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Mit solchen und ähnlichen Flugblättern sprechen bundesweit tätige Gruppen Hausbesitzer an, um sich einen Zutritt zu deren Wohnung zu verschaffen. Die dann oft folgenden Geschäfte sind für die Polizei schwer zu fassen. Foto: er

Polizei warnt vor Betrüger-Clans

am 19.12.2018

Trickbetrug: Der Ankauf alter Pelze oder Teppichreinigung ist oft ein Vorwand für Gaunereien

FULDA (MK). Die Angebote sind unterschiedlich:Firmen bieten den Ankauf alter Pelze oder alter Münzen an, sie reinigen Teppiche oder Terrassen. Gemeinsamkeit der Angebote: Die Firmen kommen nicht aus der Region, und sie wickeln die Geschäfte im Haus des Kunden ab. Das nutzen sie allerdings oft zu Betrügereien, warnt die Polizei.

„Seit September wurden wir mit 15 Fällen konfrontiert, in denen Hausbewohner im Kreis Fulda in ihren eigenen vier Wänden Opfer von Betrügereien wurden“, erklärt Dominik Möller, Sprecher des Polizeipräsidiums Ost-hessen. Die Banden seien bundesweit tätig. Mitglieder ethnischer Minderheiten seien unter den Tätern überdurchschnittlich stark vertreten.
Die Masche sei stets die gleiche: Auf Flugblättern, die gerne einer Tageszeitung beigelegt werden, bieten Unternehmen an, alten Hausrat, Münzen oder Pelze zu Höchstpreisen anzukaufen, oder Teppiche, Polstermöbel und Bodenbeläge zu reinigen – zu besonders günstigen Preisen.
„Auf den Flugblättern ist eine Telefonnummer angegeben. Ruft ein Interessent an, klären die Gauner am Telefon ab, was bei ihren Kunden zu holen sein könnte und wie sie mit ihnen umgehen müssen“, berichtet der Polizeisprecher. Oft seien ältere Menschen die Opfer der Banden. Die Täter gingen geschickt vor und sie besäßen großes rhetorisches Können.
„In den Verkaufsgesprächen werden die Opfer gedrängt, wertvollen Schmuck oder wertvolle Münzen für wenig Geld abzugeben“, berichtet Möller. Manchmal würden Pelze oder andere Wertsachen gegen eine kleine Anzahlung mitgenommen – mit dem Argument, solch ein wertvolles Stück müsse man von einem Experten schätzen lassen. Die Täter kämen jedoch nie wieder. In anderen Fällen kündigten sie an, sie wollten Pelze ankaufen. Einmal in der Wohnung, interessierten sie sich dann für anderes, etwa Münzen, und kauften es für einen sehr niedrigen Preis an. „Rechtlich ist das schwer zu greifen, denn die Täter agieren am Rande der Legalität“, sagt Möller. „Sie üben keine Gewalt aus, sie bedrohen nicht. Ob es sich um Betrug im strafrechtlichen Sinne handelt, ist im Einzelfall nicht immer leicht zu beweisen.“ Der Beamte rät deshalb grundsätzlich von Haustürgeschäften ab. Manchmal, aber nicht immer, komme es bei den Geschäften auch zu Diebstählen aus der Wohnung.
Um sich einen seriösen Anstrich zu geben, versuchen die Täter, ihre Flugblätter einer Tageszeitung beilegen zu lassen. „Deshalb müssen auch Verlage wachsam sein“, sagt Möller.
Bei der Fuldaer Zeitung ist eine solche Bande mit dem Wunsch, ein Flugblatt beilegen zu lassen, vor wenigen Tagen gescheitert. Der Täter meldete sich per Handy unter verschiedenen Namen, verhandelte mit mehreren Mitarbeitern, lehnte es ab, das geplante Flugblatt dem Verlag vorzulegen und wollte bar zahlen. Die Fuldaer Zeitung alarmierte die Polizei.

Tipp

„Machen Sie am besten gar keine Geschäfte an der Haustür“, rät Polizeisprecher Dominik Möller. „Wenn Sie Pelze oder Münzen verkaufen wollen, dann suchen Sie etablierte Händler in Ihrer Region auf. Wenden Sie sich auch bei anderen Dienstleistungen wie Polsterreinigungen an seriöse Anbieter aus Ihrer Region.“

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