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Rim Askoul kam vor knapp zwei Jahren aus Venezuela nach Deutschland – und fühlt sich hier und beim Geigenunterricht an der Musikschule sehr wohl. Fotos: Musikschule der Stadt Fulda

Mit der Geige im Gepäck nach Europa

am 11.07.2018

Serie (Teil 4): Die 16-jährige Rim Askoul kam aus Venezuela nach Deutschland – und lernt an der Musikschule Fulda

Von Lea Remmert

FULDA. Vor knapp zwei Jahren ist Rim Askoul nach Deutschland gekommen. Aufgrund der Unruhen in ihrem Heimatland Venezuela sehnte sich ihre Familie nach Sicherheit, die sie in Deutschland gefunden hat. Auf der Reise von Südamerika  nach Europa  begleitete die heute 16-Jährige ein besonderes Gepäckstück: ihre Geige.

Im Alter von acht Jahren hat Rim angefangen Geige zu spielen. Seitdem liebt und lebt sie die Musik. In Deutschland angekommen, wollte sie ihr Hobby nicht aufgeben, sondern weiter Geige lernen. So kam sie zur Musikschule der Stadt Fulda, wo sie zweimal wöchentlich Unterricht hat – einmal praktisch an der Geige und einmal theoretisch. Was Rim besonders am Unterricht in der Musikschule schätzt ist die gute Organisation –  und die Achtsamkeit dabei, sagt sie. Aber nicht alles sei hier anders als in der Heimat: „Viele Techniken und Theorien, die man hier lernt, habe ich bereits in Venezuela kennengelernt und geübt,“ so Rim. Gleichwohl hat sie nun die Gelegenheit, das Erlernte zu verfeinern und zu perfektionieren.
Kurz nach dem sie angefangen hatte, in Fulda Geigenunterricht zu nehmen, trat sie auch dem Kammerorchester der Jugend Fulda bei, wo sie nun auch das Orchesterspiel trainiert. Weder beim Einzelunterricht noch im Kammerorchester sei die Sprache ein Problem gewesen, erzählt sie. Denn mittlerweile spricht Rim fließend Deutsch. Neben der neuerlernten Sprache spricht sie auch Spanisch, Englisch und Arabisch. Daneben hat sie aber auch noch anderes Potenzial: Sie singt und tanzt gerne. Kurzum: Rim verfügt über besondere Talente, was ihr auch dazu verhalf, ein Stipendium der Musikschule der Stadt Fulda zu bekommen.
Ihre Musiklehrerin, Carolina Ehret, sagt über sie: „Dass Rim ihre Geige von Venezuela mit nach Deutschland genommen hat, ist nicht selbstverständlich, das war eine Extremsituation, und das zeigt, wie sehr sie die Musik und das Geigenspielen liebt – gerade für solche Schülerinnen und Schüler ist das Stipendium gedacht“. Ihr Talent spiegele sich in ihrer Fähigkeit, neu Gelerntes schnell umzusetzen und anzueignen, das sei nicht bei jedem Jugendlichen so, erläutert Ehret. Mit Blick in die Zukunft hofft ihre Musiklehrerin, dass sie Rim weiterhelfen kann, noch sicherer im Geigenspielen zu werden, um sie so zu mehr Auftritten vor großem Publikum auf der Bühne zu ermutigen.