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In seinem Buch legt Hugo Reinhart ein Zeugnis ab über die Zeit des Krieges und seiner Erlebnisse als junger Wehrmachtssoldat. Foto: privat

Vom Wahnsinn des Krieges

am 07.01.2019

Bewegender Erlebnisbericht eines 17-jährigen Soldaten: „Einer von denen war ich“

HILDERS (MK). Mit seinem Buch „Einer von denen war ich“ legt der Autor und Kunstmaler Hugo Reinhart, als einer der letzten Zeitzeugen, einen detaillierten Bericht über seinen lebensbedrohlichen Kriegseinsatz an der Oder und in der französischen Kriegsgefangenschaft vor. Auf eindringliche Weise führt dieser Antikriegsbericht die Absurdität des Krieges vor, die auch heute, angesichts von Krieg und Gewalt auf der Welt, nichts an Aktualität  verloren hat.

Der 91-jährige Hugo Reinhart hat seine Erlebnisse als junger Wehrmachtssoldat zu einem 200 Seiten umfassenden Buch zusammengefasst. Aus erster Hand schildert der Autor, in einer klaren Sprache, die Sinnlosigkeit des Krieges und das qualvolle, trostlose Leben in der Gefangenschaft.
Grauenvoll sind die Kämpfe an der Oderfront im Winter 1945 um die Seelower Höhen, bei denen Hugo Reinhart mit nur wenigen Kameraden das bereits eingeschlossene Gut „Klessin“, das von Hitler zur Festung erklärt wurde, mit letzter Kraft gegen eine große, russische Übermacht verteidigt. Nur ein Hohlweg trennt sie vom Feind. Sie führen einen aussichtslosen Kampf und werden durch ständige Nahkämpfe und stundenlanges Trommelfeuer weitgehend aufgerieben. Mit einer wichtigen Meldung, verwundet an beiden Beinen, brechen sie zu zweit aus dem Kessel aus und haben schreckliche Erlebnisse, bevor sie nach langen Stunden endlich wieder auf deutsche Soldaten stoßen.

Gefangener der Franzosen

Der junge Soldat überlebt und gelangt in französische Gefangenschaft. Dreieinhalb Jahre schlägt sich der findige und willensstarke junge Mann als Kriegsgefangener in Frankreich durch. Er kämpft gegen Hunger, Durst und Typhus. Er schuftet als Straßenfeger in Paris, im Bergwerk unter Tage und auf Militär-Kommandos. Drei Fluchtversuche unternimmt er und kommt bis nach Gent in Belgien. Dort sitzt er schon in einem Güterwagen, der nach Aachen fährt. Doch es kommt anders, Dunkelhaft und Einzelarrest hat es ihm eingebracht.
Am 31. Oktober 1948 kommt Hugo Reinhart überglücklich als Spätheimkehrer in seine Heimat zurück – doch bis er wirklich angekommen ist, vergeht Zeit! Die erste Nacht in Freiheit verbringt er auf dem harten Fußboden seines ehemaligen Kinderzimmers – die Gemütlichkeit seines Bettes kann er noch nicht ertragen.

Zeugnis einer Zeit, die sich „nicht wiederholen darf“

„Einer von denen war ich“ ist ein authentischer Insiderbericht, der außergewöhnlich präzise, wertfrei und persönlich die vielfältigen Erlebnisse eines jungen Soldaten zum Ende des Zweiten Weltkrieges beschreibt. Hugo Reinhart erzählt mal schockierend, mal heiter, aber immer spannend und mit großer Darstellungskraft. Der fesselnde und aufrüttelnde Lebensbericht zeigt auf, wie viele junge Menschen im Krieg ihrer Jugend beraubt wurden und dass keiner von ihnen unbeschädigt nach Hause zurückkehrte. Der Autor versteht sein Buch als Mahnung zum Frieden und will – so schreibt er in seinem Vorwort – anklagen und Zeugnis ablegen über das Schicksal eines Einzelnen, von Millionen ähnlicher Schicksale im Zweiten Weltkrieg, um damit der Nachwelt aufzuzeigen, was in jener unheilvollen Zeit geschehen ist und sich nicht wiederholen darf, um so einen Beitrag zu leisten, künftige Kriege zu vermeiden.

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