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Noch knapp zwei Wochen braucht Ingmar Süß aus Künzell für die Domstadt im Kleinformat. Foto: Christiane Hartung

„So schön war es noch nie“

am 09.07.2018

Fulda-Graffitis von Ingmar Süß kommen bei den Passanten gut an

FULDA (chh). In dem Durchgang zwischen Königstraße und Kanalstraße riecht es frisch nach Farbe. Derzeit entsteht dort an den Wänden nach und nach ein richtiges Kunstwerk – zur Vorlage dienen historische Gebäude Fuldas.

Graffiti kann auch schön sein, das beweist der Künstler und Illustrator Ingmar Süß aus Künzell. Vorsichtig fährt er mit dem Sprühstrahl die Konturen nach. Nur den Sockel der Wand hat er fein säuberlich abgeklebt. „Aber nur weil ich dort mehrere Farben verwende“, erklärt der 36-Jährige. Reine Übungssache also, eine gerade saubere Linie zu sprühen. Und die hat der zweifache Familienvater, der gebürtig aus der Nähe von Nürnberg kommt, reichlich. „Vor etwa 20 Jahren habe ich mit dem Sprühen angefangen.“
Kein Wunder also, dass er für die Fulda-Bilder keinerlei Schablonen oder Hilfsmittel benötigt und alles freihand aufträgt. Lediglich ein Foto des jeweiligen Gebäudes dient ihm zur Vorlage. „Die Graffitis sind zwar nicht fotorealistisch, aber schon realistisch. Es ist halt mein eigener Stil“, sagt er schmunzelnd.
„Der Wunsch war, die Stadt zu zeigen. Allerdings sollte es nicht zu grell und zu bunt werden“, fasst Süß zusammen. Gerade auch, weil durch die Passage die Stadtführungen laufen. Bereits jetzt kommt das Kunstwerk bei den Passanten gut an. Immer wieder bleiben sie stehen, schauen gebannt auf die Wand. Manche fotografieren die Graffitis, andere sprechen Ingmar Süß direkt an und loben, was sie sehen. „So schön war es noch nie“, kommt es einer Frau über die Lippen. „Ich bin überrascht, dass es durchweg nur positive Reaktionen gibt“, sagt der junge Mann. Vielleicht schaut man sich die Heimat auch gerne mal als Kunstwerk an.
Vier bis fünf Stunden benötigt der Künstler pro Bild. In etwa zwei Wochen sollen beide Wände der Ritter-Passage fertig sein. Über den Zwischenstand freut sich nicht nur Vinum-Inhaber Mark Flößner bereits jetzt, der zusammen mit anderen Anwohnern die Idee bei einer Stadtbegehung geäußert hatte. Immer wieder hatte es das Problem gegeben, dass auf der frisch gestrichenen Wand erneut gesprayt worden war. Auch Hauseigentümer Peter Gützel staunt über die schönen Gemälde und hofft, dass nun mit den unerwünschten Schmierereien endlich Ruhe einkehrt. Ingmar Süß ist zuversichtlich, denn schließlich herrscht unter den professionellen Sprayern ein Ehrenkodex, nach dem sie sich nicht gegenseitig übersprühen.

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