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Ortstermin auf der Floratreppe (von links): Judith Jobst (Amt für Stadtservice und Grünflächen), Elisabeth Schrimpf (Tourismus und Kongressmanagement), Stadtbaurat Daniel Schreiner, Bernd Hartmann (Firma Hartmann & Sohn) und Stefan Retter (Leiter Amt für Stadtservice und Grünflächen). Fotos: Stadt Fulda

Floratreppe in neuem Glanz

am 16.07.2019

Ein barockes Kleinod, das europaweit Seltenheitswert besitzt

FULDA (mkf). Pünktlich zum Stadt- und Bürgerfest erstrahlte sie wieder in neuem Glanz: die Floratreppe vor der Orangerie, erbaut im 18. Jahrhundert im Zuge der barocken Umgestaltung des Residenzgartens.

„Sie ist ein Besitz, auf den wir besonders stolz sein können, denn so eine barocke Treppe im weitgehenden Originalzustand gibt es nicht mehr oft in Europa“, betonte Stadtbaurat Daniel Schreiner beim Ortstermin mit Bernd Hartmann, dessen Fachfirma „Hartmann & Sohn Natursteinarbeiten“ nach der Domtreppe nun auch die Floratreppe restauriert hat.
Keine leichte Aufgabe, waren doch die Treppenstufen – bedingt durch einen Bombentreffer im Zweiten Weltkrieg – über die Jahrzehnte mehrere Zentimeter nach vorne gewandert. Nach dem Krieg war die Treppe zu Beginn der 50er Jahre eher notdürftig wiederhergerichtet worden, vor etwa 20 Jahren wurden weitere Arbeiten durchgeführt.
Die ursprünglich verwendeten Steine stammten wohl aus Steinbrüchen in der Region. Nachdem diese stillgelegt worden waren, wurde mit Friedewalder Sandstein gearbeitet. Der Treppenabsatz stammt aus neuerer Zeit, die Stufen selber stammen größtenteils original aus der Barockzeit.
Entsprechend aufwendig war die Restaurierung: Jede einzelne Stufe musste nach dem Abbau nummeriert werden, damit sie nach der Reinigung wieder an der richtigen Stelle eingebaut werden konnte. „Die Rundung der Treppe ist nämlich eher oval, daher sind die Stufen nicht austauschbar“, erklärte Bernd Hartmann. Dabei mussten von den insgesamt 480 Metern Stufen nur 13 Meter tatsächlich ausgetauscht werden, der überwiegende Teil konnte nach der fachmännischen Reinigung wieder eingebaut werden.
Die Kosten für die gesamte Maßnahme betrugen rund 160 000 Euro. Währen der viermonatigen Bauzeit fanden auch archäologische Untersuchungen statt.
Stadt- und Kreisarchäologe Dr. Frank Verse machte dabei einige interessante Entdeckungen: So fanden sich hinter der Treppe Tunnelgewölbe, die wohl dem Abtransport des Regenwassers von der Orangerie Richtung Waidestunnel dienten. Diese Kanäle passierten einen circa zwölf Quadratmeter großen Raum hinter der Mauerwange links der Treppe, dessen Funktion allerdings trotz genauer Untersuchung mithilfe einer Minikamera nicht mehr eindeutig zu klären war, so Verse.