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Beim letzten verkaufsoffenen Sonntag war T-Shirt-Wetter. Anlass war das Stadtfest von Fulda 2018. Foto: han

Verkaufsoffene Sonntage selten in Fulda

am 28.11.2018

Eddi Leib sieht Geschäfte als Herzstücke der Innenstadt / Besucherfrequenzen steigern

FULDA (MK). Die Anforderungen der Gerichte an die Genehmigung verkaufsoffener Sonntage werden immer strenger. Um Risiken zu vermeiden, beschränkt sich Fuldas Handel 2018  auf eine einzige Sonntagsöffnung. Vier Sonntage wären aber grundsätzlich möglich. In anderen Städten öffnen die Läden hingegen durchaus häufiger.

Für den Fuldaer Einzelhandel sind Verkaufssonntage extrem wichtig. „Verkaufsoffene Sonntage sind ein wichtiger Baustein zur Belebung einer Innenstadt. Sie stärken die City und steigern die Kunden- und Besucherfrequenzen“, sagt Edeltraud Leib vom City Marketing Fulda. Die Geschäfte seien das Herzstück der Innenstädte. Wenn der Innenstadthandel an Attraktivität verliere, schade das der City insgesamt. „Die Entwicklung des Onlinehandels wird den Effekt für die Innenstadt eher noch beschleunigen“, warnt Leib.
Ein verkaufsoffener Sonntag locke viele Besucher aus einem weiten Umkreis in die Stadt. Das poliere zum einen das Image der Geschäfte und der gesamten Innenstadt auf, zum anderen sei der Sonntagsverkauf aber auch ein Wirtschaftsfaktor – er bringt also zusätzliche Umsätze, erläutert Leib. Die Verkaufssonntage haben jedoch nicht nur Anhänger.
Eine Allianz aus Gewerkschaften und Kirchen sieht die Ladenöffnung an einem Sonntag kritisch. Mit zahlreichen Klagen haben sie erreicht, dass die Verwaltungsgerichte hohe Hürden vor der Genehmigung verkaufsoffener Sonntage errichtet haben: Die Ladenöffnung muss das Beiwerk zu einem größeren Fest sein. Um zu belegen, dass das Fest und nicht das Einkaufserlebnis so viele Besucher anzieht, müssen die Kommunen sogar hunderte Besucherzahlen aus Vorjahren vorlegen. Zudem muss eine enge räumliche Nähe zwischen dem Fest oder Markt und den geöffneten Läden bestehen.
Das Fest muss auch von der Fläche größer sein als die Ladenfläche. Das ist für große Städte schwieriger als für kleinere Kommunen. Auch in der Werbung sollte der Markt, der Anlass für die Öffnung ist, im Vordergrund stehen – nicht die Ladenöffnung selbst. In den vergangenen beiden Jahren haben hessische Verwaltungsgerichte die Ladenöffnung sogar gerade einmal zwei Tage vor dem geplanten Verkaufssonntag untersagt. Die kurzfristige Absage war für die Veranstalter mit erheblichen Kosten verbunden – wie in Petersberg, wo Gerichte den Verkaufssonntag im Oktober 2016 kurzfristig kippten, weil der Anlass für die Ladenöffnung zu klein gewesen sei. Danach fanden keine Sonntagsöffnungen in Petersberg mehr statt.
Vor diesen von den Verwaltungsgerichten aufgerichteten Hürden ist City Marketing in diesem Jahr zurückgeschreckt. Der Verein beschränkt sich auf den einen Verkaufssonntag zum Stadtfest im Juni.
City Marketing hatte überlegt, für den Sonntag, 30. Dezember, eine Ladenöffnung zu beantragen. Verkaufssonntage sind im Advent nicht erlaubt, aber der zweitletzte Tag des Jahres wäre theoretisch möglich gewesen. Aber der Handel hat von diesem Termin Abstand genommen. „Im Hinblick darauf, dass eine Veranstaltung mit einem verkaufsoffenen Sonntag zum Jahresende bisher nicht etabliert oder traditionell vorhanden ist und daher völlig neu konzipiert werden müsste, ist dies 2018 nicht darstellbar“, so Leib.

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