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Die Kinder lieben es, nach dem Frühstück gemeinsam zu spielen. Fotos: Lisa Laibach

„Der enge Kontakt mit den Kindern und den Familien ist besonders wertvoll“

am 12.04.2019

Claudia Jost-Hauser leitet seit 29 Jahren VHS-Miniclub / Enge Freundschaften durch Kurs entstanden

EITERFELD (lai). Singspiele, gemeinsames Frühstück und vor allem der Austausch untereinander: Seit fast 29 Jahren leitet Claudia Jost-Hauser den VHS-Kurs Miniclub in Reckrod. Eltern und Großeltern kommen mit ihren Kindern und Enkeln im Alter von einem bis drei Jahren wöchentlich zu dem Treffen, um gemeinsam den Morgen zu verbringen. Aus diesen Treffen sind zum Teil sehr enge und langjährige Freundschaften entstanden.

„Mein Ziel ist, dass die Eltern und Großeltern ins Gespräch kommen und sich über Probleme austauschen. Die Kinder sollen den Umgang mit anderen Kindern lernen, gemeinsam spielen und singen“, erklärt Claudia Jost-Hauser, die seit knapp 29 Jahren den Miniclub in Reckrod leitet.
Die wöchentlichen Treffen beginnen mit Singspielen. Kinder, Eltern und Jost-Hauser singen von Fröschen, Mäusen, Autos und Traktoren. Die Kinder lieben diese Singspiele.
Im Anschluss gibt es ein gemeinsames Frühstück, bei dem die Kinder zusammen essen und die Eltern und Großeltern sich austauschen können. „Ich bringe gelegentlich ein pädagogisches Thema zu unserem Miniclub mit. Es geht beispielsweise um Sauberkeitserziehung, Trotzphasen und das Schlafverhalten der Kinder. Die Eltern können im Gespräch viel voneinander lernen – und sich Mut machen, wenn manche Dinge vielleicht nicht so klappen, wie sie sich das wünschen“, sagt die Erzieherin Jost-Hauser, die viermal in der Woche einen solchen Kurs anbietet. Meist nehmen zwischen zehn und zwölf Erwachsene mit ihren Kindern an den Treffen teil, viele kommen sogar aus den Nachbarkreisen. Und einige der Mütter waren früher selbst im Miniclub und besuchen ihn heute mit ihren eigenen Kindern.
Im Anschluss an das Frühstück wird gebastelt und gespielt. Die Erzieherin stellt dazu beispielsweise ein Planschbecken mit hunderten Korken auf, in dem die Kinder spielen, oder es wird gemeinsam gemalt oder geknetet. Zudem können die Kinder verschiedene Materialien kennenlernen: Ob Klopapierrollen, Erbsen oder Federn – die Eltern können mit diesen einfachen Mitteln auch zu Hause ihr Kind fördern. „Der Kurs ist sozusagen die Vorbereitung auf den Kindergarten. Die Kinder werden sowohl sprachlich als auch motorisch sowie im Umgang mit den anderen Kindern gefördert“, erklärt die Pädagogin.
Besonders wertvoll ist für Claudia Jost-Hauser der enge Kontakt mit den Kindern und den  Familien. „Häufig kommen Kinder auf der Straße auf mich zu gerannt und umarmen mich. Wenn sich Eltern und Großeltern nach einem Miniclub für den schönen Morgen bedanken, dann weiß ich, dass ich alles richtig gemacht habe“, sagt sie. Wie viele Kinder in den vergangenen 29 Jahren an ihren Miniclub-Treffen teilgenommen haben, kann Jost-Hauser nicht sagen. „Ich habe schon öfter versucht das auszurechnen, habe es aber nie geschafft. Es sind einfach zu viele Kinder“, sagt sie lachend.  
Aber auch über den Kurs hinaus sind viele Kontakte bestehen geblieben. „Mit drei Gruppen treffe ich mich noch heute regelmäßig“, sagt Jost-Hauser. Dazu gehören elf Frauen aus einem der ersten Kurse vor rund 29 Jahren, die damals als Mütter mit ihren Kindern am Miniclub teilnahmen.
Ob Wandern, gemeinsam gemütlich essen oder die Weihnachtsfeiern mit Ehemännern – die monatlichen Treffen sind für die elf Frauen Pflicht. „Ausreden gibt es bei uns keine“, sind sich Agnes Göllmann, Cordula Brähler, Silvia Michel, Jutta Dehl, Mathilde Stein und Gaby Hartmann einig. Die sechs Frauen sind extra zu einem der Miniclub-Treffen gekommen, um über die langjährige Freundschaft mit Claudia Jost-Hauser zu berichten.
„Die Treffen mit Claudia sind und waren immer wertvoll – sowohl mit unseren Kindern vor fast 29 Jahren als auch heute noch“, sind sich die Frauen einig. Früher habe sich alles um die Wehwehchen der Kinder gedreht, heute um die eignen, sagen die Frauen lachend.
 „Mein Sohn hat früher als Jugendlicher immer gesagt: Wenn Miniclub ist, wird so laut gelacht, dass ich nicht schlafen kann“, beschreibt Gaby Hartmann die späteren Treffen. Vor vier Jahren ging es zudem nach Bamberg. Da feierten die elf Frauen mit Claudia Jost-Hauser ihre Miniclub-Silberne-Hochzeit.
Aber auch nach fast 29 Jahren sei sowohl mit den Treffen der Ehemaligen als auch mit den Miniclub-Kursen noch nicht Schluss, betont Jost-Hauser. „Claudias Arbeit ist für unsere VHS-Zweigstelle besonders wertvoll“, sagt Jutta Dehl, die die Zweigstelle in Eiterfeld leitet. Dass es einen Kurs fast 29 Jahre gibt, sei nicht selbstverständlich.

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