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Neun Jugendliche hatten sich als Ziel ihrer Reise die bosnische Hauptstadt Sarajewo ausgesucht, und waren der Historie und Gegenwart der Stadt fasziniert. Foto: Jugendforum der Stadt Fulda

Ebenso spannend wie lehrreich

am 11.07.2018

Jugendforum der Stadt Fulda investiert gewonnenes Preisgeld in eine Reise nach Sarajewo

FULDA (jo). 7500 Euro hatten Jugendlichen des Jugendforums der Stadt Fulda Ende 2017 beim Hessischen Partizipationspreis gewonnen – nun wurde das Preisgeld  in eine ebenso spannende wie lehrreiche Bildungsreise investiert. Es ging nach Sarajewo, die Hauptstadt Bosnien-Herzegowinas.

Das Jugendforum der Stadt Fulda hatte parallel zur Bundestagswahl im Herbst 2017 eine U-18-Wahl als umfangreiches Beteiligungsprojekt organisiert und war dafür mit dem dritten Preis beim Hesssichen Partizipationspreis ausgezeichnet worden.
Die Jugendlichen waren sich nach der Auszeichnung in Wiesbaden schnell einig, dass sie mit diesem Geld eine Reise finanzieren wollen. Gemeinsam suchten die Jugendlichen  sein Ziel aus – und den Ausschlag gab schließlich ein Mädchen, das im Jahr zuvor Sarajewo besucht hatte und ein flammendes Plädoyer für diese Stadt hielt mit dem Schlusssatz: „Nach Amsterdam oder Wien kommen wir auch ohne das Jugendbildungswerk, nach Sarajewo nicht!“
Nach dem die Finanzierung geklärt war – ein Großteil der Kosten wurde vom Preisgeld gedeckt – begann die inhaltlich Vorbereitung der Fahrt:Gemeinsam arbeiteten die Jugendlichen die Besonderheiten der Stadt Sarajewo heraus, zum Beispiel das Zusammenleben der Religionen, der noch immer „frische“ Balkankrieg oder die Frage, wie  es denn dort mit Rechten für Männer/Frauen aussieht.
Vor Ort gab es dazu zwei Arbeitseinheiten zum Thema Religionen und zum Thema Geschlechterrollen – wie immer, wenn man mit dem Jugendbildungswerk verreist, ist Bildung Programm.
Untergebracht waren die neun Jugendlichen und die beiden Betreuer (Ingmar Süß und Heike Münker vom Jugendbildungswerk der Stadt) in einem Hotel direkt in der Altstadt Sarajewos.
Fasziniert waren die Jugendlichen von der Präsenz der Religionen in Sarajewo, wo die Moschee oft in unmittelbarer Nähe zur Kirche steht und um der Ecke schon die nächste Synagoge ist. Die Bewohnerinnen und Bewohner wurden als sehr herzlich und offen empfunden. Interessante Gespräche gab es auch in einem Jugendclub, wo zu erfahren war, wie Jugendliche in Sarajevo leben – angesichts   einer hohen Arbeitslosigkeit etwa, aber auch der noch immer starken Rolle der Religion. „Die Stadt hat alle total fasziniert, und es ist Wahnsinn, wie viele Spuren des Krieges noch zu sehen sind“, lautete ein Fazit.
Nachhaltigen Eindruck bei den Besucherinnen und Besuchern aus Fulda hinterließ der Besuch in einem Museum zu den Verbrechen an der Menschlichkeit, die Jugendlichen notierten dazu:„Horror. Man fühlte sich wie in einer Ausstellung zur Nazizeit – viel Bildmaterial, echt harte Kost.“
Im Nachgang zu der Bosnienreise trafen die Jugendlichen in den Räumen der Fuldaer Initiative „Welcome In“ einen Geflüchteten, der von seinen Erfahrungen aus dem Jugoslawienkrieg berichtete. Er erzählte, dass vor dem Krieg wirklich ein friedliches Miteinander der Religionen und Ethnien möglich war, inzwischen herrsche dagegen eine strikte Trennung. Ein Hoffnungszeichen sei jedoch die junge Generation.
Die Fahrt nach Sarajewo hat tatsächlich Spuren hinterlassen, sind sich die  Jugendlichen sicher: „Wir sind froh, dass wir das Preisgeld so gut einsetzen konnten.“ Von der Reise soll ein multimediales Tagebuch veröffentlich werden.
Das nächste Jugendforum findet am Samstag, 25. August, um 14 Uhr in der „Zitrone“ statt (Zitronemannsgässchen 2). Mitmachen kann jeder ab 13 Jahren.