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Naturwissenschaftliche Kenntnisse über die Region der Bevölkerung vermittelt

am 09.03.2015

Zur 150-jährigen Wiederkehr der Gründung des Vereins für Naturkunde zu Fulda (VNF)

FULDA (ul). Vor 150 Jahren, am 13. März 1865, wurde in Fulda von naturwissenschaftlich interessierten Bürgern ein Verein für Naturkunde gegründet. Dieser Verein verstand sich zunächst als Lesegesellschaft für naturhistorische Schriften und verfolgte in erster Linie das Ziel der „Selbstbildung und Weiterentwicklung von naturwissenschaftlichen Kenntnissen seiner Mitglieder“.

Mit Realschulinspektor Georg Wilhelm Röder und Reallehrer Dr. Oscar Speyer konnte der anfänglich nur aus wenigen Mitgliedern bestehende Verein gleich zu Beginn seiner Gründung zwei von außerhalb kommende Mitarbeiter gewinnen, die das Leben des Vereins ganz maßgeblich mitbestimmen sollten. Doch schon bald nach der Gründung erschien den Mitgliedern der Aufgabenbereich der Fuldaer naturwissenschaftlichen Lesegesellschaft zu eng gefasst. Es entwickelte sich der Wunsch, nach dem Vorbild anderer naturhistorischer Gesellschaften eine wissenschaftliche Vereinigung zu gründen, deren Hauptziel vor allem in der Untersuchung und möglichst vollständigen Erfassung der gesamten Naturausstattung des Fuldaer Raums einschließlich des Rhöngebirges bestehen sollte. Ferner galt es, die erzielten Ergebnisse in geordneten Sammlungen zu veranschaulichen oder in Form schriftlicher Darstellungen den Mitgliedern sowie einer interessierten Öffentlichkeit vorzustellen. Auch öffentliche Vorträge dienten dazu, eine größere Breitenwirkung bei der Vermittlung allgemeiner naturwissenschaftlicher Erkenntnisse und naturkundlicher Themen über die Region zu erzielen.
Um diese Ansprüche angemessen verwirklichen zu können, waren entsprechende organisatorische Strukturen notwendig. Aus diesem Grund bestand der Vereinsvorstand nicht wie üblich nur aus dem ersten Vorsitzenden, dem Schriftführer und dem Rechnungsführer, sondern wurde durch drei weitere Ämter erweitert: Ein Bibliothekar war für die Vereinsbibliothek, für den Leihverkehr und den Austausch wissenschaftlicher Schriften zuständig, ein Konservator widmete sich dem Ordnen und Aufstellen sowie der sachgemäßen Pflege der Naturaliensammlungen und ein weiteres Vorstandsmitglied betreute den Lesezirkel. Wichtige Säulen des Vereins für Naturkunde zu Fulda stellten die Durchführung von Vorträgen sowie von ganz- und halbtägigen Exkursionen, das Anlegen von Sammlungen, der Aufbau einer eigenen naturwissenschaftlichen Bibliothek, die Herausgabe von Jahresberichten und Publikationen, der Schriftentausch sowie schließlich die Nutzung eines eigenen Vereinsraums dar. Trotz mancher Rückschläge und zum Teil recht begrenzter Möglichkeiten blieb der Verein bis zum Zweiten Weltkrieg bestehen. In dieser Zeit hat er erfolgreich gewirkt und auf verschiedenen Gebieten beachtliche Leistungen hervorgebracht.
Über diesen Verein, sein ehrenamtliches Wirken und seine herausragenden Persönlichkeiten kann man vielfältige Informationen in der von Karl-Heinz Schmalz zusammengestellten Festschrift finden, die in einer kleinen Feierstunde der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Diese Chronik, die dem 2013 verstorbenen Mitglied Christian Aschenbrenner gewidmet ist, gibt einen sehr detaillierten und spannend geschriebenen Einblick in die Entwicklung des alten Vereins – dem Vorgängerverein des heutigen Naturkundevereins – von seinen Anfängen bis zu seiner Eingliederung in den Heimatbund im Jahr 1941 und seiner Auflösung als Abteilung Naturkunde in dieser Organisation 1946. Erst 1969 wurde der heutige Verein durch Professor Martin Krüpe als Verein für Naturkunde in Osthessen (VNO) neu gegründet.