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Gewerbe, so weit das Auge reicht: Das Gebiet um die einstige Lehmgrube ist mittlerweile ein Gewerbe- und Wohngebiet. Foto: Enterprise Capital

Von der Leimekuitt zum Wohnpark am See

am 27.12.2018

Fulda Anders (12): Aus der Alten Ziegelei wird ein attraktives Einkaufs- und Wohngebiet

FULDA (kar). Der 2011 verstorbene Petersberger Alfred Axt berichtet für den Heimatverein Petersberg von Abenteuern, die er um 1930 mit den Spielkameraden in der mit Wasser gefüllten Lehmgrube (Leimekuitt) der Ziegelei am östlichen Ortsrand erlebt hat.

Mit allerlei untauglichen Mitteln versuchte er zumBeispiel mit Spielkameraden ein Boot zu bauen und ging dabei regelmäßig unter. Das Abbaufeld der Ziegelei in der Nachbarschaft war ein echtes Abenteuerparadies. Den hier abgebauten Lehm nutzte man schon recht früh als Baustoff. So diente in den Fachwerkhäusern ein Lehmstroh-Gemisch zum Ausfüllen der Wände und herkömmliche Strohdächer wurden bald durch Dächer aus Lehmziegeln ersetzt. Später waren Backsteine, Gittersteine oder Ziegelsteine begehrte Baustoffe.

„Lose Trümmergesteine“


Das durch den Abbau entstandene riesige Loch ist heute verfüllt und durchgehend bebaut. Weil sich das siedlungsgeografische Erscheinungsbild hier in kurzer Zeit grundlegend verändert hat, sei in der Serie „Fulda – anders“ ein Blick über den in der Nähe liegenden Stadtrand erlaubt. Geologisch betrachtet, gehören Lehm und Ton zu den „losen Trümmergesteinen“. Ton entstand durch die Verwitterung aus Mineralien der Urgesteine unter Einwirkung von Kohlensäure. Ist der Ton durch Sand und organische Materialien verunreinigt, nennt man ihn Lehm. Für die Ziegelherstellung wird er mit verschiedenen Zuschlagstoffen vermischt, geformt und anschließend gebrannt.

Ziegelei stellte ihren Betrieb 2001 ein

Die letzten Besitzer der Petersberger Ziegelei hatten das Werk 1978 von der Firma Johs. Schmitt übernommen, die es wohl 1905 als Familienbetrieb gründeten. Die Ziegelei stellte 2001 ihren Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen ein. In der Gemeinde Petersberg arbeitete man intensiv daran, aus dem rund zwölf Hektar großen Areal einen Gewerbe- und Wohnpark zu gestalten. Während der Bereich der Fabrikationsgebäude bald verkauft und bebaut war, türmten sich für das Grubengebiet zahlreiche Schwierigkeiten auf. Die Hochspannungsleitung wurde auf Kosten der Ziegeleibesitzer in die Erde verlegt und die riesige Grube wurde verfüllt und verdichtet.
Zahlreiche Bedenkenträger sahen die darauf zu errichtenden Häuser schon bald im Boden versinken und lieferten sich politisch und fachlich heftige Diskussionen. Ungeachtet dessen erfolgte 2006 der erste Spatenstich auf dem Wohnpark am See-Gelände. Nachdem auch noch 2008 der neue Autobahnanschluss Fulda Mitte eröffnet worden war, entwickelte sich hier ein reges Geschäftsleben. Wohl auch, weil man bautechnisch vorgesorgt hatte, ist von Bauschäden durch Bodensenkungen bisher nichts zu bemerken.
Mehr zur MK-Serie online unter: fuldaanders.jimdo.com

MK-Serie „Fulda Anders“

Rudolf Karpe ist Lehrer und ehemaliger Leiter des Medienzentrums Fulda mit dem Hobby Luftbildfotografie. Mit Unterstützung der beiden Piloten Martin Farnung und Fred Kremser sind in den vergangenen 30 Jahren rund 20 000 Luftaufnahmen entstanden, die die Entwicklung von Fulda und Umgebung dokumentieren. Die interessantesten „Fulda-Anders“- Gebiete werden in einer mehrteiligen, unregelmäßig erscheinenden Reihe vorgestellt.
Wer Interesse an den Bildern hat, schreibe eine E-Mail an
FuldaAnders@gmail.com

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