Menü Button Login Button
mk Logo
Marktkorb Logo
Bürgermeister Dag Wehner (rechts) überbrachte im Beisein der drei Kinder des Jubelpaares (Werner Rolig, Ursula Rolig-Stellmacher, Marita Happ) die Glückwünsche der Stadt an die Eheleute Christine und Herbert Rolig. Fotos: Monika Kowoll-Ferger

Im „Hotel Lenz“ hat es einst gefunkt

am 11.04.2018

Seit 70 Jahren verheiratet: Christine und Herbert Rolig feierten das seltene Fest der Gandenhochzeit

FULDA (mkf). Es ist ein ganz besonderes Fest, das Christine (90) und Herbert Rolig (91) Ende März begehen konnten: ihren 70. Hochzeitstag, die sogenannte Gnadenhochzeit. Gemeinsam leben sie in ihrem Reihenhaus im Musikerviertel, umsorgt von einer Pflegerin, ihren drei Kindern, zwei Enkeln und drei Urenkeln.

Bei einer Feier im Familienkreis überbrachte Fuldas Bürgermeister Dag Wehner im Namen des Magistrats die Glückwünsche der Stadt Fulda. Der Bundespräsident hatte per Post gratuliert.
Dabei erzählten die beiden rüstigen Ehejubilare aus ihrem Leben. Geboren wurden sie beide im Sudetenland, sind sogar nicht weit voneinander aufgewachsen. Richtig begegnet sind sie sich dann aber erst nach dem Krieg in Fulda, wohin Christine Rolig mit ihrem Vater und Bruder gekommen war. Herbert Rolig hatte es nach eineinhalb Jahren russischer Gefangenschaft zunächst in ein Lager verschlagen, wo er Mutter und Großmutter wiederfand, und dann ging es weiter nach Fulda. Hier wurden sie bald heimisch, fühlten sich von den Leuten gut aufgenommen, obwohl diese selbst ja wenig hatten.
Beim Tanz im Hotel Lenz an der Leipziger Straße hat es dann gefunkt, erzählen sie. 1948 wurde geheiratet und nacheinander kamen die drei Kinder. Mehrere Jahre lang hat die fünfköpfige Familie in einem einzigen Zimmer zusammengelebt, bevor 1958 die erste Wohnung in der Maulkuppenstr. bezogen werden konnte. 1984 kauften sie dann das Haus im Musikerviertel und bauten es um. Besonders gerne hätten sie mit den Kindern Ausflüge in die Rhön gemacht, die der Landschaft in der alten Heimat sehr ähnele, erzählen sie.
Während Christine Rolig, die ursprünglich Lehrerin werden wollte, sich um Heim, Kinder und Garten kümmerte, war Herbert Rolig als Oberkellner im Regierungszug der Deutschen Bundesregierung in ganz Europa unterwegs, kam manchmal erst nach einer Woche wieder nach Hause.
Dafür kann er heute interessante Geschichten erzählen: Etwa die, als er mit dem österreichischen Bundespräsidenten Dr. Adolf Schärf 1964 ins Gespräch kam und dieser ihn schließlich anwies, nicht bis Wien mitzufahren sondern auszusteigen, damit er früher bei seiner Familie sein konnte. Beim Staatsbesuch des Schahs von Persien 1967 standen an der gesamten Strecke Polizisten, und über dem Zug flogen drei Helikopter mit, einer davon mit einer ganzen Krankenstation an Bord. „Es war eine spannende und lehrreiche Zeit“, sagt Rolig im Rückblick.

Neuste Artikel

Bildergalerien