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Ein realistisches Szenario bildete den Ausgangspunkt der Übung: Bei Entladen eines Behälters sind giftige Gase ausgetreten. Fotos: Milupa/Carina Pecks

Für den Ernstfall bestens gerüstet

am 25.06.2019

Gefahrgutübung der Feuerwehr Fulda und Spendenübergabe bei Milupa

FULDA (fd). Am Vormittag des 25. Mai führte die Feuerwehr Fulda auf dem Werksgelände der Firma Milupa im Industriegebiet Fulda West eine Gefahrgutübung durch. Das Ziel dieser Übung waren die Überprüfung der internen Abläufe sowie das Training der Einsatzkräfte. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen in die Einsatzplanungen der Feuerwehr Fulda einfließen.

Dieser Übungseinsatz ist für die Feuerwehr und die Milupa GmbH sehr wichtig, um eine gute Zusammenarbeit im Falle eines Einsatzes gewährleisten zu können.
Für die Feuerwehr war hierbei unter anderem die Einbeziehung der im Dienst befindlichen Mitarbeiter wichtig, um die geschulten und trainierten Verhaltensregeln unter Realbedingungen zu überprüfen und möglicherweise anzupassen.
Auch für Milupa ist ein solcher Übungseinsatz vor Ort von Nutzen, da der Arbeitssicherheit eine große Bedeutung zukommt; in einer Simulation kann so geübt werden, was im Ernstfall klappen muss. Durch die Übung konnten die internen Prozesse im Hinblick darauf überprüft werden, wie die Feuerwehr vor Ort optimale Hilfe leisten kann.
Als Zeichen der guten Zusammenarbeit überreichte der Werksleiter Martin Alvaredo der Feuerwehr Fulda eine Spende in Form eines Einsatzgeräts zur Schnellabdichtung von Gefahrgutleckagen. Dieses dient dazu, bei der Abdichtung von möglichen Gefahrstoffleckagen bei zukünftigen Einsätzen zu helfen.
Vorab gab es einen gemeinsamen Besprechungstermin zwischen den verantwortlichen Mitarbeitern von Milupa und Führungskräften der Feuerwehr Fulda, bei dem Art und Umfang der Übung festgelegt wurden:
Bei der Simulation sollte es im Bereich der Anlieferung, beim Entladen eines IBC-Behälters, zu einer Vermischung von Salpetersäure und Natronlauge kommen, wodurch schädliche Gase auftreten können.
Zu Beginn der Übung wurde durch einen Werksangehörigen der Milupa GmbH ein Notruf bei der Rettungsleitstelle über die Notrufnummer 112 abgesetzt und im direkt angrenzenden Gebäude der Evakuierungsalarm ausgelöst. Die darin befindlichen Mitarbeiter sollten dann die ihnen zugewiesenen Rettungsplätze aufsuchen, ohne sich dabei durch die Gaswolke zu bewegen. Der zuständige Schichtleiter musste die Vollzähligkeit feststellen und diese dann an die eintreffenden Einheiten der Feuerwehr weitermelden. Hierbei konnten die Ersthelfer der Milupa GmbH einen Erste-Hilfe-Einsatz unter realen Bedingungen durchführen. Auch die intern ausgebildeten Brandschutzhelfer kamen zum Einsatz und konnten ihr theoretisches Wissen in der Praxis testen.
Die ersten Einheiten der Feuerwehr Fulda, die nach 7 Minuten das Werksgelände erreichten, begannen damit die Einsatzstelle zu erkunden und abzusichern. Zeitgleich wurden Rettungsmaßnahmen für die im Gefahrenbereich befindlichen Werksangehörigen eingeleitet. Im Rahmen der Simulation konnten die Verletzten zügig gerettet und nach einer Notdekontamination an den Rettungsdienst übergeben werden.
Nach Eintreffen des gesamten Gefahrgutzuges begannen sofort weitere Maßnahmen zur Schadenseindämmung. Neben dem Einrichten eines Dekontaminationsplatzes rüsteten sich vier Feuerwehrangehörige mit Chemikalienschutzanzügen (CSA) aus. Durch diese wurde im weiteren Verlauf ein mobiler Wasserwerfer im Gefahrenbereich positioniert, um auftretende Gase zu lenken bzw. niederzuschlagen. Die defekte Rohrleitung wurde abgedichtet, um ein weiteres Freisetzen des Gefahrstoffes zu unterbinden. Nachdem dies gelang, wurde mit dem Abdichten des IBC-Behälters fortgefahren.
Die Feuerwehr Fulda führte während der Arbeiten am „Unfallobjekt“ Messfahrten in der Umgebung durch, um eine Schadstoffausbreitung detektieren zu können.
Nachdem alle Personen gerettet und versorgt waren, sowie alle Leckagen abgedichtet werden konnten, wurde die Übung beendet.
Im Anschluss an die Übung bedankten sich die Beteiligten der Milupa GmbH sowie die Amtsleitung der Feuerwehr Fulda bei den mitwirkenden Mitarbeitern und den 50 Feuerwehrfrauen und -männern, die an der Übung teilgenommen hatten.
Die bei dieser Übung gewonnenen Erkenntnisse können nun analysiert werden, um in Zukunft das Arbeiten der Feuerwehr noch effektiver zu machen.