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Herzstück der Leitstelle mit den Einsatzbearbeitern (von links): Klaus-Peter Bischof, Frank Hommel, Markus Schäfer (Praktikant) und Christoph Wenzel sowie Leiter Jürgen Bott (stehend). Fotos: Leoni Rehnert

Rettung am Telefon

am 11.09.2018

Professioneller Notrufdialog: Neue Software für Leitstelle

FULDA (lr). Geduld, Ausdauer und gute Nerven: Wer in der Zentralen Leitstelle Fulda Dienst tut, der muss einiges aushalten können. 140 Notrufe gehen im Durchschnitt jeden Tag dort ein. Und bei jedem Anruf heißt es, hochkonzentriert zuhören und gezielt fragen.

Das beherrschen die 32 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Leitstellenteams – und dank der „Strukturierten Notrufabfrage“, entsprechender Software und Trainings nun noch effizienter. Fulda ist die dritte von insgesamt 25 hessischen Leitstellen, die dieses moderne System nutzt.
„Bei einem Anruf muss man sofort entscheiden und als Profi die richtigen Fragen stellen“, sagt Jürgen Bott, Leitung der Leitstelle. Schnell und detailliert muss sich der Einsatzbearbeiter ein Bild davon machen, was passiert ist, wie viele Menschen verletzt sind und welche Hilfe er aktivieren muss.
Bei jedem Anruf öffnet sich ein Fragenkatalog, der durch das Gespräch führt. Zuerst werden Notfallort mit Adresse und die Rückrufnummer erfragt, falls das Telefonat abbricht.
„Früher endete das Telefonat oft damit, dass man dem Anrufer versicherte, dass ,die Kollegen kommen‘. Heute wollen wir die Chance nutzen, den Notfallzeugen zum Ersthelfer zu machen“, sagt Lagedienstführer Thomas Steinbrucker. Entsprechend führt die Software bei der Abfrage wie ein roter Faden zu den möglichen Maßnahmen, die der Anrufer am Notfallort anwenden kann – angeleitet durch den Experten in der Leitstelle. „Die Software kann im Fall einer Reanimation sogar den Takt der Herzdruckmassage vorgeben“, ergänzt Jürgen Bott, der zudem deutlich macht: „Dem Anrufer kommt das Telefonat möglicherweise länger vor. Das bedeutet aber nicht, dass die Feuerwehr- oder Rettungseinheiten erst verspätet losfahren. Die Einsatzkräfte werden sofort alarmiert, wenn Ort und Art des Notfalls bekannt sind.“ Der Einsatzbearbeiter erfragt indessen Fakten des Unglücks und bleibt im Zweifelsfall bis zum Eintreffen der Rettungskräfte mit dem Anrufer in Kontakt.
Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt lobt „die hohe Motivation des gesamten Leitstellen-Teams. Die Arbeit ist enorm belastend, verantwortungsvoll, und sie dient in jedem Augenblick dem Wohl von uns allen. Dass wir die unverzichtbare Aufgabe der fachlich und sozial überaus kompetenten Mannschaft unterstützen, ist wichtig – und wir tun es gern.“ Der Landkreis als Träger der Leitstelle hat Hard- und die Software sowie die Notruf-Trainings mit rund 37.000 Euro finanziert.