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Das Fuldaer Hessentagspaar von 1990: Birgit und Dr. Bertram Sitz links mit Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld.

Eine unvergessliche Zeit

am 04.09.2019

Das Fuldaer Hessentagspaar von 1990 erinnert sich gerne an das Fest zurück

FULDA (jo). Noch ist Fulda voll im Feierfieber zum Jubiläum „1275 Jahre Fulda“, doch das nächste Großereignis rückt bereits näher: der Hessentag 2021. Dabei wird Fulda bereits zum zweiten Mal seit 1990 Gastgeber für das Landesfest sein. Zwei Menschen kennen sich bereits bestens dabei aus: das Hessentagspaar von 1990, Birgit und Dr. Bertram Sitz. Die beiden schwärmen noch heute von dieser Zeit – und machen potenziellen Paaren Mut, sich für 2021 zu bewerben.

Das Jahr 1990 war ein besonderes für Fulda: kurz zuvor war der Eiserne Vorhang gefallen, die Stadt rückte plötzlich vom Zonenrand in die Mitte Deutschland. Grenzenlose Euphorie herrschte, als der Hessentag an zehn Tagen im Juni 1990 gefeiert wurde – zum ersten Mal in der Geschichte des Hessentags hatten auch Besucherinnen und Besucher aus Thüringen die Möglichkeit, das Landesfest ihrer Nachbarn zu besuchen. Und sie kamen in Scharen: Insgesamt zählte das Fest 700 000 Besucher – damals ein neuer Rekord.
Im Frühjahr 1989 war die spektakuläre politische Entwicklung noch in keiner Weise absehbar. Just zu diesem Zeitpunkt bewarben sich Birgit und Bertram Stitz als Hessentagspaar. „Wir hätten nie gedacht, dass wir genommen werden“, erzählen die beiden, die sich „aus einer Laune heraus“ beworben hatten. Birgit Stitz war damals 25 und arbeitete als Krankenschwester, ihr Mann war 26 und angehender Arzt. Zu diesem Zeitpunkt war Sohn Gregor unterwegs, der dann 1990 als jüngster Teil der „Hessentagsfamilie“ Stitz diverse Auftritte mit absolvierte.
Die Bewerbung kam jedoch nicht völlig aus dem Blauen heraus: Schließlich hatten die beiden als ehrenamtliche Helfer bei den Maltesern bereits viele Erfahrungen auf früheren Hessentagen, zum Beispiel in Lauterbach, Wächtersbach, Alsfeld oder Herborn sammeln können. In Fulda waren beide verwurzelt – eine gute Voraussetzung für eine Bewerbung –, zudem hatte sich Bertram Stitz schon mit 16 als Gästeführer in seiner Heimatstadt betätigt.
14 Bewerbungen hatte es damals gegeben, fünf Paare waren in die engere Auswahl gekommen, erzählen Birgit und Bertram Stitz, und dann kam ein Termin im Grünen Zimmer vor einem großen Auswahlgremium, bei dem die Finalisten ihre Konzepte vorstellen mussten. „Das gibt es heute in dieser Art nicht mehr – aber damals wurde gerade diesem Konzept viel Aufmerksamkeit beigemessen“, erzählt Birgit. Die werdenden Eltern hatten sich damals das Thema „Familie“ auf die Fahnen geschrieben – und dies passte hervorragend zu den Bestrebungen der Stadt unter dem damaligen Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Hamberger, sich als familienfreundliche Stadt zu präsentieren.
Die folgenden Wochen und Monate waren geprägt durch umfangreiche Vorbereitungen – und das alles mit dem neugeborenen Sohn. Ein wichtiger Punkt dabei: das Kostüm. Es wird für jeden Hessentag individuell angefertigt und soll die Besonderheiten oder Traditionen einer Stadt widerspiegeln. Das kann vom althergebrachten Hessenkittel bis zum modernen Jeansrock reichen. 1990 wählten die Verantwortlichen ein Figurenpaar aus der barocken Fuldaer Porzellanproduktion. Die Kostüme sind so solide geschneidert, dass sie die zehn aufreibenden Tage im Juni 1990 gut überstanden haben und noch heute – nach kleinen Anpassungen – bei Treffen ehemaliger Hessentagspaare getragen werden.
Beim Hessentag selbst hatte die Familie Stitz sogar einen eigenen Fahrer zur Seite – Rainer Roch, der bei der Stadt angestellt war. „Ohne ihn hätten wir die vielen Termine nicht geschafft, er durfte mit uns auch entgegen der Einbahnstraße fahren“, erzählt Birgit Stitz. „Und außerdem hat er wie ein Schießhund aufgepasst, dass niemand, der ein Senf- oder Ketchup-Würstchen in der Hand hatte, auch nur in die Nähe meines Brokatkleids kam“, erinnert sie sich schmunzelnd. Söhnchen Gregor war bei einigen Terminen er dabei, ansonsten standen die Großeltern parat, um ihn zu übernehmen. Die zehn Tage zogen wie im Fluge vorbei – „wie waren vollkommen euphorisiert“, sagt Bertram Stitz. Trotzdem sind einige Momente und Begegnungen fest im Gedächtnis geblieben: Politiker wie den damaligen Ministerpräsidenten Walter Wallmann hautnah zu erleben, das ist natürlich nicht alltäglich. Aber auch menschliche Begegnungen wie zum Beispiel ein Grußwort bei einer Tagung des Blindenbundes, bei dem nachher alle das Brokatkleid betasten durften.
Für beide wurde das Jahr gekrönt, als Ende 1990 auch noch Sohn Martin zur Welt kam. Später komplettierten noch Tochter Theresa (1992) und die Söhne Hendrik (1994) und Lorenz (1998) die Familie Stitz.
Trotz der Strapazen während des Hessentags machen Birgit und Bertram Stitz potenziellen Bewerbern für 2021 ausdrücklich Mut: „Es ist eine einmalige Chance, auch für die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit“, sind sie sicher. Und noch ein Tipp? „Vom Alkohol fernhalten, sonst hält man das nicht durch“, rät Bertram Stitz, „und gute Maßschuhe sind bei dem vielen Stehen und Gehen wirklich Gold wert.“

 

Bewerbungen als Hessentagspaar 2021

Aussagekräftige Bewerbungen (mit Foto) sind bis zum 13. September 2019 an die Stadt Fulda, Amt für Stadtmarketing, Schlossstr. 1, 36037 Fulda zu richten. Eine Bewerbung per E-Mail ist unter stadtmarketing@fulda.de möglich. Eine Jury wird anschließend geeignete Bewerberinnen und Bewerber nach einem Vorstellungs-termin auswählen.
Die Bewerbung kann individuell gestaltet sein oder auch mit einem Bewerbungs-bogen erfolgen, der im Internet zum Download bereitsteht: www.fulda.de (Arti-kel auf der Startseite) oder direkt über https://www.fulda.de/news/detail/news/jetzt-als-hessentagspaar-fuer-2021-bewerben/
Weitere Informationen zur Bewerbung und zu den Aufgaben des Hessen-tagspaares: Tel.: (0661)102-1802  oder E-Mail stadtmarketing@fulda.de.