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Tamara Faulstich Fotos: Stadt Fulda

Die Herausforderung angenommen

Artikel von Von Julian Muth am 26.03.2019

Tamara Faulstich ist die erste Teilzeitauszubildende der Stadt / Modell mit Zukunft

FULDA. Eine Berufsausbildung in Teilzeit? – geht das? Ja! Die Stadtverwaltung Fulda bildet seit dem vergangenen Jahr zum ersten Mal eine junge Mutter in Teilzeit zur Verwaltungsfachangestellten aus. Und das Modell hat sich bewährt.

Tamara Faulstich ist 29 Jahre alt, verheiratet, hat zwei Kinder und ist die erste Teilzeitauszubildende der Stadt Fulda. Die Hünfelderin hat bereits ein abgeschlossenes Religionspädagogikstudium, doch während der Babypause beschloss sie, ein weiteres Kapitel in ihrem beruflichen Leben anzugehen.
Da sie während ihrer zweiten Schwangerschaft viele Anträge ausfüllen musste, wurde ihr Interesse für Verwaltungsabläufe und -verfahren geweckt. Nach Internetrecherchen auf den Webseiten diverser Verwaltungen stieß sie schließlich auf eine Stellenausschreibung der Stadt Fulda, erzählt sie. Das Besondere: Die Stadt Fulda bot neben der üblichen Ausbildung in Vollzeit auch eine Ausbildung in Teilzeit an. Dabei habe sie sich gleich angesprochen gefühlt und sich beworben.
Die Neu-Auszubildende arbeitet jetzt seit knapp sechs Monaten bei der Stadt Fulda und die Ausbildung gefällt ihr bisher sehr gut. „Ich habe es mir erst anders und schwieriger vorgestellt, bin aber positiv überrascht“, so Faulstich. Laut der jungen Mutter laufe der Alltag durch die Ausbildung „viel strukturierter und organisierter“ ab. Durch die zeitliche Einschränkung ist die 29-Jährige vormittags auf eine Fremdbetreuung angewiesen. Die Kinder sind während der Arbeitszeit bei einer Tagesmutter, und im Notfall helfen auch die Großeltern mal mit aus.
Nach der Arbeit kümmert sich Faulstich zusammen mit ihrem Mann, der bei der Deutschen Post tätig ist, um die beiden Kinder und befasst sich abends mit den Hausaufgaben aus der Berufsschule. „Für das Lernen würde ich mich mir noch mehr Zeit wünschen, aber mit Unterstützung der Mitschülerinnen und Mitschüler komme ich momentan sehr gut mit der Situation zurecht“, betont Faulstich.
Mit ihren 29 Jahren ist Tamara Faulstich deutlich älter als die anderen Auszubildenden, doch das ist kein Problem für sie: „Ich wurde von den anderen Auszubildenden super aufgenommen und integriert“, sagt sie. Durch Gespräche in der Mittagspause oder in der Schule sei sie immer auf dem neuesten Stand.
Bedingt durch das höhere Alter und auch durch die Studienerfahrung habe sie ein klares Ziel vor Augen und konkrete Vorstellungen, was sie mit der Ausbildung anfangen möchte, meint Faulstich und führt aus: „Das ist sicher ein Vorteil gegenüber manchen Auszubildenden, die ohne nähere Vorstellung vom künftigen Berufsfeld eine Ausbildung anfangen.“ Schon im Theologiestudium habe sie gelernt, sich mit komplizierten Texten auseinanderzusetzen: „Da tut man sich auch mit Gesetzestexten leichter“, sagt Faulstich und schmunzelt.
Die Ausbildung in Teilzeit bietet jedoch nicht nur Vorteile auf Arbeitnehmerseite, sondern auch für die Stadt als Arbeitgeber. Die Ausbildungsleiterin der Stadt Fulda, Ramona Gies, erläutert die Hintergründe: „Wir möchten mit dem Angebot der Berufsausbildung in Teilzeit jungen Leuten die Chance geben zu zeigen, dass mit einer willensstarken Einstellung diese Herausforderung zu schaffen ist.“ Gleichzeitig will sich die Stadt mit diesem Angebot für ein weiteres Potential an qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern ins Gespräch bringen und für eine zusätzliche Motivation sorgen, sich bei der Stadt Fulda zu bewerben. Dabei räumt Gies ein, dass es bei einem Stundenkontingent von 30 Stunden pro Woche – neben den Herausforderungen von Berufsschule, Familie und Kindern – nicht ganz einfach sei, einen umfassenden Einblick in das komplexe System der Stadtverwaltung zu bekommen.
Doch die Teilzeitauszubildende Tamara Faulstich konnte alle Bedenken zerstreuen: „Frau Faulstich hat sich bei uns als sehr offen gezeigt und bereit, sich diesen Aufgaben, neuen Erfahrungen und Herausforderungen zu stellen. Auch die formalen Voraussetzungen waren alle gegeben. Insofern sind wir froh, eine mutige und zupackende Auszubildende gefunden zu haben, die uns eine positive Erfahrung mit dem Teilzeit-Modell ermöglicht“, sagt die Ausbildungsleiterin.

Ausbildung bei der Stadt

Die Ausbildung in Teilzeit ist nicht für den Beruf des/der Verwaltungsfachangestellten möglich, sondern auch in den anderen Ausbildungsberufen, die die Stadt Fulda anbietet:
- Fachinformatikerin und Fachinformatiker für Systemintegration
- Gärtnerin und Gärtner in Fachrichtung Zierpflanzenbau
- Gärtnerin und Gärtner in Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau
Die Ausschreibungen für die Ausbildungsberufe mit Ausbildungsbeginn im Jahr 2020 werden im Sommer 2019 auf der Homepage der Stadt Fulda ausgeschrieben und auch in den Stadtseiten etc. veröffentlicht. Dann ist eine Onlinebewerbung während der Ausschreibungsfrist möglich.
Alle weiteren Infos unter www.fulda.de