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Der Haupteingang des historischen Schulgebäudes in der Universitätsstraße. Foto: Stadt Fulda

Ein Schulgebäude mit großer Tradition

am 16.01.2019

Serie (Teil 2): Exemplarische Beispiele für die Bandbreite der städtischen Schulen / Heute: Die Adolf-von-Dalberg-Schule

FULDA (fd). Die Adolf-von-Dalberg-Schule Fulda ist eine ganztägig arbeitende Grundschule mit Vorklasse. Sie wird zurzeit von ca. 190 Schülerinnen und Schülern besucht, die in 8 Klassen und eine Vorklasse eingeteilt sind. Das Gebäude der Schule ist ein Hingucker – mit einer bedeutenden Geschichte.

Die Schule liegt in der Innenstadt in einem historischen Gebäude: Die vom Namensgeber der Schule, Fürstabt Adolf von Dalberg, 1734 gegründete erste Universität Fulda hatte hier ihren Sitz. Bis zu ihrer Auflösung 1805 bildete die „Adolphiana“ viele Akademiker aus. Das schmucke Gebäude entwarf der Fuldaer Hofarchitekt Andreas Gallasini. Nach dem Ende der Universität zog mit dem späteren Domgymnasium erstmals eine Schule in das Haus ein. Bis zum Umzug in das Schulviertel nach Ziehers-Nord 1968 bevölkerten Generationen von Gymnasiasten die Räume. Vor 50 Jahren wurde dann die Adolf-von-Dalberg-Grundschule in dem Bau etabliert.
Die Adolf-von-Dalberg-Schule besuchen heute viele Kinder mit Migrationshintergrund. Im täglichen Umgang mit allen Kindern werden Mehrsprachigkeit und unterschiedliche kulturelle Erfahrungen als Bereicherung des Schullebens gesehen.
Feste wie das Schulfest, das Schulpicknick oder das Adventscafé stehen im Zeichen des interkulturellen Austauschs mit wundervollen Begegnungen. Durch die besondere Lage sind außerschulische Lernorte (Vonderau-Museum, Planetarium, Kinderakademie, Umweltzentrum, Schlosstheater und ähnliche Einrichtungen) leicht zu nutzen.

