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Simone Möhring (Mitte) und Kerstin Eller von der Diakonie-Flüchtlingsberatung konnten erreichen, dass die Familie Ramezani jetzt wieder vereint ist. Foto: Marzena Seidel

„Schnell Deutsch lernen und schnell Arbeit finden“

am 12.02.2019

Familie Ramezani aus dem Iran hat klare Zukunftsvorstellungen

FULDA/KÜNZELL (was). Auch wenn die positiven Erfahrungen bei der Flüchtlingsberatung der Diakonie im Kirchenkreis Fulda überwiegen, geflüchteten Menschen das Zurechtfinden in ihrer neuen Umgebung zu erleichtern, kann die Arbeit zuweilen ernüchternd sein. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn die betroffenen Personen nicht als Asylberechtigte anerkannt werden, alle Möglichkeiten für eine Duldung aus sonstigen Gründen ausgeschöpft sind und am Ende nur die Rückkehr ins Heimatland bleibt.

Simone Möhring und Kerstin Eller, die sich eine Stelle bei der vor zweieinhalb Jahren eingerichteten Flüchtlingsberatung der Diakonie teilen, richten ihre Tätigkeit deshalb streng nach dem Grundsatz aus: „Wir beraten ehrlich und wollen keine falschen Hoffnungen wecken.“ Im Durchschnitt haben es die beiden Sozialpädagoginnen pro Monat mit bis zu 80 Geflüchteten zu tun, denen sie Hilfestellung insbesondere beim Asylverfahren und Familiennachzug leisten. Nicht immer verlaufen diese Bemühungen erfolgreich. Zum Beispiel kann den zurückgebliebenen Angehörigen von den Behörden in ihren Heimatländern die Ausreise verweigert werden. Es gibt aber auch bewegende Momente, wenn die Betroffenen nach einer geglückten Familienfamilienzusammenführung bei der Beratungsstelle am Heinrich-von-Bibra-Platz 14 vorbeikommen, um sich – wie Peyman Ramezani – zu bedanken, der seinen Dank durch die Verwendung des Worts „Angel“ zum Ausdruck bringt.
Die Geschichte des 33-jährigen Iraners und seiner dreiköpfigen Familie dokumentiert exemplarisch den Erfolg der Projektstelle der Diakonie im evangelischen Kirchenkreis. Nachdem er ins Visier der Staatsmacht geraten war, weil er gegen Wahlfälschungen des Regimes protestiert hatte, wagte er aus Angst vor Repressalien im Juni 2018 die Flucht. Sieben Tage war er mit dem Lastwagen unterwegs. Über die Türkei gelangte er nach Deutschland. Da er seine Verfolgungsgründe glaubhaft machen konnte, erhielt er noch im gleichen Monat die Anerkennung als Flüchtling. Umgehend bemühte er sich um den Nachzug seiner 26-jährigen Frau Newsha und ihrer viereinhalbjährigen Tochter Kiana. Auf Vermittlung der Fuldaer Beratungsstelle stellte die deutsche Botschaft für beide ein Visum aus. Seit September ist die Familie nun wieder vereint, zunächst in einer Flüchtlingsunterkunft in Wüstensachsen. Jetzt wohnt sie zur Miete in Künzell.
Peyman Ramezani, der keiner Religionsgemeinschaft angehört und auch deshalb staatsfeindlicher Umtriebe in der islamischen Republik verdächtigt wurde, hat im Iran als Schweißer gearbeitet. Zurzeit besucht er in Fulda einen Deutschkurs und wird in Kürze die B 2-Prüfung ablegen. Danach möchte er eine Ausbildung zum Altenpfleger beginnen. Simone Möhring bestärkt ihn in dieser Absicht, weil er einfühlsam mit anderen Menschen umgehen könne. Kontakt mit dem Kreisjobcenter habe er bereits aufgenommen. Die Beraterin beschreibt den jungen Iraner als sehr zielstrebig, zuverlässig und offen für sein neues kulturelles Umfeld. Er sei motiviert, werde selbst aktiv und wolle sich ganz bewusst integrieren. Newsha Ramezani, die Muslimin ist, hat Grafikdesign studiert. Sobald die Kinderbetreuung geregelt ist, will auch sie einen Deutschkurs besuchen – vorzugsweise bei Welcome In!, wo spezielle Frauenkurse mit begleitender Kinderbetreuung angeboten werden.

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