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Als offizielle „Sternenstadt“ dürfte Fulda noch mehr Touristen anlocken. Hier zu sehen ist das Ende der „blauen Stunde“, aufgenommen am Dom. Der Begriff ist eine Anspielung auf die besondere Färbung des Himmels während der Zeit der Dämmerung und vor Eintritt der nächtlichen Dunkelheit. Foto: Archiv

Touristische Steilvorlage

am 05.02.2019

Fulda wird offiziell Deutschlands erste Sternenstadt – und sie will damit Vorbild sein

FULDA (mlu). Wie am vergangenen Wochenende auf einer Fastnachtsveranstaltung in Sickels bekannt wurde, darf sich die Stadt Fulda – als wohl erste Stadt Deutschlands überhaupt – „Sternenstadt“ nennen. Das gab Fuldas Oberbürgermeister  Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) gemeinsam mit Bürgermeister Dag Wehner (CDU) und Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos) offiziell bekannt.

Die osthessische Wirtschaftshochburg, die in den vergangenen Jahren vor allem im kulturellen Bereich mit spektakulären Musicalpremieren überregional auf sich aufmerksam machte, hatte sich in den Jahren 2017/18 bei der in Arizona (USA) sesshaften „International Dark Sky Association – IDA“ um die Mitgliedschaft in der „Dark Sky Cinty Community – DSC“ beworben. Im Zuge dieser selbstbewussten Offensive hatte die Stadt eine Beleuchtungsrichtlinie aufstellen müssen, die sich unter anderem zu einem verantwortungsvollen Umgang mit künstlicher Beleuchtung und zur „Bewahrung der Nacht“ bekennt. Gemäß den Empfehlungen der IDA signalisierte die Stadt, die öffentliche Beleuchtung anzupassen und der Bevölkerung Informationen zur Förderung guter Beleuchtung bereitzustellen.
Schrittmacherdienste für das Bekanntwerden der gesamten Thematik leistet unterdessen der im Jahr 2015 gegründete Verein Sternenpark Rhön. Mit Vorträgen, Infoveranstaltungen und immer stärker nachgefragten  Nachtwanderungen konnte konnte der Verein helfen, die Popularität des von der International Dark-Sky Association ausgerufenen Sternenparks Rhön von Jahr zu Jahr zu steigern. Darüber hinaus leistet der Verein in den Bereichen Schutz der Nacht und Auswirkungen von künstlichem Licht auf Mensch und Natur Aufklärungsarbeit.
Haldun Tuncay, Geschäftsführer der Verlagsgruppe Parzeller, versicherte dem Magistrat der Stadt Fulda bereits im Mai 2018 seine Unterstützung. Wie von Tuncay damals bereits thematisiert, hat Fulda als „Sternenstadt“ nunmehr eine Vorbildfunktion. Das Schöne: Jeder Bürger kann helfen, dieser gerecht zu werden. Tipps hierzu finden sich beispielsweise in Parzellers Buchverlag erschienenen  offiziellen Buch zum Sternenpark. Das stammt aus der Feder von Sabine Frank und Dr. Mathias Schmidt. „Sternenpark Rhön. Warum der Schutz der Nacht Menschen und Natur so gut tut“, so der Titel des Buches, ist für die Lektüre jedermann wärmstens zu empfehlen.

Praktische Tipps für Hausbesitzer

Eine Reihe von Experten beschreibt in dem Buch, warum die Stunden der natürlichen Dunkelheit für Menschen, Tiere und Pflanzen so wichtig sind. Wertvoll in diesem Zusammenhang sind Tipps für Immobilieneigentümer, wie man die Außenbeleuchtung mit relativ geringem Aufwand umgestalten kann. Die Autoren führen an interessante Orte der Rhön und vermitteln viel Wissenswertes über die Sterne.
Mittlerweile nimmt das Thema Sternenpark auch in der wissenschaftlichen Forschung deutlich an Fahrt auf. So legte unter anderem eine Studentin aus Osthessen im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften des Studiengangs „International Tourism Studies“ an der Hochschule Harz eine Bachelorarbeit vor, die das touristische Potenzial von Sternenparks  detailliert beleuchtet. Der Arbeit zufolge gibt es weltweit aktuell 118 Sternenparks, wobei sich die meisten davon – 34 an der Zahl – in Europa verteilen. Astrotourismus, so die Autorin der Arbeit, stelle eine neue Facette des Naturtourismus dar und ergänze diesen um den Aspekt der Nacht. Die Astrophysik bediene sich dabei „einem schier unerschöpflichen Informationsfluss“ über das Universum, der dem Interesse von Naturtouristen in der natürlichen Umgebung nachkomme. Aus Sicht der Autorin stellt der Sternenpark Rhön ein potenzielles Naherholungsgebiet für den Großteil Deutschlands dar. Insbesondere Besucher aus nahegelegenen Großstädten wie Frankfurt am Main, Kassel, Würzburg und Erfurt biete der Park Gelegenheit, den stressigen Alltag durch den Blick in die Sterne vergessen zu lassen. 
Dr. Mathias R.Schmidt, Sabine Frank: „Sternenpark Rhön. Warumder Schutz der Nacht Menschen und Natur so gut tut“, 160 Seiten, 9,95 Euro, Parzellers Buchverlag