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Mit Hilfe des Taubenhauses in der Fuldaaue will die Stadt das Problem mit den Tauben in den Griff bekommen. Foto: Jenna Weidemeier

Taubenhaus in der Fulda-Aue erntet Spott im Fernsehen

am 21.02.2018

„extra3“ und ZDF-Länderspiegel berichten über Ärger mit Gefiederten

FULDA (MK/chh). Längst stehen die Tauben aus Fuldas Innenstadt auch über die städtischen Grenzen hinaus im Fokus des medialen Interesses. Das Internet quilt über an Reaktionen – spätestens seit dem Bericht des Satiremagazins „extra3“ des Norddeutschen Rundfunks, in dem das Taubenproblem in der Innenstadt auf die Schippe genommen wurde.

Es gibt zu viele Tauben in der Fuldaer Innenstadt. Das ist nicht nur das subjektive Empfinden der Bürger. Hierin ist sich auch die Politik einig. Doch was gegen die vermeintliche Plage tun? Die einen fordern „radikale Maßnahmen“, die anderen betonen in erster Linie das Tierwohl. Die einen wollen Taubenschläge einrichten, die anderen setzen auf das Taubenhaus in der Aue.
Und gerade dieses hatte zuletzt für medialen Spott gesorgt – und damit auch im Internet. Nicht nur der Norddeutsche Rundfunk hat in Fulda für sein Satiremagazin „extra3“ gedreht, sondern auch kürzlich das ZDF für den „ZDF-Länderspiegel“, wie die Stadt auf Nachfrage bestätigt.
Der Grund für die mediale Aufmerksamkeit ist auch der Unmut über das Kosten-Nutzen-Verhältnis. 70 000 Euro soll das Taubenhaus gekostet haben. So hoch beziffert „extra3“ die Kosten. Tatsächlich hat die Stadt knapp 55 000 Euro für den Bau des Taubenhauses ausgegeben. Die Eigenleistungen des städtischen Betriebsamts in Höhe von etwa 15 000 sind nicht eingerechnet.
Gerade einmal 50 Tauben nutzten es, heißt es bei „extra3“ weiter, davon gerade einmal 15 Stadttauben. Auf Grundlage dieses Beitrags hat ein MK-Leser ausgerechnet, dass die Baukosten demnach pro Taube bei 1400 Euro oder pro Stadttaube bei 4667 Euro liegen.
Einmal mehr wird durch das Satiremagazin die Frage aufgeworfen, ob der gewählte Standort für das Taubenhaus überhaupt der richtige ist. Als „nicht optimal, aber durchaus geeignet“ bezeichnet ihn Johannes Heller, Pressesprecher der Stadt Fulda. Vogelschutz-Beauftragter Lothar Herzig berichtet bei „extra3“ davon, dass Stadttauben „standorttreu“ seien und es also nicht so einfach sei, sie aus der Innenstadt in die Aue zu locken. Und die Sprecherin der Initiative Stadttauben-Managment Alja Epp-Naliwaiko betont, sie habe der Stadt „immer gesagt“, dass der Standort der falsche sei.
„Der Turm wird seine volle Wirkung erst im Zusammenhang mit einem Gesamtkonzept entfalten, das weitere Maßnahmen und gegebenenfalls auch weitere Standorte von Taubenschlägen umfasst“, erklärt Heller hoffnungsvoll. Dass das Taubenhaus dennoch funktioniere, daran hält die Stadt fest, und belegt dies mit Zahlen aus dem vergangenen Jahr. „2017 wurden 80 Taubeneier entnommen und durch Gipseier ersetzt“, heißt es aus der Pressestelle.
„Die Wirkung des Taubenhauses wird durch die bewussten und unbewussten Verstöße gegen das Taubenfütterungsverbot in der Innenstadt ein Stückweit konterkariert“, erklärt Johannes Heller. Ganze Säcke sollen somit ausgeschüttet worden sein. Nicht grundlos wurde Ende 2017 das Bußgeld für die Fütterung der Tauben auf 1000 Euro erhöht. Als weitere Maßnahme seien Bäckereien und Imbissbetreiber zu dem Thema sensibilisiert worden. Denn nicht nur allein die gezielte Fütterung sei ein Problem, sondern auch Essensreste, mit denen die Tauben – unfreiwillig – gefüttert werden.

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