Menü Button
mk Logo
Marktkorb Logo
Der gesamte Kindergarten Niesig dankte Lese-Opa Manfred Ernst (vorne) – und dieser revanchierte sich mit dem Kindertheaterspiel „Der gestiefelte Kater“. Foto: Stadt Fulda/Julian Muth

Ein liebevolles Dankeschön an den Lese-Opa

am 19.03.2019

Kinder, Erzieherinnen und Elternvertreter der Kita Niesig ehren Manfred Ernst zu dessen 80. Geburtstag

FULDA (jm/jo). Er ist längst zu einer Institution in der Kita Niesig geworden: „Lese-Opa“ Manfred Ernst. Seit 17 Jahren kommt der ehemalige Deutschlehrer jeden Donnerstag in die Kita seines Heimatorts, um den Kindern Geschichten vorzulesen. Jetzt wurde Ernst 80 Jahre alt – und zu diesem Anlass von der Kita und den Kindern gebührend gefeiert.

Ein roter Teppich war ausgerollt, beinahe wie bei einer großen Theaterpremiere, zwei Kinder holten Manfred Ernst ab und brachten ihn in den Turnraum, wo schon alle Kita-Kinder und die Erzieherinnen versammelt waren. Mit einem eigens geschriebenen Lied auf „ihren“ Lese-Opa und mit Geschenken empfingen die Kinder mit Kita-Leiterin Beate Kehl den sichtlich gerührten 80-Jährigen, der seinerseits nicht mit leeren Händen gekommen war: Er schenkte den Kindern zu diesem Tag eine Aufführung des „Gestiefelten Katers“ mit dem „Theater mittendrin“, was sehr gut ankam.
Die Donnerstage sind in der Kita Niesig immer etwas Besonderes: „Schon morgens fragen die Kinder immer nach dem Lese-Opa und können kaum erwarten, bis er da ist“, erzählt Kita-Leiterin Kehl. Das Vorlesen sei ein wichtiger Teil der alltagsintegrierten Sprachbildung an der Kita, betonte sie: „Wir sagen Danke nicht nur für die vielen tollen Bücher und Geschichten, sondern auch für die Zeit zum Zuhören, Wahrnehmen, Gespanntsein, Lachen Träumen, Staunen, Erkennen, Ausruhen und noch vieles mehr.“ Vor allem die älteren Kinder und die Vorschulkinder seien fasziniert von der wöchentlichen Vorlesezeit.
Manfred Ernst hatte nach seiner Pensionierung an der Hünfelder Wigbertschule im Jahre 2002 nach einem sinnvollen Betätigungsfeld gesucht, das Spaß macht – und war auf die Kita Niesig aufmerksam geworden. Ernst selbst hat einen Enkel, der sehr gerne Harry Potter liest; zum Vorlesen in die Kita bringt er eher klassische Kinderbücher oder Geschichten von Christine Nöstlinger mit – meist ohne Bilder, denn die „Kinder sollen sich aus den Texten heraus ihre Bilder im Kopf entwickeln“, sagt er. Er rät, dass auch Eltern zu Hause ihren Kindern häufiger vorlesen, das sei wichtig für die Sprachentwicklung und -förderung.
Solange er es gesundheitlich schafft, will Manfred Ernst weiter zum Vorlesen in die Kita kommen – „die strahlenden Kinderaugen sind einfach der schönste Lohn, und es ist gut für die Seele, Kindern vorzulesen“, bekennt er. Und Kita-Leiterin Beate Kehl ergänzt: „Bei aller Bedeutung des richtigen Umgangs mit Tablets, Handys & Co. darf der Blick ins Buch und die daraus resultierende Informationen als Lernmethode einfach nicht fehlen.“