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Der Kreis schließt sich: Zwar wird Monika Ebertowski eine Wohnung in Berlin behalten, ihr Lebensmittelpunkt wird sich aber in die Rhön verlagern. Foto: Grages

"Kleinsassen war mir immer vertraut"

am 30.03.2015

Monika Ebertowski kehrt in die Rhön zurück und übernimmt die Leitung der Kunststation

REGION (lag). Die Mischung aus Projekterfahrung, internationalen Kontakten und starker Verbundheiten mit der Region hat den Ausschlag gegeben: Die gebürtige Fuldaerin Monika Ebertowski übernimmt am Mittwoch, 1. April, die Leitung der Kunststation Kleinsassen.

36 Jahre hat Ebertowski in Berlin gelebt, genau so lange, wie Peter Ballmaier die Leitung der Kunststation inne hatte. Nun kehrt die 63-Jährige, frisch in den Ruhestand eingetreten, in ihre Heimat zurück. Ähnlich wie ihr Vorgänger interessiert sie sich zwar für Kunst, bezeichnet sich aber nicht als Expertin. Dafür bringt sie eine Reihe anderer Qualitäten mit sowie viele Ideen, was sie in und mit Kleinsassen bewirken kann.
In Fulda besuchte Ebertowski zunächst die Marienschule und studierte danach Politik und Germanistik in Marburg, wo sie auch ihr erstes Staatsexamen absolvierte. Es folgten ein Aufenthalt in Afrika mit dem Deutschen Entwicklungsdienst und danach der Wunsch, in einer internationale Stadt zu leben. Ihre Wahl fiel 1979 auf Berlin. Nach dem zweiten Staatsexamen und dem Referendariat trat sie in der Hauptstadt in den Schuldienst ein. Durch sogenannte Abordnungen, innerhalb derer Lehrkräfte Aufgaben bei anderen Institutionen übernehmen können, war es ihr möglich, sich weiteren Tätigkeiten zu widmen. An der Staatlichen Europaschule Berlin koordinierte Ebertowski internationale Austauschprogramme und Projekte, im Friedrichshain-Kreuzberg Museum arbeitete sie als Museumspädagogin und sie entwickelte Schulbücher für den Politikunterricht.

Im Februar 2014 war alles unter Dach und Fach

Zwischendurch lernte die Fuldaerin beim Aikido ihren Mann Jürgen Ebertowski kennen, der eine Schule für diese japanische Kampfkunst in Berlin betrieben hat. Bekannt ist dieser in der Region wegen seiner Rhön-Krimis „Esbeck und Mondrian“ und „Der Stipendiat“, und über ihn kam auch der Kontakt zu Peter Ballmaier zustande. Monika Ebertowski begleitete ihren Mann zu einem Treffen mit dem Leiter der Kunststation, und im Laufe des Gespräch deutete Ballmaier an, dass er sich gut vorstellen könne, dass die Berlinerin seinen Job übernimmt. „Ich hielt das zunächst für einen Scherz“, erinnert sich die pensionierte Schuldirektorin, aber nach einem weiteren Treffen und einer Vorstellung bei der Kreisverwaltung stand im Februar 2014 fest: Ebertowski wird in die Rhön zurückkehren.
Den Kontakt zu ihrer Heimat hat sie nie abreißen lassen. Ein Haus im Eichsfeld nutzten sie und ihr Mann  als Ferienwohnung, ein Besuch an der Milseburg stand regelmäßig auf dem Programm, wenn sie in der Gegend war. „Kleinsassen war mir daher immer vertraut“, sagt die 63-Jährige. Um Ostern 2014 ist sie dann in die Planung für das Programm der Kunststation eingestiegen. Die japanisch-deutsche Kunstbegegnung im Rahmen des Kultursommers Main-Kinzig-Fulda ist das erste Projekt, bei dem sie federführend war.


Vernetzung mit Schulen und Hochschule

Der Japaner Hachiro Kanno und der Vogelsberger Claus Weber werden dabei mitwirken. „Wichtig ist mir, die regionale und internationale Ebene zu verknüpfen“, sagt Ebertowski. Ihr Plan ist es, die bestehenden Kontakte der Kunststation nach Schweden, Slowenien und Italien auszubauen und um weitere Kooperationen mit anderen Ländern zu ergänzen.  Für das kommende Jahr ist ein Austausch mit Äthiopien geplant und im darauffolgenden mit der Türkei. Außerdem wünscht sie sich, dass mehr junge Leute den Weg nach Kleinsassen finden, daher will sie die Vernetzung mit Schulen und der Hochschule vorantreiben. „Vernetzung“ ist überhaupt das Stichwort, das ihre Vorgehensweise bestimmt. Sie möchte einen engeren Kontakt mit dem Vonderau Museum, dem Kunstkreis Fulda und anderen Institutionen herstellen, um mit der Kunststation über Kleinsassen hinaus Präsenz zu zeigen.
Vernetzungsarbeit hat  die zukünftige Leiterin bereits vor ihrem Amtantritt betrieben, in dem sie Künstler in der Gegend in ihren Ateliers besuchte. Die Mitarbeiter der Kunststation und Kuratorin Elisabeth Heil haben ihr bei der Kontaktaufnahme geholfen  und werden auch in Zukunft eng mit ihr zusammenarbeiten. „Ich hätte mir ein neues Team zusammenstellen können, aber ich wäre ja blöd, wenn ich ein funktionierendes Team nicht übernehmen würde“, sagt Ebertowski. Sie und ihr Mann werden eine Dienstwohnung beziehen und somit vor Ort immer ein offenes Ohr haben.
Fast schon scheint es so, als wäre die Begegnung von ihr und Ballmaier Schicksal gewesen. Als junges Mädchen war Ebertowski mit dem BDKJ häufig im Ludwig-Wolker-Haus in Kleinsassen zu Besuch, ihre Schwester zieht nun ebenfalls in die Hofbieberer Gemeinde, immer wieder begegnen ihr Menschen, die in irgendeiner Verbindung zur Kunst stehen. Der Kreis schließt sich für Monika Ebertowski, alles deutet darauf hin, dass sie genau dort angekommen ist, wo sie hingehört. Ihre Tatendrang und ihre zahlreichen Ideen sprechen dafür, dass die Kunststation einen würdigen Nachfolger für den bisherigen Leiter Peter Ballmaier gefunden hat.

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