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Sieht aus wie ein Militärfahrzeug, ist aber keins:Rolf Schamberger mit einem Entgiftungs-Fahrzeug des Katastrophenschutzes, der im Deutschen Feuerwehrmuseum auch zu. Fotos: T. Goßmann

Keine Prinzen, sondern Teamplayer

am 05.12.2018

Entwicklung der Jugendfeuerwehr im Feuerwehrmuseum / 50 Jahre Jugendfeuerwehr Fulda Mitte

FULDA (tg). Das Feuer wirkt auf den Menschen eine ungebrochene Faszination aus. Es liefert Wärme und Licht, aber es birgt auch Gefahren, sowohl für materielle Güter als auch für Leib und Leben. Gefahren, gegen die die Feuerwehren mit Herzblut und Engagement antreten. Engagement, das oft schon früh beginnt, nämlich mit der Jugendfeuerwehr.

Die Jugendfeuerwehr (JF) Fulda Mitte hat ihren 50. Geburtstag 2019 (siehe Kasten), deutschlandweit feierten die Nachwuchs-Lebensretter bereits 2014 ihr 50-jähriges Bestehen. Zum diesem Jubiläum bot das Deutsche Feuerwehrmuseum Fulda eine Sonderausstellung „50 Jahre Deutsche Jugendfeuerwehr“. „Aufgrund des großen Erfolges haben wir uns entschlossen, sie dauerhaft ins Museum zu integrieren“, sagt Rolf Schamberger, Leiter des Museums. Sie skizziert, was sich historisch im Bereich JF alles getan hat.
„Im 17. Jahrhundert zum Beispiel, als die durchschnittliche Lebenserwartung bei etwa 35 Jahren lag, gab es keine ausgebildete Feuerwehr“, berichtet Schamberger. Im Brandfall wurden erwachsene Männer je nach ihrem Berufsbild eingesetzt, während Frauen und Kinder in der Eimerkette tätig waren.
Fast schon ein eigenes Kapitel für sich war die Situation der Brandlöscher ab 1933 im Dritten Reich. Neben der Schule wurden Kinder und Jugendliche in Gruppierungen der einzig zugelassenen Jugend-Organisation, der Hitlerjugend (HJ), ideologisiert. Im HJ-Streifendienst wiederum leisteten nach Kriegsbeginn eigens ausgebildete Hitlerjungen wie erwachsene Männer Feuerwehrdienst, gegen Kriegsende kommen auch Frauenabteilungen hinzu.
Hingucker der Ausstellung ist ein Wohnzimmer eines Jugendlichen in den 50ern und eines modernen: Hans und Jasmin. „Hans, geboren 1950, ist 1964 der Jugendfeuerwehr beigetreten“, erzählt der Museumsleiter die Geschichte des fiktiven jungen Mannes, dessen inszeniertes Zuhause prima zu den 50ern passt. Gleich daneben ist das moderne Zimmer seiner Enkelin Jasmin, eingerichtet mit zum Beispiel PC, Manga-Postern und Musiksessel. Auch sie geht bereits in die DJF.

Kampf um den Nachwuchs

Die DJF muss jetzt alle Möglichkeiten der Werbung um Nachwuchs nutzen. Während Hans und Jasmin fiktiv sind, ist der Kampf um Nachwuchs umso realer: Faktoren wie demografische Entwicklung häufige Wohnsitzwechsel, oder der Trend zu mehr Individualität sorgen immer mehr für sinkende Mitgliedszahlen.
Wer Schambergers Ausführungen bei der Museumstour folgt, erkennt schnell, dass bei der JF „keine Prinzen, sondern Teamplayer“ gefragt sind. „Die moderne DJF hat die amerikanischen Pfadfinder als Vorbild“, weiß der 60-Jährige. Der aus Schweinfurt stammende Kunsthistoriker war selbst übrigens bei der Marine im Schiffsbrandschutz tätig, begann sich aber auch zunehmend für die Industriegeschichte zu interessieren, von der die Feuerwehr auch ein Teil ist. Seit 23 Jahren bietet er jetzt im Deutschen Feuerwehrmuseum Führungen an und hat großen Spaß, Menschen in die Thematik zu integrieren. Überhaupt sind aus seiner Sicht neben dem Faktor Spaß auch die Herzenssache und das Persönliche das, was im Vordergrund steht. „Mensch statt Motor“, fasst er die Essenz der Feuerwehren treffend zusammen.

Neue Ausstellung

Um den Faktor Mensch klar hervorzuheben, ist gerade die neue Ausstellung „Mensch Feuerwehr“ in Arbeit, die verschiedene Feuerwehrleute vorgestellt. Wer sind die Gesichter hinter der Schutzmaske? Was bewegte sie zum Beitritt? Und was bedeutet für sie das Ehrenamt bei der Feuerwehr? Ihre Schicksale werden 2019 in „Mensch Feuerwehr“ dargestellt. Der Eröffnungstermin wird noch bekannt gegeben.

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