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Nach dem Krieg war die von der Kolpingfamilie Großentaft veranstaltete Kirmes eine der ersten größeren Veranstaltungen im Ort. Foto: Ernst Krieg

Kirmes in West und Ost vor Grenzöffnung

am 09.08.2019

Gewinnerbilder des Fotowettbewerbs / Ausstellung vom 23. bis 25. August auf Point Alpha

POINT ALPHA (lai). Eine Jury aus dem Wartburgkreis und dem Landkreis Fulda hat die Gewinner des Fotowettbewerbs zu 30 Jahren Grenzöffnung gekürt. Die Fotos von Michael Schön, Gabi Hamm, Ernst Krieg und Udo Heilwagen werden vom 23. bis 25. August auf Point Alpha ausgestellt.

Wie sah die Kirmestradition aus, als Deutschland in West und Ost geteilt war? Welche Traditionen werden in den Ortschaften gepflegt? Und was macht die Kirmestradition so besonders? All das haben die Teilnehmer des Fotowettbewerbs durch ihr spannenden Bilder transportiert. Wie auch Udo Heilwagen aus Nazza, der einer der Gewinner.
In Nazza gibt es keinen Kirmesbaum. Dafür wird ein Umzug auf Pferden mit Husaren in Uniform, Platzmeistern, Fahnenträgern und -begleitern sowie allen anderen Kirmesburschen veranstaltet. „Was dabei nicht fehlen darf, ist ein Wettreiten auf einer Wiese“, schreibt Udo Heilwagen, der das Foto aus dem Jahr 1990 eingesendet hat. Besonders wichtig und geschichtsträchtig sind aber auch immer die Morgenreden, die die Husaren vortragen. Eine der Morgenreden aus dem Jahr 1990 war von besonderer Bedeutung: „Geeint ist nun das deutsche Vaterland, nach 40 Jahren hinter vorgehalt’ner Hand, kann jeder heute seine Meinung sagen, ohne Angst und Furcht mit sich zu tragen“, hieß es unter anderem in der Rede.
Ebenfalls ein Gewinner des Wettbewerbs ist Ernst Krieg aus Großentaft. In den ersten Jahrzehnten nach dem Krieg wurde die Kirmes von der Kolpingfamilie Großentaft veranstaltet. Die Kirmes 1960 war eine der ersten Veranstaltungen im Ort. Die Kirmesgesellschaft bestand damals aus sieben Kirmesburschen. Kirmesmädchen waren zu dieser Zeit noch nicht dabei. Zur Vorbereitung gehörte das Aufstellen eines Kirmesbaums, der von den Burschen vorbereitet und von Hand mit Stangen – ohne maschinelle Hilfe – aufgerichtet wurde. Nach einem Gottesdienst ging es gemeinsam mit Pfarrer, Bürgermeister und der ganzer Gemeinde – sowie dem frisch gebackenen Zwiebelsploatz – ins Gasthaus. Dort fand dann die Feier statt.
Das Fest „Grenzenlos feiern!“ beginnt am Freitagabend um 20 Uhr mit einem Band-Contest, bei dem vier Bands gegeneinander antreten und die Besucher den Gewinner küren. Der Samstagsabend  steht ganz im Zeichen der Kirmesgesellschaften aus dem Wartburgkreis und dem Landkreis Fulda,  unter anderem mit den in der Region üblichen Einmärschen. Der Sonntag beginnt mit einem Ökumenischen Festgottesdienst um 11 Uhr. Im Anschluss gibt es den Drei-Reihen-Tanz der Kirmesgesellschaften. Das Motto am Nachmittag lautet: „Spiel und Spaß für die ganze Familie“.