Projekte einbezogen werde und mit diesen gemeinsame Raumkonzepte entwickeln könne. „Wir verstehen uns als Möglichmacher – ob für einzelne Projekte oder ganze Serien. Dabei kennen wir unsere Rolle als Dienstleister, nehmen diese an und lieben sie“, sagte Scherf. Vor diesem Hintergrund sei der Standort in Eichenzell ganz bewusst gewählt worden. Wenn er eines gelernt habe, so Scherf, dann das: „Emotionen sind durch nichts zu ersetzen, sie machen aus potenziellen Kunden Fans.“

Kurz vor dem Übergang zum gemütlichen Teil mit Besichtigung der Produktionshallen schloss sich Steffen Rausch von der Firma Goldbeck sich den zahllosen Glückwünschen des Abends mit einem Geschenk ebenso an wie Eichenzell Bürgermeister Dieter Kolb. Der hatte nicht irgendeine Puppe mitgebracht, sondern ein wichtiges Symbol aus der Geschichte Eichenzells, nämlich den Eichenzeller Weckfresser. Bei der Firma KZWO handele es sich um genau die Art von Firmen, die man in Eichenzell suche – emissionsarme Betriebe, die kreativ und innovativ sind, die nicht so große Flächen in Anspruch nehmen und dennoch viele Arbveitsplätze schaffen würden. Das Gewerbegebiet Eichenzell sei schon heute ein Erfolgsmodell, verkündete Kolb voller Stolz. So seien allein im vergangenen Jahr 200 zusätzliche Jobs geschaffen worden, sodass mittlerweile 4500 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz in Eichenzell gefunden hätten. Wenn alles wunschgemäß vermarktet werden könnte, werde es eines Tages hier 5000 Jobs geben. Schon heute kämen allein aus Fulda etwa 800 Pendler.

Social Button Facebook Social Button Facebook - Wide
Social Button Google+ Social Button Google+ - Wide
Social Button Twitter Social Button Twitter - Wide