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Das Hünfelder Rathaus wird kernsaniert. Bald ist auch die Aussenfassade dran. Foto: Sabine Burkardt

Es ist wie im Rohbau

am 15.02.2019

Das Hünfelder Rathaus mitten in der Umbauphase

HÜNFELD. Im Rahmen eines Ortstermins haben sich Mitglieder des Magistrates einen unmittelbaren Eindruck von dem Baufortschritt im Hünfelder Rathaus verschafft.

Architekt David Schwanitz, Bürgermeister Stefan Schwenk und der zuständige Projektleiter der Stadtverwaltung, Thomas Henkel, zeigten bei dem Rundgang auch die bautechnischen Probleme auf, die durch zahlreiche Umbaumaßnahmen in der fast 130-jährigen Geschichte des Rathauses entstanden sind. Das 1891 fertig gestellte Gebäude hat in seiner Geschichte zahlreiche kleinere und große Umbaumaßnahmen erlebt, die alle Spuren hinterlassen haben.
Nach Aussagen von Architekt Schwanitz vom Büro Staubach und Partner lassen sich daran auch fast 130 Jahre Bauhandwerksgeschichte ablesen. So ist bei den Abbruch- und Demontagearbeiten ein bunter Mix verschiedenster Baumaterialien aus unterschiedlichen Epochen freigelegt worden. Auch die Deckenaufbauten sind im gesamten Haus sehr unterschiedlich, von Holzdecken mit Spalierbrettern und Schüttungen über nachträglich eingezogene Betondeckenelemente, beispielsweise im 1968 eingefügten Treppenhaus und Foyer-Bereich, bis zu Holzdecken mit Gussasphalt-Estrichen. Jede Decke ist verschieden, aber keine erfüllt die heutigen Brandschutzanforderungen. Das gilt auch für die umfangreichen Leitungsschächte, die das gesamte Gebäude durchziehen. Da viele Durchbrüche über keinen Brandschott verfügen, würden diese im Brandfall wie ein Brandkamin wirken, Feuer könnte sich sehr schnell von Geschoss zu Geschoss ausbreiten. Deshalb muss auch die gesamte Gebäudetechnik vollständig demontiert werden, zumal ein Teil der Leitungen bereits während der Bauzeit des Rathauses 1889 bis 1891 verlegt wurden. Das gilt insbesondere für die Entwässerungsleitungen. Die Abbruch- und Demontagearbeiten haben auch statische Probleme offenbart, die im Rahmen der Sanierungsarbeiten jetzt behoben werden sollen.
Besondere Aufmerksamkeit wurde dem Schutz wertvoller Bauteile gewidmet. So wurden die gesamten hochwertigen, bleiverglasten Fenster im Saalbereich durch Holzfaserplatten von Innen verkleidet, damit diese beim Umbau keinen Schaden nehmen. Dasselbe gilt für den Terrazzo-Bodenbelag im alten Eingangsbereich und im Flur des Erdgeschosses. Dieser Belag soll im Rahmen der Sanierung aufgearbeitet und schadhafte Stelle ergänzt werden. Im Rahmen der weiteren Abbrucharbeiten wird auch das gesamte geschwungene Treppenhaus über fünf Etagen ausgebaut. Um Erschütterungen in der historischen Gebäudesubstanz zu vermeiden, werden die Betontreppen nicht herausgestemmt, sondern mit einer Schneidetechnik „herausgesägt“. In Kürze sollen auch die Fassaden des Rathauses eingerüstet werden, da im Zuge der Sanierung auch einige Gesimse und Sandsteineinfassungen der Fenster erneuert werden und Fugen abgedichtet werden müssen, um weiteren Witterungsschäden an der Bausubstanz der Außenfassade vorzubeugen.
Das Bürgerbüro wird im Frühjahr bezugsfertig sein, das Rathaus selbst voraussichtlich im Frühjahr 2020.

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