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Visuelles Lifting, neue Navigation, noch lokalere Inhalte: Hans Peter Janisch (links) und Parzeller-Geschäftsführer Haldun Tuncay begutachten hier die ersten Probedrucke. Foto: Michael Bekai

Meister des Lesevergnügens

am 05.02.2019

Frischer, aufgeräumter, lokaler: Zeitungsdesigner Hans Peter Janisch über seine Relaunch-Ideen

FULDA (mlu). Kommunikations- und Zeitungsdesigner Hans Peter Janisch (59) berät seit Jahrzehnten die Medienindustrie und räumte schon zahlreiche  Preise der Branche ab. Durch seine internationale Lehrtätigkeit an renommierten Instituten prägt er mit einer ganz eigenen Handschrift einen Stil, der neugestalteten Produkten einen unverwechselbaren Charakter gibt.

Welche Trends gibt es denn derzeit im Bereich von Gratiszeitungen?
Wochenblätter werden immer journalistischer, redaktionell anspruchsvoller. Für viele – vor allem junge Leser – sind sie eine perfekte Ergänzung zur Aktualität des Internets. Die lokale Information steht dabei im Vordergrund. Waren vor einigen Jahren Wochenblätter noch eine bunte Mischung von beliebigen Agenturtexten, so hat sich dies grundlegend gewandelt. Was sich natürlich auch am aktuellen Relaunch des Marktkorb zeigt.

Warum muss sich  eine Zeitung immer wieder neu finden?
Ganz einfach: Der letzte Relaunch ist mehr oder weniger zehn Jahre her. Die Welt und wir selbst haben uns seither ziemlich verändert. Vor allem die Mediennutzung ist eine völlig andere geworden. Diesen Veränderungen trägt die aktuelle Neugestaltung jetzt Rechnung.

Welche Details waren Ihnen wichtig?
Vor allem die grafisch anspruchsvolle Umsetzung der Themenwelten ist hervorzuheben. Leben, Wohnen oder Mobilität werden im neuen Konzept redaktionell aufgewertet, visuell mit unterschiedlichen Erzählformen angereichert und bilden so ein ideales Werbeumfeld.

Lassen sich Zeitungstrends vorausahnen?
Als Zeitungsdesigner ist vor allem ein gutes Gespür für den Zeitgeist notwendig. Dieser visualisiert sich in Einrichtung, Kleidung und vor allem dem Medienkonsum unterschiedlicher Generationen. Aktuelles Zeitungsdesign ist „trendy“ oder zeitgerecht, wenn es  all dies in einem Produkt zusammenbringt.

Was bewirken magazinige Formate?
Wir kehren zurück zu guten Geschichten, eigenen Themen. Diese dürfen auch gerne etwas umfangreicher sein, wenn sie spannend präsentiert werden.
Die Kernkompetenz der genannten Wochenblätter liegt im lokalen Markt – die Redaktion nutzte dies für eine klare Blattstruktur. Wie wichtig ist diese?
Vielleicht ist die gelungene Navigation eines der wichtigsten Themen einer Neugestaltung. Der Leser muss zu jedem Zeitpunkt wissen, wo er sich befindet. Je lokaler ein Medium ist, desto nötiger ist dies.

Statt namenloser Artikel zeigen Redakteure bewusst Gesicht – können Zeitungen über ihre Autoren unverwechselbarer werden?
Der Leser will die „Macher“ sehen. Er will ihnen zustimmen oder auch nicht. Gerade in Zeiten von „Fake News“ ist es wichtiger denn je, Flagge zu zeigen. Auf diese Weise wird das Produkt schließlich einzigartig.

Welche Rubriken oder Nachrichten in Wochenblättern lesen Sie eigentlich persönlich am liebsten?
Ich orientiere mich sehr stark an den lokalen und regionalen Veranstaltungstipps, somit ist der Bereich „Events“ für mich in den Wochenblättern besonders interessant.

Welches war die Zeitung mit der kleinsten Auflage, die Sie gestaltet haben, welche die auflagenstärkste Publikation?
Eine der auflagenstärksten war auch eine meiner ersten Neugestaltungen aus dem Jahr 1991. Die „Freie Presse“ in Chemnitz, mit einer Auflage von über 650 000 Exemplaren. Die kleinste Auflage hatte zweifelsohne die Schülerzeitung der Klasse 9 der Lüdertalschule in Großenlüder. (LOL)

Wie viele Zeitungsdesigner gibt es eigentlich – und wie viele davon kennen Sie persönlich?

Man kennt sich in der Branche ... In Deutschland gibt es vielleicht eine Handvoll, die – so wie ich – als Berater für viele Zeitungen tätig sind. Die meisten sind alte Hasen, die in dieser Branche schon lange tätig sind. Selbst ein weltweites Treffen all dieser Leute wäre immer noch ein kleines Familientreffen...

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