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In der Straße Am Stockhaus stand einst die Synagoge. Sie wurde in der Nacht zum 9. November 1938 zerstört. Lediglich das Gebäude der Mikwe (rechts im Hintergrund) blieb erhalten. Foto: Stadtarchiv Fulda

Auf Spurensuche in Fulda

am 30.10.2018

80 Jahre nach dem Pogrom besuchen Nachkommen jüdischer Familien die Stadt

FULDA (fd). Im Rahmen der Gedenkwoche anlässlich des 80. Jahrestages des Novemberpogroms, in der nicht nur die Synagoge und der alte jüdische Friedhof (heute Jerusalemplatz) zerstört wurden, besuchen mehr als zwanzig Gäste aus den USA, Israel und Brasilien die Heimatstadt ihrer Eltern und Großeltern. Sie werden erzählen von den Erlebnissen ihrer Familien und sind auf Spurensuche nach den Orten ihrer Eltern und Großeltern, die einst in Fulda lebten.

Am Dienstag, 6. November, startet um 10.40 Uhr im Gedenken an die Deportationen aus Fulda ein Schweigemarsch vom Jerusalemplatz zum Bahnhof. Dort berichten ab 11 Uhr Mitglieder der jüdischen Familien Braunold, Strauss und Wertheim sowie Roman Melamed von der jüdischen Gemeinde Fulda vom damaligen Geschehen.
Am Abend laden dann der Geschichtsverein und die Stadt Fulda um 18 Uhr ins Kanzlerpalais zu einem Podiumsgespräch mit den Nachfahren der Familien Braunold, Flörsheim, Kamm, Strauss, Tockus, Trepp und Wertheim ein. Nachdem die Nachfahren über verschiedene Aspekte wie Alltag in Fulda, Rettung durch Kindertransporte, Deportation und Ermordung oder gelungene Flucht berichtet haben, hat das Publikum die Möglichkeit, Fragen zu stellen.
Am Donnerstag, 8. November, gilt das Gedenken der Zerstörung des Friedhofes im Zuge der Pogromnacht. Heinz Hesdörffer, 95-jähriger Holocaust-Überlebender, spricht um 17 Uhr auf dem Jerusalemplatz das Kaddisch für das Seelenheil der Verstorbenen.
Im Anschluss findet die Gedenkfeier um 18 Uhr am Platz der Synagoge Am Stockhaus statt. Neben anderen spricht Michael Braunold, dessen Vater durch einen Kindertransport gerettet wurde, während seine Großeltern von Fulda deportiert und später ermordet wurden.
Alle Veranstaltungen finden in Kooperation von Stadt Fulda, Geschichtsverein, Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und dem Projekt Juden in Fulda statt.