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1990 und 2010 auf der Ochsenwiese: Beide Male leuchtete zufälligerweise ein knallrotes Zirkuszelt auf dem Platz, aber die Gebäude drum herum zeigen den Wandel. Fotos (2): Rudolf Karpe

Wenn der Zirkus zweimal grüßt

am 05.12.2018

Fulda Anders (11): Kerzenindustrie und Berufsschule als Bauplatzvorgänger des Kongresszentrums

FULDA (kar). Der Zirkus auf der Ochsenwiese fiel mir bei meinen jährlichen Dokumentationsflügen sofort ins Auge und so entstanden 1993 und rund zwei Jahre später zwei Fotos aus ähnlichem Blickwinkel von der aktuell gastierenden Zirkuswelt mit Umgebung.

Während sich auf dem Festplatz die Motive ähneln, erkennt man in der Nachbarschaft gewaltige Veränderungen. Auf der sogenannten Bertawiese und dem Gelände der alten Berufsschule entstand ein Kongresszentrum mit Hotel und Schwimmbad.
Wie so viele Areale Fuldas hat der Bereich „hinter dem Bahnhof“ eine wechselvolle Geschichte. Für die von den ewig rußenden und qualmenden Kerzen geplagten Bürger war die Fuldaer Kerzenproduktion des „Lichtziehermeisters“ Franz Berta im 19. Jahrhundert eine wahre Wohltat. Er nutzte die neuentdeckten Rohstoffe Stearin und Paraffin zur industriellen Produktion von raucharmen Kerzen. Nach der Zerstörung der Produktionsstätte im Krieg erfolgte kein Wiederaufbau. Der freigeräumte Platz trug den Namen Bertawiese und wurde lange als Parkfläche genutzt.

Wachsendes Hotel

In unmittelbarer Nähe stand der markante Querbau der ehemaligen gewerblichen Berufsschule. Das 1905 errichtete Gebäude wurde von Fabrikant Karl Ziegler zunächst für die Möbelherstellung genutzt, später erfuhr er eine Umnutzung als Wachswaren- und Kerzenfabrik. 1926 erwarb die Stadt Fulda das Gebäude und baute es für die Zwecke der Berufsschule um, die dort ab 1929 ihren Platz hatte. Der Wiederaufbau nach Kriegsschäden erfolgte 1951, gleichzeitig wurden weitere Gebäude ergänzt. Die Raumnot und gesteigerte Anforderungen ließen  1974 die Stadtväter im „Schulviertel“ die neue Gewerblich-technische Berufsschule der Stadt Fulda (Ferdinand-Braun-Schule) erbauen. Erst 1987/88 war der Umzug für alle Bereiche vollzogen. Bis dahin teilten sich die verbliebenen Fachbereiche die Gebäude unter anderem mit dem Fuldaer Jugendtreff.

In den Folgejahren wurde die „Alte Berufsschule“ abgerissen und nach bewegtem Planungsauftakt feierte man 2004 Richtfest für das mit 40 Millionen Euro veranschlagte Kultur- und Kongresszentrum Esperanto. Allen Kritikern zum Trotz erwies sich die Konzeption des Objekts in unmittelbarer Bahnhofsnähe mit 330 Hotelzimmern und einer 5000 Personen-Halle in der Mitte Deutschlands als Volltreffer. Daher ist es nicht verwunderlich, dass bald eine Erweiterung erfolgte und aktuell eine nochmalige Erweiterung in Planung ist.
Mehr zur MK-Serie online unter: fuldaanders.jimdo.com

MK-Serie Fulda Anders von Rudolf Karpe

Rudolf Karpe ist Lehrer und ehemaliger  Leiter des Medienzentrums Fulda mit dem Hobby Luftbildfotografie. Mit Unterstützung der beiden Piloten Martin Farnung und Fred Kremser sind in den vergangenen 30 Jahren rund 20 000 Luftaufnahmen entstanden, die die Entwicklung von Fulda und Umgebung dokumentieren.
Die interessantesten „Fulda-Anders“- Gebiete werden in einer mehrteiligen, unregelmäßig erscheinenden Reihe vorgestellt.

Wer Interesse an den Bildern hat, schreibe eine E-Mail an FuldaAnders@gmail.com

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