Über 20 verschiedene Nationalitäten vertreten

Die Vorklasse der Adolf-von-Dalberg-Schule besuchen schulpflichtige Kinder auch aus angrenzenden Schulbezirken, die aus verschiedenen Gründen noch nicht die Fähigkeit zum Besuch des 1. Schuljahres entwickelt haben. Zusätzlich gibt es momentan drei Vorlaufkurse, die von Kindergartenkindern im letzten Kindergartenjahr angrenzender Kindertagesstätten besucht werden, um vor Schuleintritt in der Sprache Deutsch gefördert zu werden. Im Schuljahr 2018/2019 sind über 20 verschiedene Nationalitäten vertreten.
Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache werden über eine Intensivklasse im Bereich Deutsch als Zweitsprache von Lehrkräften in der Unterrichtskernzeit in Kleinstgruppen inklusiv oder parallel zum Regelunterricht gefördert. In ihrer fast 50-jährigen Geschichte als reine Grundschule hat sich die Adolf-von-Dalberg-Schule Fulda konzeptionell stetig weiterentwickelt.
Die Schule wird im Rahmen ihres umfangreichen Bildungs- und Erziehungsauftrags mehr und mehr zu einem Ort, an dem Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und andere Menschen einen großen Teil ihrer Zeit verbringen. Dieser Lebens- und Erfahrungsraum soll so gestaltet sein, dass er der Gesundheitsförderung aller am Schulleben Beteiligten dienlich ist. Ein arbeitsintensiver Prozess über ein Jahrzehnt wurde mit dem Gesamtzertifikat „Gesundheitsfördernde Schule“ durch den Hessischen Kultusminister Prof. Dr. Lorz am 20. Mai 2016 gewürdigt.
Bereits im März 2008 hatte die Schule den Antrag auf Umwandlung in eine Schule mit pädagogischer Mittagsbetreuung gestellt. In jährlichen Evaluationen wurde das Ganztagskonzept dahingehend weiterentwickelt, dass die Schule seit dem Schuljahr 2015/2016 ganztägig arbeitende Schule im Ganztagsprofil 2 ist. Betreuungsträger ist seit Beginn der Deutsche Kinderschutzbund Fulda. In enger Vernetzung zwischen dem Ganztagsteam der Schule und den pädagogischen Fachkräften des Kinderschutzbundes kann dem zunehmenden Bedarf an Ganztagsbetreuung Rechnung getragen werden, sodass mittlerweile 72 Prozent der Schülerschaft in den Ganztag eingebunden ist.
Seit dem Schuljahr 2011/2012 hat sich zudem die Schule auf den Weg gemacht, Kinder mit unterschiedlichen Förderbedarfen aufzunehmen und inklusiv zu unterrichten – wie es die Bildungspolitik nach der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention vorsieht. Unterstützung wird durch Förderschullehrkräfte des Beratungs- und Förderzentrums (Brüder-Grimm-Schule Fulda) gegeben. Die Erfahrungen mit der Bereitschaft, den Unterricht für alle Kinder zu öffnen, sind positiv. Die damit verbundenen Veränderungen des Lernens und des Zusammenlebens wird als Herausforderung und als Bereicherung erfahren.
Klaus Niesel, der seit August 2017 Schulleiter ist, sagt über seinen Beruf und seine Schule: „Die Arbeit in einer ganztägig arbeitenden Grundschule stellt für mich persönlich die schönste berufliche Herausforderung dar, die vorstellbar ist. Schön, weil Kinder in ihrer Einzigartigkeit uns jeden Tag aufs Neue vor Augen führen, welch vertrauensvolle Verantwortung wir von den Elternhäusern übertragen bekommen, um teilhaben zu dürfen an der kindlichen Entwicklung im Rahmen unseres Bildungs- und Erziehungsauftrags. Aber auch herausfordernd, weil in der Grundschule die höchst mögliche Heterogenität an kindlichen Charakteren mit ihren Familiensystemen in jedem Klassenzimmer vorzufinden ist. Das bringt uns Lehrende auch bis an Grenzen der Belastbarkeit, da Kinder als Spiegelbild von gesellschaftlichen Veränderungen vor uns sitzen und jeder zu Recht das Recht auf Bildung hat.“
Umso wichtiger sei es, dass die Politik weitere Ressourcen für Schulen schafft, damit eine angemessene Beschulung an dem für das Kind besten Bildungsort möglich ist, betont Niesel.
Schulträger der Adolf-von-Dalberg-Schule ist die Stadt Fulda und damit hauptverantwortlich sowohl für die Ausgestaltung sowie Instandhaltung des Schulgebäudes und des Schulgeländes als auch für die Ausstattung, unter anderem  Schulmöbel und Lehrmittel.
Mit der innerstädtischen Lage und einem hohen Anteil an Familien mit Migrationshintergrund ist Sprachförderung ein durchgängiges Unterrichtsprinzip und wird durch die Stundenzuweisung durch das Staatliche Schulamt berücksichtigt. Dies kommt den Kindern durch eine noch individuellere Begleitung und Förderung zugute.
Über die Stundentafel hinaus gibt es an der Adolf-von-Dalberg-Schule eine sechste Deutschstunde, neben dem regulären Mathematikunterricht noch eine Geometriestunde und für eine stärkere Rhythmisierung innerhalb des Ganztages zusätzliche Lernzeitstunden am Vormittag in den Klassen 3 und 4, die meist der Bewegung und inhaltlichen Entlastung dienen. Ethik wird seit diesem Schuljahr in allen Jahrgangsstufen parallel zum konfessionellen Religionsunterricht angeboten.
Mit Freude und Überzeugung, Kinder im Grundschulalter zu unterrichten - diese Devise bildet trotz vieler schnelllebiger Veränderungen in Schule den Kern der Arbeit des Kollegiums, sagt Schulleiter Niesel und fügt an: „Ich bin stolz, Schulleiter dieser wunderbaren Schule zu sein.“

Serie „Fuldaer Schulen“

Schulen gestalten Zukunft. Wir nehmen die hohe Bedeutung guter Bildungsangebote für unsere Kinder als Stadt sehr wichtig und berichten daher in den nächsten Wochen über Leitbilder, investive Maßnahmen und die breiten schulischen Angebote der Stadt Fulda. So präsentieren wir in dieser neuen Serie beispielhaft drei städtische Schulen – ein Gymnasium, eine Haupt- und Realschule sowie eine Grundschule.
Teil 2 der Serie beschäftigt sich mit der Adolf-von-Dalberg-Schule als städtische Grundschule.

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