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Bülent Ceylan tritt am 12. Mai in der Esperantohalle auf. Foto: GaudenzDanuser.com

„Intelligenz ist sexy“

Artikel von Von Julia Hess am 05.04.2019

Bülent Ceylan über Lustobjekte, seine Haare und intelligente Frauen

FULDA. „Einfach Spaß im Leben haben“, lautet das Motto des Komikers Bülent Ceylan (43).  Er legt Wert auf eine gute Haarpflege, isst kein Nutella mehr und könnte sich vorstellen, eine weitere Karriere anzustreben, wie er im Interview verrät.

Die erste Frage, die viele brennend interessiert: Sind ihre Haare echt?
Absolut echt, bei mir ist nichts getürkt. Extensions gehen gar nicht. Das wäre noch mehr Arbeit. Wenn Frauen nachhelfen, kann ich das verstehen, aber bei Männern nicht.

Wie aufwändig pflegen Sie denn Ihre Haare?
Jeden Tag wasche ich sie nicht. Aber sie sollen nicht stinken – ist klar. Das wichtigste ist ein gutes Haaröl.

Am Sonntag, 12. Mai, kommen Sie mit „LASSMALACHE“ nach Fulda. Sie waren hier bereits öfter zu Besuch. An was erinnern Sie sich?
Als ich das erste Mal gehört hab, dass ich in der Esperantohalle auftrete, dachte ich, das sei in Spanien.

… nicht ganz so südlich, aber immerhin eine Barockstadt.

Fulda ist wirklich wunderschön. Ich mag die Menschen. Diejenigen, die bisher zu Gast in der Esperantohalle waren, sind sehr offen.

Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Auftritt in Fulda?
Der war im Kulturkeller, es lief einiges schief: Zum ersten Mal hatte ich Verspätung, fast eine Stunde. Ich hatte richtig Panik. Dann hab ich auch noch einen Witz über den Papst gemacht, der kam bei einigen Gästen nicht gut an. Da hab ich festgestellt: ‚Fulda ist katholisch‘ (lacht).

Der erste Auftritt war also angespannt?
Etwas. Aber in der Esperantohalle hab ich eine ganz andere Atmosphäre gespürt. Da lachen alle. Die Fuldaer machen so eine Stimmung, das ist wirklich abgefahren – deswegen trete ich dort immer wieder gerne auf.

Um welche Themen geht es in „LASSMALACHEN“?
Es beschäftigt sich vor allem mit meinen Anfängen. Welche Lacher ich erlebt habe, Alltagsgeschichten, über die man lachen kann. Wenn Hasan ein Märchen erzählt: Statt Hänsel und Gretl sind das Hasan und Gülcan. Da geht’s schon ab.

Um was geht es noch außer ums Lachen?
Ich habe Botschaften drin, beispielsweise „Wir dürfen uns das Lachen nicht nehmen lassen.“ Von keinen Spielverderbern, nicht von irgendwelchen Idioten und von keinen Terroristen. Man muss versuchen, das Beste aus seinem Leben zu machen. Auch, wenn es manchmal nicht einfach ist.

Verschiedene Figuren treten während des Programms auf, Sie schlüpfen in unterschiedliche Rollen. Was reizt daran?
Egal, ob das Harald oder Anneliese ist, man kennt die Personen, die ich darstelle, nicht nur vom Bühnenprogramm, sondern aus dem Alltag. Aus der Firma, aus der Nachbarschaft, aus der Gesellschaft. Sie eigenen sich, um auf die Pauke zu hauen.

Wie meinen Sie das?
Es gibt Dinge, die kann ich als Bülent nicht sagen, aber die kann ich als Mompfred oder Harald bringen. Als Harald kann ich runter ins Publikum gehen, weil er dort die Frau seines Lebens sucht. Harald flirtet und feixt. Das kann ich mir als Bülent nicht erlauben.

Auf dem Plakat des neuen Programms zeigen Sie nicht die kalte Schulter, sondern die rasierte Brust, Sie sind halbnackt.
Ich wollte mal ein richtig gutes Foto von mir auf dem Ankündigungsplakat, keine Grimasse. Und mit dem Titel des neuen Programms „LUSCHTOBJEKT“ bricht es. Dafür habe ich trainiert und sechs Kilo abgenommen, ich fühle mich richtig gut.

Um was geht es in „LUSCHT-OBJEKT“?
Ein iPhone kann ein Lustobjekt sein, eine Frau, für manche sind Atomkraftwerke Lustobjekte. Es gibt kranke Leute, es gibt alle möglichen und unmöglichen Vorlieben. Für Kinder sind es Superhelden oder Lego, für andere ist es Intelligenz.

Für wen ist das Programm geeignet?
Es ist ein Familienprogramm und auch für Kinder geeignet. Die Inhalte sind nicht nur sexuell, es werden verschiedene Lustobjekte bedient. Beim Titel soll ein Kopfkino entstehen, die Leute sollen neugierig sein.
Was ist für Sie ein Lustobjekt?
Früher war es Nutella. Inzwischen nicht mehr, weil ich auf die Figur achte, beziehungsweise auf meinen Körper. Ich mache mehr Sport und esse bewusst – ich fühle mich besser dabei.

Und was ist heute für Sie ein Lustobjekt?
Eine schöne Frau wäre es. Aber: Eine Frau ist für mich kein Objekt – So bin ich nicht erzogen worden. Eine hübsche Frau muss auch intelligent sein, dann ist sie schön, dann ist sie sexy. Meine deutsche Oma hat immer gesagt: „Was nützt dir ein schöner Teller, wenn nichts drauf ist?“ Und sie hat Recht, wenn der Teller schön ist, aber nichts drauf liegt, wird man nicht satt.

Sie sind also selbst das Lustobjekt für Ihre Fans?

Auf dem Plakat – ja. Auf der Bühne ist man immer in einer Verbindung mit dem Publikum. Die Künstler wollen geliebt werden, die Besucher wollen unterhalten werden. Es ist eine Wechselbeziehung. Man muss Gas geben.

Sie geben seit 21 Jahren Gas.
Ich hab so treue Fans, das ist der Wahnsinn. Es gibt viele, die mich noch von der Kleinkunstbühne kennen. Einige kommen mit ihren Kindern und sagen: „Das ist der kleine Tom, den hattest du mal auf der Bühne, ihr habt geheadbangt. Jetzt ist er 18 Jahre alt“. Das sind schöne Momente, in denen ich aber auch merke, dass ich älter werde (lacht).

2018 lief der Kinofilm „Verpiss dich Schneewittchen“. Das war Ihre erste Hauptrolle. Schauspielerei: Die nächste Karriere?
Die Bühne will ich nie verlassen. Aber ich könnte mir vorstellen, dass Schauspielerei ein zweiter Karriereweg sein könnte. Ich würde gerne Sitcoms drehen.

Ist denn etwas geplant in diese Richtung?
Mit dem Sender Sat.1 laufen Gespräche. Es ist etwas geplant, mehr darf ich hoffentlich ab Mai verraten.

Was ist Ihr Geheimnis, wie bringen Sie die Menschen zum Lachen?
Man muss echt, authentisch und zu seinen Fans nett und freundlich sein. In erster Linie muss man als Komiker kein Geld verdienen wollen, sondern Spaß haben und lieben, was man macht.

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